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Lieferschwierigkeiten

Astrazeneca knickt ein: Impfstoffhersteller will EU jetzt doch mehr Dosen gegen Corona zur Verfügung stellen

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Impfstoff-Hersteller Astrazeneca lenkt ein und will der EU nun doch mehr Impfstoffdosen gegen Corona zur Verfügung stellen als zuletzt in Aussicht gestellt.

  • Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wurde in der EU zugelassen.
  • Doch aktuell scheint es Lieferschwierigkeiten bei dem britisch-schwedischen Unternehmen zu geben.
  • Nach Protesten der EU-Kommission kündigt Astrazeneca nun einen Nachschlag an.

Update von Sonntag, 31.01.2021, 20:40 Uhr: Wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter bekanntgab, hat sich der Impfstoffhersteller Astrazeneca nun doch bereiterklärt, seine Lieferungen an die EU aufzustocken. Neun Millionen weitere Dosen des Impfstoffs gegen Corona sollen der EU zur Verfügung gestellt werden, womit die Anzahl der Impfdosen aus der Herstellung des Unternehmens auf 40 Millionen steigt. Ursprünglich waren 80 Millionen Impfdosen angepeilt worden, bevor Astrazeneca Lieferschwierigkeiten ins Feld führte.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verkündet den Durchbruch: Hersteller Astrazeneca sagt nun doch zu, mehr Impfstoff gegen Corona zu liefern.

Laut von der Leyen hat Astrazeneca zugesagt, nun zusätzlich zur Aufstockung auch schneller liefern zu wollen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach von einer „guten Nachricht“ und sieht „einen guten Schritt nach vorn“ in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Streit um Corona-Impfstoff mit Astrazeneca spitzt sich zu: auch nach Krisentreffen keine Klarheit

+++ 22.21 Uhr:  Auch ein Treffen am Mittwochabend (27.01.2021) brachte keine Einigung im Streit zwischen Astrazeneca und der EU. Das Online-Krisengespräch brachte keine Lösung. Astrazeneca hätte weiterhin nicht schlüssig beantwortet, wo die vertraglich festgelegten Impfdosen bleiben würden, hieß es aus Kommissionskreisen. Große Mengen Impfstoff für Deutschland und andere EU-Länder werden somit wohl Wochen oder Monate später kommen.

„Wir bedauern, dass es immer noch keine Klarheit über den Lieferplan gibt und erbitten uns von Astrazeneca einen klaren Plan zur schnellen Lieferung der Impfstoffe, die wir für das erste Quartal reserviert haben“, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach dem Krisentreffen mit Astrazeneca auf Twitter. „Wir werden mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Impfstoffe rasch für die EU-Bürger zu liefern.“ Sie lobte aber den konstruktiven Ton des Gesprächs mit Unternehmenschef Pascal Soriot, der sich persönlich zugeschaltet habe.

Auch ein Krisengespräch, an dem Astrazeneca-Chef Pascal Soriot teilnahm, brachte keine Lösung im Streit des Impfstoffherstellers mit der EU.

Streit um Corona-Impfstoff mit Astrazeneca: Produktion in Wales unterbrochen

+++ 20.16 Uhr: Die Produktion des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca in einem Werk in Wales wurde am Mittwoch (27.01.2021) zeitweise unterbrochen. Grund dafür ist ein Bombenalarm. Die Produktionsstätte in Wrexham im Norden von Wales, die an der Herstellung von Corona-Impfstoffen beteiligt ist, wurde wegen eines verdächtigen Päckchens zeitweise geräumt, wie das Pharmaunternehmen Wockhardt mitteilt. Die rund 400 Mitarbeiter des Werks konnten demnach nach einigen Stunden die Arbeit wieder aufnehmen.

„Die temporäre Produktions-Unterbrechung hat keine Auswirkungen auf unseren Produktionsplan“, versicherte eine Sprecherin der Firma. „Wir sind den Behörden und Experten für zügige rasche Reaktion und Lösung des Vorfalls dankbar.“
Die örtliche Polizei teilt mit, sie habe das verdächtige Päckchen sichergestellt und die Sicherheitsabsperrungen um das Gebäude aufgehoben. Es gebe keine Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit, einige Straßen blieben allerdings für weitere Ermittlungen gesperrt.

Wegen einer Bombenwarnung wurde die Produktion von Corona-Impfstoffen in einem Werk in Wales für einige Stunden unterbrochen. Dort wird unter anderem der Impfstoff von Astrazeneca hergestellt.

