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Corona: Antikörper gegen Omikron und Co. – Forschende entdecken Schutz gegen alle Varianten

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Von: Jennifer Köllen

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Coronavirus
Forschende haben offenbar einen Schutz gegen alle Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2 entdeckt. (Symbolfoto) © Imago Images

US-Forschende haben einen Antikörper entdeckt, der alle Corona-Varianten neutralisiert. Gibt es bald ein Medikament gegen Omikron und alle andere Subvarianten?

Birmingham – Schutz gegen alle Corona-Varianten wie Omikron durch einen Antikörper? Ist das überhaupt möglich? Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten des Corona-Virus. Alpha, Delta, Omikron – und davon noch Subvarianten (wie etwa Omikron BA.5). Das Virus entwickelt sich weiter, verändert sich. Das macht es für Wissenschaftler so schwer, ein universales Medikament gegen alle vorkommenden Corona-Varianten zu entwickeln. Auch vorhandene Impfstoffe helfen nicht gegen jede Variante gleichermaßen.

Daher ist folgende Meldung auch so besonders: Wissenschaftler aus den USA haben jetzt Antikörper gefunden, die in der Lage sind, alle Corona-Varianten zu neutralisieren.

Antikörper gegen Omikron und Co.: Forscher entdecken Schutz gegen alle Corona-Varianten

Ein Team an Wissenschaftlern um James Kobie von der Universität von Alabama in Birmingham scheint jetzt solche Antikörper gefunden zu haben. Und zwar im Blut von Patienten, die sich von Corona erholt hatten. Das berichtet aerzteblatt.de.

Insgesamt wurden 17 Antikörper gefunden. Davon waren vier in der Lage, das Corona-Virus „einschließlich der Beta- und Omikron-Varianten zu neutralisieren“, um möglicherweise Corona-Infektionen mit Symptomen und Verlauf wie bei Omikron BA.5 noch vor dem Ausbruch zu bekämpfen.

Schutz gegen alle Corona-Subtypen: Antikörper 1249A8 neutralisiert nicht nur Omikron und Delta

Die besten Testergebnisse wurden offenbar mit dem Antikörper „1249A8“ erzielt. Er neutralisierte nicht nur den Corona-Wildtyp aus Wuhan, wo Covid-19 zuerst festgestellt wurde, sondern auch seine Corona-Syptypen Beta, Gamma, Delta, Epsilon und Omikron.

Aber warum wirkt ausgerechnet dieser Antikörper gegen so viele Corona-Varianten? Der Grund: „1249A8“ dockt an einer unveränderlichen Stelle des Spike-Proteins an. Da alle Corona-Varianten diese Stelle am Protein haben, kann sich der Antikörper auch überall verbinden – und so das Coronavirus bekämpfen.

Schutz gegen Omikron und andere Corona-Varianten: Wissenschaftler finden Antikörper an Spike-Proteinen – eine Universal-Waffe gegen Corona?

Das Coronavirus, egal ob Omikron oder alle anderen Corona-Varianten, braucht das Spike-Protein, damit es eine Zelle befallen kann. Und zwar so: Das Protein bindet sich an einen Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Zellen. Das Virus kann so mit der Zellmembran verschmelzen und sein Erbgut ins Zellinnere entlassen – wir werden krank. Deshalb könnte sich die Entdeckung des Antikörpers als Schutz gegen das Coronavirus in Form von Omikron und die anderen Corona-Varianten und-Subtypen als Durchbruch in der Forschung herausstellen.

Neue Corona-Varianten weisen immer wieder eine Vielzahl von Veränderungen im Spike-Protein auf. Das Virus entwickelt sich durch Mutationen weiter, um die Immunantwort des Menschen zu umgehen. Die Omikron-Variante hat etwa bereits über 30 unterschiedliche Punktmutationen.

3D-Darstellung von Corona-Viren
Grafik von Corona-Viren: Ein universeller Antikörper könnte vor allen Varianten schützen. (Symbolfoto) © Imago

Deswegen brauchen wir eine „Universal-Waffe“, oder besser, ein Universal-Medikament, um jeden Subtypen und jede Variante des Coronavirus zu bekämpfen. Werden wir dieses dank der US-Wissenschaftler bald entwickeln können?

Omikron: Wann kommt das Medikament gegen alle Corona-Varianten?

Der Antikörper „1249A8“ schützte in dem Versuch der Wissenschaftler aus Bermingham Mäuse vor Corona: Die Viren waren innerhalb von vier Tagen aus den Lungen der Tiere verschwunden.

Dazu kann „1249A8“ gut mit dem Antikörper „1213H7“ zusammenarbeiten. Die Firma Aridis aus Kalifornien hat beide Antikörper bei einem Versuch mit infizierten Hamstern untersucht. Die Virustiter in Nase und Lungen seien deutlich vermindert gewesen. Die Ergebnisse könnten laut aerzteblatt.de zu einer Entwicklung neuer universeller Antikörperpräparate (Medikamente) führen. Der Hersteller Aridis hat die beiden Antikörper bereits in das Medikament „AR-701“ aufgenommen, welches per Inhalation eingenommen werden kann. „Die Antikörper werden dabei modifiziert, um die Wirksamkeit auf ein Jahr oder län­ger auszudehnen.“

Forschungsleiter James Kobie sagt: „Die Suche nach neuen Arzneimitteln und Impfstoffstrategien mit universeller Aktivität gegen das Coronavirus ist von entscheidender Bedeutung, um die Menschheit vor den aktuellen und zukünftigen Ausbrüchen oder Pandemien des Beta-Coronavirus zu schützen.“ Die Entdeckung des Antikörpers könnte also der Durchbruch für ein Ende der Corona-Pandemie sein und möglicherweise Symptomen von Omikron BA.5 wie Nachtschweiß, Übelkeit oder Ausschlag vorbeugen.

Medikamente gegen Corona: Lauterbach setzt auf Nasen-Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat den deutschen Bürgern kürzlich Hoffnung gemacht und gesagt, wann das Ende der Corona-Pandemie sein wird. Er setzt dabei auf Nasen-Impfstoffe. Nasen-Impfstoffe erzeugen in der Nase eine gewisse Schleimhautimmunität. Somit könnte eine Infektion verhindert werden, denn das Virus befällt zuerst die Schleimhäute der Atemwege. Corona könnte sich nicht mehr ausbreiten – das wäre das Ende der Pandemie. Auch wenn Lauterbach durch die Impfdurchbrüche, die durch Omikron BA.5 hervorgerufen, sich weiterhin alarmiert zeigt.

Derzeit sind einige Nasensprays als Impfstoffe gegen Corona in der Entwicklung. Wann diese auf dem Markt kommen, lässt sich nicht sagen. Der Grund: Die Nähe der Nasenschleimhäute zum Gehirn könnte zu gefährlichen neurologischen Nebenwirkungen führen. Das bedeutet: Die Wissenschaftler müssen die Nasen-Impfstoffe ganz genau auf mögliche Risiken für den Menschen testen, bevor sie zugelassen werden können. Wann genau das sein wird, lässt sich noch nicht absehen. Fest steht: Ein Ende der Pandemie ist in Sicht. (Jennifer Köllen)

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