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Corona-Impfstoff

Biontech: Fälle von Herzmuskelentzündungen – Israel und Hersteller äußern sich

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Ob Herzmuskelentzündungen im Zusammenhang mit einer Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Biontech stehen, bleibt unklar. Ein Pharmaunternehmen reagiert nun. 

Update von Dienstag, 27.04.2021, 14.00 Uhr: Nach Berichten über Dutzende Fälle von Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Präparat hält Israels Gesundheitsministerium eine ungewöhnliche Häufung der Erkrankung für nicht erwiesen.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums teilte am Dienstag (27.04.2021) mit, ein Expertenteam überwache alle Nebenwirkungen der Corona-Impfungen und veröffentliche regelmäßig Berichte. Die in den Medien zitierte Analyse sei aber nicht vom Ministerium veröffentlicht worden. „Sie zeigt keinen eindeutigen Anstieg der Sterblichkeit wegen der Impfung und es ist auch nicht sicher, dass es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Zahl von Herzmuskelentzündungen gibt.“ Es handele sich gleichwohl um einen „wichtigen Bericht“, über den das Expertenteam in den kommenden Tagen beraten werde. Die Ergebnisse der Beratung würden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Pfizer nach Israel wurden gestoppt. (Symbolbild)

Der Impfstoffhersteller Pfizer teilte mit, man sei über die Berichte in Israel informiert. „Wir haben keine Rate von Myokarditis beobachtet, die höher wäre, als man es in der allgemeinen Bevölkerung erwarten würde“, hieß es in der Mitteilung. „Ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung wurde nicht festgestellt. Es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Beweis dafür, dass in Verbindung mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff ein Risiko von Myokarditis besteht.“ 

Biontech-Impfstoff: Fälle von Herzmuskelentzündungen gemeldet – Israel untersucht Nebenwirkung

Erstmeldung von Montag, 26.04.2021, 14.45 Uhr: Jerusalem – Das israelische Gesundheitsministerium meldet vermehrt auftretende Fälle von Herzmuskelentzündungen* nach einer Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Diese Fälle würden aktuell genauer untersucht werden, teilte das Gesundheitsministerium der Nachrichtenagentur „Reuters“ zufolge mit. Ob die Impfung verantwortlich für die „Dutzenden von Fällen“ einer Entzündung des Herzmuskelgewebes ist, ist aktuell noch unklar.

In Israel wird der Impfstoff von Biontech und Pfizer genauer unter die Lupe genommen. (Symbolbild)

Entdeckt wurden die Fälle von Myokarditis* in einer Studie, im Rahmen derer mehr als fünf Millionen Geimpfte untersucht wurden, berichtet die Tagesschau. Zwei Faktoren erschweren der Studie zufolge den Nachweis des Auslösers einer Herzmuskelerkrankung: Myokarditis verlaufe oft ohne Komplikationen, entsprechend seien in den zurückliegenden Jahren nur wenige Fälle gemeldet worden; und könne durch eine Vielzahl von Viren verursacht werden – also nicht nur durch das Coronavirus.

Herzmuskelentzündungen in Israel: Mögliche Nebenwirkung bei Biontech-Impfstoff wird untersucht

Reuters zufolge traten die meisten der erfassten Fälle bei Männern unter dem 30. Lebensjahr auf. Pfizer, Kooperationspartner von Biontech bei Herstellung und Vertrieb des Impfstoffs, ist bereits über die Beobachtungen in Israel in Kenntnis gesetzt worden. Auch das Unternehmen erklärte, es gebe aktuell keinen Anlass zu der Annahme, dass eine Herzmuskelentzündung durch eine Impfung mit einem Impfstoff ausgelöst werden könnte. Nebenwirkungen würden laufend und gründlich untersucht. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keine Hinweise darauf, dass Myokarditis ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech darstellt“, erklärt das Unternehmen.

Nadav Davidovitch, Direktor der „School of Public Health“ an der Ben-Gurion-Universität im Süden Israels ist nicht der Ansicht, dass die Beobachtungen einen Stopp der Vergabe des Impfstoffes rechtfertigen würden – selbst, wenn sich die Korrelation als stabil erweisen würde. Das Risiko, durch eine Infektion mit dem Coronavirus an Covid-19 zu erkranken sei nach wie vor deutlich höher, als das Risiko, sich nach einer Impfung eine Herzmuskelentzündung zuzuziehen.

Nebenwirkungen nach Corona-Impfung: Empfehlung für Astrazeneca und Johnson & Johnson

Berichte über Nebenwirkungen gab es zuletzt zahlreiche. Sie betrafen allerdings nicht das Vakzin von Biontech, sondern den Impfstoff von Astrazeneca. Nach mehreren Fällen von Hirnvenenthrombosen setzte die Bundesregierung Impfungen mit diesem Mittel sogar zwischenzeitlich aus. Aktuell empfiehlt das Paul-Ehrlich-Institut den Impfstoff nur noch für Menschen über 60 Jahren, nachdem die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) an seiner Empfehlung für Astrazeneca festgehalten hatte. Ähnliche Vorkommnisse wurden auch im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gemeldet, auch hier fiel das Urteil der EMA schlussendlich allerdings pro Zulassung aus. Bei beiden Impfstoffen überwöge der Nutzen mögliche Schäden, so die Begründung der Expert:innen. (mp) *merkur.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Nir Alon via www.imago-images.de

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