Streit zwischen Astrazeneca und der EU: weniger Corona-Impfstoff für Großbritannien gefordert

+++ 18.20 Uhr: Vor dem Treffen am Mittwochabend zwischen EU-Vertretern und dem Pharma-Unternehmen Astrazeneca droht der Streit zwischen den beiden Vertragspartnern wegen Lieferengpässen beim Corona-Impfstoff die Beziehungen Brüssels mit Großbritannien zu belasten. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte am Mittwoch (27.01.2021) eine Bereitstellung des Astrazeneca-Vakzins für die EU aus zwei britischen Produktionsstätten, die bislang vor allem Großbritannien beliefern. Die Regierung in London bestand darauf, dass sich an der Menge der für Großbritannien bestimmten Impfstoffdosen nichts ändern könne.

Astrazeneca hatte vergangene Woche bekannt gegeben, der EU wegen Produktionsproblemen in einem Werk in Belgien in nächster Zeit deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Zunächst war von einer Verringerung um 60 Prozent im ersten Quartal die Rede gewesen. Ein EU-Vertreter sprach nun von 75 Prozent. Brüssel stört besonders, dass Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin ungekürzte Mengen erhalten.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fordert Astrazeneca auf, Impfstoff aus britischen Werken an die EU zu liefern.

Astrazeneca-Chef: Zu keinen festen Liefermengen Impfstoff verpflichtet

Astrazeneca-Chef Pascal Soriot begründete dies in einem Interview mit mehreren europäischen Zeitungen damit, dass die EU ihren Liefervertrag später abgeschlossen habe. Auch habe sich sein Unternehmen gegenüber der EU überhaupt nicht zu festen Liefermengen verpflichtet, sondern lediglich dazu, „dass wir unser Bestes geben werden“.

Diese Ansicht „ist weder richtig noch akzeptabel“, sagte Gesundheitskommissarin Kyriakides. Auch sei in dem Vertrag nicht festgehalten, „dass irgendein Land oder das Vereinigte Königreich Vorrang hat, weil es früher unterzeichnet hat“. Neben zwei Produktionsstätten in der EU seien in dem Abkommen explizit zwei in Großbritannien aufgeführt, „und deshalb müssen diese jetzt liefern“.

Corona-Impfstoffe: Lieferverzögerungen schnellstmöglich beheben

+++ 17.10 Uhr: Wegen der anhaltenden Lieferschwierigkeiten bei den Corona-Impfstoffen erhöht nun auch die Bundesärztekammer den Druck auf die Bundesregierung. Die Ursachen der Lieferverzögerungen, etwa bei Astrazeneca, müssten umfassend geklärt und so schnell wie möglich behoben werden“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhard, der Rheinischen Post.

„Für den breiten Einsatz in den Praxen brauchen wir Impfstoffe, die unkompliziert zu transportieren und ohne spezielle Kühltechnik gelagert werden können. Diese Voraussetzungen scheint das Vakzin von Astrazeneca zu erfüllen.“ Solche Impfstoffe seien unerlässlich, um das Ziel der Herdenimmunität bis zum Sommer zu erreichen.

Medizinisches Personal befüllt eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Oxford/Astrazeneca im NHS Nightingale Hospital North East.

Streit um Corona-Impfstoff: Astrazeneca nimmt doch an Krisen-Treffen teil

+++ 13.55 Uhr: Das Pharma-Unternehmen Astrazeneca will nun doch an einem am Mittwochabend angesetzten Treffen mit EU-Vertretern zu Streitigkeiten wegen Lieferengpässen bei seinem Corona-Impfstoff teilnehmen. „Wir haben uns nicht zurückgezogen“, erklärte ein Sprecher des britisch-schwedischen Unternehmens auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Eine Sprecherin der EU-Kommission hatte kurz zuvor noch frühere Angaben eines EU-Vertreters bestätigt, wonach Astrazeneca seine Teilnahme an dem Treffen abgesagt hatte.

Bei zwei Treffen mit EU-Vertretern am Montag hatte das Unternehmen Brüssel zufolge nicht ausreichend erklären können, wie es zu den Lieferengpässen des Corona-Impfstoffes gekommen ist. Dem Unternehmen zufolge sind Probleme bei der Produktion in einem Werk in Belgien die Ursache.

Corona-Impfstoff: Astrazeneca sagt Treffen mit EU ab

Update vom Mittwoch, 27.01.2021, 13.04 Uhr: Das Pharma-Unternehmen Astrazeneca hat ein am Mittwoch angesetztes Treffen mit EU-Vertretern zu Streitigkeiten wegen Lieferengpässen beim Corona-Impfstoff kurzfristig abgesagt. Das sagte ein EU-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Zur Begründung des britisch-schwedischen Herstellers machte er zunächst keine Angaben.

In Brüssel gibt es den Verdacht, Engpässe bei der Belieferung der Europäischen Union mit dem Astrazeneca-Vakzin könnten darauf zurückzuführen sein, dass das Unternehmen Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder mit ungekürzten Mengen des Impfstoffs beliefert. Astrazeneca hatte am Freitag bekannt gegeben, der EU zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen.

