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Forschung

Uniklinik Jena: Keine gefährliche Corona-Mutation nachgewiesen

Die Uniklinik Jena untersucht Proben des Coronavirus aus Thüringen. Mutationen werden gefunden, aber noch nicht die aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien.

  • Die Ausbreitung von Corona-Mutationen in Deutschland beginnt erst.
  • In Stichproben aus Thüringen wurden keine Mutationen aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien gefunden.
  • Mutationen können die Wirksamkeit von Impfstoffen beeinträchtigen.

Jena – Wissenschaftler am Universitätsklinikum Jena verglichen in Zusammenarbeit mit Forschern aus Berlin, Jena, Leipzig und Bad Langensalza das Erbgut des Coronavirus in Proben aus Thüringen mit Viruslinien aus Deutschland, Europa und weltweit verbreiteten Varianten. Die Stichproben zeigen die statistisch zu erwartende Mutationsrate, die in Großbritannien, Brasilien oder Südafrika verbreiteten Mutationslinien wurden aber noch nicht nachgewiesen, heißt es in einer Pressemitteilung aus Jena. Die Nachverfolgung der Mutationen erfolgt unter anderem besonders engmaschig, weil sie auch für Impfstoffe wichtig sind.

Es ging um 40 Stichproben aus Thüringen, die eine Arbeitsgruppe rund um Dr. Christian Brandt vom Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene untersuchte. Das Team verglich sie mit ungefähr 10.000 vollständig sequenzierten Genomen des Coronavirus. Als Genom oder auch Erbgut des Virus bezeichnet man alle Erbinformationen eines Viruspartikels: in diesem Fall die Chromosomen und die Ribonukleinsäure (RNS), da es sich um ein RNA-Virus handelt.

Die Bioinformatiker hätten aus den etwa 300.000 bekannten Daten eine Auswahl deutscher, europäischer und nichteuropäischer Proben des Coronavirus getroffen. Die Daten werden weltweit von Wissenschaftlern gesammelt und online zur Verfügung gestellt.

Aktuell ist die Verbreitung der mutierten Variante des Coronavirus in Deutschland noch überschaubar. Wie diese Medizintechnikerinnen in Frankreich untersuchen auch deutsche Wissenschaftler Proben auf Variationen.

Corona in Deutschland: Stichprobe aus Thüringen ohne gefährliche Mutation

Das Genom des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) sei besonders groß: Mit etwa 30.000 Basen ist es das größte bekannte Genom aller RNA-Viren, berichtet die Uniklinik Jena. Bei der Teilung und somit der Vermehrung der Viruszellen wird jedes Mal die Erbinformation des Virus kopiert. Dabei entstehen Fehler, die zu Mutationen führen können. Beim Coronavirus gehen die Forscher von ungefähr 23 Mutationen pro Jahr aus. „Das Virus verändert sich, wie es statistisch zu erwarten ist: Es mutiert fröhlich vor sich hin“, fasst Christian Brandt das Ergebnis seines Teams zusammen.

Die Proben aus Deutschland ließen sich acht Hauptlinien zuordnen, von denen vier auch in Thüringen nachgewiesen wurden. Die in Großbritannien, Brasilien oder Südafrika verbreiteten Mutationslinien, für die ein höheres Ansteckungspotential und schwächere Immunantworten vermutet werden, seien in dieser Untersuchung nicht vertreten gewesen.

Mutationen des Coronavirus: Wirksamkeit von Impfstoffen in Gefahr

Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Situation so nicht bleiben werde. In Europa hochfrequente Abstammungslinien würden sich auch in Deutschland verbreiten. Auch die Bundesregierung warnt vor einer rasanten Ausbreitung. Das Coronavirus passt sich an. Die Mutationen, die nicht von einem Impfstoff unschädlich gemacht werden können, werden vom Virus gestärkt. So wie die begonnene Impfkampagne das Verhalten des Virus beeinflusst, beeinflusst das Virus die Impfkampagne. Es werden weiterhin neue Impfstoffe entwickelt, die das Virus mit anderen Methoden in Schach halten sollen.

Um wirksam gegen das Coronavirus vorgehen zu können, sei es von hoher Bedeutung, die Entwicklung der Situation im Blick zu behalten: „Umso wichtiger ist bei den derzeitigen Inzidenzen eine engmaschige molekulargenetische Überwachung des Infektionsgeschehens“, betont Prof. Dr. Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena. Im Rahmen dieser Kontrolle sollen an der Uniklinik Jena künftig mindestens 24 zufällig ausgewählte Proben aus ganz Thüringen wöchentlich sequenziert und zum internationalen Datenpool hinzugefügt werden. (Theresa Ricke)

Rubriklistenbild: © Daniel Cole/dpa

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