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Studie

Corona: Schwerer Covid-19-Verlauf nach Krebs-Erkrankung vermutet

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Wer an Krebs erkrankte, trägt ein höheres Risiko, schwer an einer Grippe zu erkranken. Das Gleiche könnte auf eine Infektion mit dem Coronavirus zutreffen.

  • Eine Studie gibt Aufschlüsse über frühere Erkrankungen an Krebs und den Verlauf einer Grippe.
  • Die Forschenden vermuten Ähnliches im Zusammenhang mit dem Coronavirus.
  • Ehemalige Krebs-Patient:innen sollten demnach bevorzugt gegen Corona und die Grippe geimpft werden.

London – Ein schwerer Krankheitsverlauf bei einer echten Grippe kann zu einem Aufenthalt in der Klinik führen oder sogar mit dem Tod enden. Ehemalige Krebs-Erkrankte tragen ein deutlich höheres Risiko, schwer an einer Grippe zu erkranken als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das fanden Forschende der London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSTHM) heraus. Sie vermuten, dass sich die Erkenntnisse auch auf das Coronavirus übertragen lassen. Covid-19 und die Grippe werden nämlich beide durch Viren ausgelöst, die über die Atemwege eindringen. Bei beiden sind ähnliche Risikofaktoren bekannt.

Wer an Krebs erkrankt war, ist anfälliger für eine schwere Grippe-Erkrankung – und möglicherweise auch für Covid-19. (Symbolbild)

Krebs: Ehemalig Erkrankte womöglich anfälliger für Covid-19

Wie der Studie zu entnehmen ist, die im Fachjournal „EClinicalMedicine“ veröffentlicht wurde, können bestimmte Arten von Krebs, darunter Leukämie, Lymphome (Vergrößerung von Lymphknoten) und das Multiple Myelom – eine Erkrankung der Plasmazellen des Knochenmarks–, das Risiko für einen schweren Verlauf einer Grippe bis um das Neunfache erhöhen. Das Risiko soll auch zehn Jahre nach der Krebs-Erkrankung noch bestehen. Dafür wurden medizinische Berichte von 630.000 Personen aus Großbritannien ausgewertet, darunter 100.000 Akten von ehemaligen Krebs-Patient:innen. Dieser Rückschluss könnte auch für das Coronavirus gelten. Personen, die an Krebs erkrankt waren, hätten demnach ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Nach Krebs-Erkrankung steigt Grippe-Risiko – Gilt selbes für Corona?

„Wir wussten, dass Menschen mit Krebs kurz nach der Diagnose ein hohes Risiko für schwerwiegende Folgen dieser epidemischen Viren haben“, teilte Helena Carreira von der LSTHM mit. „Aber wir stellten fest, dass dieses erhöhte Risiko auch weiterhin für mehrere Jahre nach der Diagnose besteht.“ Basierend auf diesen Erkenntnissen empfehlen die Forschenden, ehemalige Krebs-Erkrankte als Risikogruppen bevorzugt gegen Corona und die Grippe zu impfen. Bisher hatte man angenommen, dass nur Personen mit akuten Krebserkrankungen, deren Immunsystem durch die Krankheit oder Behandlung geschwächt ist, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf mit Covid-19 tragen. Auch bei der Grippe galten Personen, die den Krebs hinter sich gelassen hatten, nicht als besonders gefährdet. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © AIZAR RALDES/AFP

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