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Omikron-Booster: Impfstoff von Moderna mit enttäuschendem Studien-Ergebnis

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Von: Pamela Dörhöfer

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In Versuchen mit Primaten zeigte sich bei der Wirkung kein Unterschied zum Ursprungsvakzin – eingesetzt wurden mRNA-Impfstoffe von Moderna.

Frankfurt – Aktualisierte, auf die Omikron-Variante zugeschnittene Corona-Impfstoffe bringen möglicherweise keinen zusätzlichen Nutzen. Darauf deutet eine Studie von Forschenden des US-amerikanischen „Vaccine Research Center“ des „National Instituts of Allergy“ mit Primaten hin, die preprint auf dem Server BioRxiv veröffentlicht wurde. In Versuchen zeigte sich, dass Tiere, die einen Booster mit einem ursprünglichen Covid-Impfstoff erhielten, einen genauso guten Schutz gegen eine Erkrankung mit Beteiligung der Lunge aufwiesen wie ihre Artgenossen, die eine Auffrischungs-Impfung auf Basis der Omikron-Variante bekamen.

Verwendet wurden der ursprüngliche und ein angepasster mRNA-Impfstoff von Moderna. Blutuntersuchungen ergaben, dass sich viele der messbaren Immunantworten – etwa Anstiege beim Spiegel der neutralisierenden Antikörper – zwischen beiden Gruppen nicht wesentlich unterschieden.

Omikron: Wechsel zu einem Booster könnte „durchaus unnötig“ sein

Das US-amerikanische Online-Medizinjournal „Stat“ zitiert Studienautor Robert Seder mit der Aussage, die Ergebnisse ähnelten denen einer Studie aus dem vergangenen Jahr, als ein Vakzin getestet wurde, das auf die damals vor allem in Südafrika kursierende Beta-Variante zugeschnitten war. Der Wissenschaftler betonte aber auch, dass die Ergebnisse in Studien mit Menschen noch bestätigt werden müssten. „Aus Sicht des Unternehmens weiß ich nicht, wie sie das sehen. Aber ich denke, diese Daten sind ziemlich klar.“ Seder geht demnach nicht davon aus, dass der Impfstoff aktualisiert werden muss.

Eine Ärztin nimmt Kartons mit dem Corona-Impfstoff von Moderna aus dem Kühlschrank, bevor es gegen das Coronavirus injiziert wird.
Moderna versucht, den Corona-Impfstoff an die Omikron-Variante anzupassen. (Archivfoto) © Wolfgang Kumm/dpa

Impfung gegen die Omikron-Variante: Moderna hat bereits reagiert

Der New Yorker Virologe John Moore wird in dem Bericht mit der Vermutung zitiert, dass der ursprüngliche Impfstoff „kreuzprotektive Reaktionen“ erzeuge. Der Wechsel zu einem Omikron-Booster könnte deshalb „durchaus unnötig“ sein. Die Studie soll zudem Hinweise liefern, dass ein Omikron-Impfstoff für eine alleinige Verabreichung nicht ideal wäre, da die Immunantwort auf Omikron möglicherweise keine so starke Kreuzimmunität erzeuge wie der ursprüngliche Virusstamm. Das könnte dann zum Problem werden, wenn Delta oder frühere Versionen von Sars-CoV-2 noch einmal auf der Bildfläche erscheinen würden, heißt es.

Hersteller Moderna hat bereits reagiert und angekündigt, weiterhin daran zu arbeiten, „mit dem Virus Schritt zu halten“. Man gehe davon aus, dass insbesondere mit Blick auf den Herbst der Schutz vor besorgniserregenden Varianten wichtig sein werde. (pam)

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