Bei zwei Treffen mit EU-Vertretern am Montag hatte das Unternehmen Brüssel zufolge nicht ausreichend erklären können, wie es zu den Lieferengpässen gekommen ist. Dem Unternehmen zufolge sind Probleme bei der Produktion in einem Werk in Belgien die Ursache. Für Mittwoch wurde ein weiteres Treffen vereinbart.

Chef von Astrazeneca bezieht Stellung zu Lieferengpässen

Update vom Mittwoch, 27.01.2021, 07.45 Uhr: Der Chef von Astrazeneca, Pascal Soriot, sieht den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Lieferengpässe des Impfstoffes. Er sagte der „Welt“ (Mittwoch): „Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan.“ Man habe auch Anfangsprobleme in Großbritannien gehabt. „Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben.“

Eine Pharmazeutin mit Mund-Nasen-Schutz zieht eine Spritze mit dem Astrazeneca-Corona-Impfstoff

Sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Mengen Impfstoff verpflichtet. Brüssel wollte nach seinen Worten mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt beliefert werden wie die Briten - obwohl diese drei Monate früher unterzeichnet hätten. „Darum haben wir zugesagt, es zu versuchen, uns aber nicht vertraglich verpflichtet.“

Astrazeneca weist Berichte über geringe Wirksamkeit zurück

Update vom Dienstag, 26.01.2021, 09.50 Uhr: Der britische Pharmahersteller Astrazeneca hat Berichte über eine sehr geringe Wirksamkeit seines Impfstoffs bei Senioren zurückgewiesen. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von 8 Prozent habe, seien „komplett falsch“, teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen (26.01.2021) mit. Astrazeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschließe. Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse.

Allerdings heißt es in dieser Studie auch, dass es wegen geringer Fallzahlen noch zu wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ soll der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei älteren Menschen haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Koalitionskreise.

Zuvor hatte die EU die Lieferengpässe bei Astrazeneca als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, schnellstmöglich einen „Export-Transparenzmechanismus“ einzuführen. Damit droht die EU mit einem Exportverbot. „Die EU wird zum Schutz ihrer Bürger und ihrer Rechte alles tun, was notwendig ist“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag (25.01.2021).

Coronavirus: Astrazeneca-Impfstoff soll bei Senioren kaum wirken

Erstmeldung vom Dienstag, 26.01.2021, 07.00 Uhr: Brüssel – Die EU-Kommission hat die vom britisch-schwedischen Unternehmen Astrazeneca angekündigten Verzögerungen bei der Lieferung von Corona-Impfstoff als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Die EU habe „Entwicklung und Produktion des Impfstoffes vorfinanziert“ und verlange nun dafür die Gegenleistung, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag. Sie forderte zudem von allen Herstellern, Brüssel künftig über Exporte von Impfstoff aus der EU an Drittstaaten in Kenntnis zu setzen.

Corona-Impfstoff Astrazeneca: EU will Aufklärung über Produktion und Lieferungen

„Die Europäische Union möchte genau wissen, welche Dosen von Astrazeneca bisher wo produziert wurden und ob und an wen sie geliefert wurden“, sagte die Gesundheitskommissarin. Doch diese Fragen habe das Unternehmen bislang nicht zufriedenstellend beantwortet. Astrazeneca hatte am Freitag mitgeteilt, der EU zunächst weniger Corona-Impfdosen liefern zu können als vorgesehen. Grund seien Probleme in „einem Werk in unserer europäischen Lieferkette“.

Kyriakides hatte sich nach eigenen Angaben zunächst am Wochenende schriftlich an das Unternehmen gewandt. Am Montag habe es dann ein Treffen der Kommission und Vertretern der Mitgliedstaaten mit Astrazeneca gegeben. Am Montagabend sei nun ein weiteres solches Treffen angesetzt worden.

Astrazeneca: Wirkt der Corona-Impfstoff bei Senioren?

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca, von dem die EU-Kommission bis zu 400 Millionen Dosen bestellt hat, ist in der EU noch nicht zugelassen. Am Freitag könnte die EU-Arzneimittelbehörde EMA aber grünes Licht geben. Es wäre der dritte Impfstoff nach Biontech/Pfizer und Moderna, der in der EU eingesetzt werden könnte.

Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca.

Wie das „Handelsblatt“ berichtete, rechnet die Bundesregierung in Deutschland mit einer Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren von unter acht Prozent. Das würde bedeuten, dass Senioren mit dem Astrazeneca-Vakzin nicht geimpft werden dürften.

Astrazeneca-Impfstoff: Einsatz für ältere Menschen geplant

Ursprünglich planten Bund und Länder dem Bericht zufolge, den AstraZeneca-Impfstoff für ältere Menschen einzusetzen, die zu Hause leben und aus Alters- oder Krankheitsgründen die Impfzentren nicht aufsuchen können. Das Vakzin ist einfacher zu transportieren als etwa der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 903 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen (26.01.2021) bekanntgab. (marv/afp)

Rubriklistenbild: © JOHN THYS/afp

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