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Vollständig immunisiert

Corona: Genesene oder Geimpfte – welche Antikörper schützen „besser“?

  • VonDavid Suárez Caspar
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Genese und Geimpfte werden nicht mehr schwer an Corona erkranken. Trotzdem können sie sich infizieren und andere anstecken.

Frankfurt - Immunität heißt nicht gleich, dass man nicht mehr ansteckend ist. Bereits bei den Zulassungsstudien für die Corona-Impfstoffe fiel auf, dass sich Immunisierte wieder infizieren können. Auch sind Immunisierte nicht gleich infektiös. Zudem haben Bluttests ergeben, dass sich die Antikörper von Genesenen und Geimpften unterscheiden.

Entscheidend bei Geimpften ist auch das Alter. In einer dänischen Untersuchung wurden Beschäftigte im Gesundheitswesen und die Bewohnerschaft von Pflegeheimen nach einer zweiten Biontech-Impfung auf ihre Ansteckungsfähigkeit geprüft. Die Beschäftigten wiesen einen Impfschutz von 90 Prozent auf. Die Bewohnerschaft der Pflegeheime jedoch nur 64 Prozent. In einer Studie von Astrazeneca wurden vollständig Geimpfte wöchentlich auf Corona getestet. Je nach Impfordnung waren 50 bis 67 Prozent vor einer erneuten Infektion geschützt.

Corona: Wie ansteckend sind Genese und Geimpfte?

Noch entscheidender ist die Frage, inwiefern Geimpfte eine so hohe Virenlast im Rachen haben, dass sie andere infizieren können. Weltweit gibt es dazu bisher nur eine Registeranalyse aus Schottland. Die Studie wertete Gesundheitsdaten von 144.525 Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal sowie von 194.362 Menschen, die mit ihnen zusammenwohnten, aus. Das Forschungsteam vom Institute of Health and Wellbeing errechnete eine Schutzwirkung von 60 Prozent für enge Kontakte.

Bei Genesenen scheint der Schutz höher als bei Geimpften zu sein. Die Europäische Seuchenbehörde (ECDC) berichtet, dass Neuinfektionen bei Genesenen im Vergleich zu Geimpften seltener auftreten. Die Schutzwirkung sei nach vollständiger Immunisierung noch fünf bis sieben Monate „sehr hoch“. Je nach Studie lag sie bei 81 bis 100 Prozent. Noch unerforscht bleibt, ob Infektionen bei Genesenen mit einer niedrigeren Virenlast korrelieren.

Corona: Antikörper von Genenesen und Geimpften unterscheiden sich

Claudia Denkinger, Infektiologin am Universitätsklinikum Heidelberg, forscht anhand von Antikörpern in Blutproben zusammen mit ihrem Team nach einer möglichen Therapie für Covid-Kranke. Doch nicht jedes Blutplasma eignet sich für eine Therapie: „Zunächst einmal müssen die Antikörperspiegel hoch sein, außerdem brauchen wir gute Antikörper, solche, die besonders genau und fest an die Viren binden“, erklärte Denkinger.

Genese und Geimpfte werden nicht mehr schwer an Corona erkranken. Trotzdem können sie sich infizieren und andere anstecken. 

Die Antikörper der Geimpften seien entgegen der Genesenen sehr einheitlich und sind mit dem sehr potenten Antikörper vom Typ IgG ausgestattet. Jedoch fehlt ihnen Typ IgA komplett. „Diese IgA-Antikörper sind sehr mobil, sie dringen direkt in die Schleimhäute ein, patrouillieren dort nach Viren“, sagt Denkinger. Ohne IgAs könnte ein Erreger wie Sars-CoV-2 jedoch eine zeit lang im Körper unbemerkt bleiben.

Corona-Varianten breiten sich häufiger bei Immunisierten aus

Die Forschung weist zudem auf die Risiken der Corona-Varianten, wie B.1.351 aus Südafrika, B.1.1.7 aus England oder P1 aus Brasilien, hin. Die ECDC erinnert, dass die meisten Impfstoff-Studien gemacht wurden, „bevor die besorgniserregenden Varianten zirkulierten. Es gibt inzwischen Hinweise, dass die Impfstoffe bei den Varianten weniger effektiv sind.“ Dasselbe gilt für natürlich erworbene Immunität.

Daten aus Israel bestätigen die Annahme der ECDC. Obwohl die südafrikanische Variante B.1.351 bei Erstinfektionen nur vergleichsweise in 1 von 100 Fällen ausmachte, infizierten sich Geimpfte achtmal häufiger mit B.1.351, als die ungeimpfte Gruppe. (David Suárez Caspar)

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt

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