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Coronavirus

Corona: Antikörper auch nach acht Monaten noch nachweisbar

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Studien zur Immunität deuten darauf hin, dass man nach einer Infektion für längere Zeit geschützt ist, Allerdings scheint es individuelle Unterschiede zu geben.

  • Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, ist in aller Regel danach immun.
  • Aber wie lange hält der Schutz an?
  • Ein Forschungsteam der University of California hat Blutproben über einen längeren Zeitraum analysiert.

Wie lange ist man nach einer überstandenen Infektion mit dem Coronavirus immun? Diese Frage treibt die Wissenschaft seit Beginn der Pandemie um. Denn die Antwort würde klären, ob Menschen sich mehrfach mit dem Erreger anstecken können – und auch einen Hinweis geben, wie lange der Schutz einer Imfung anhält und in welchen Abständen diese gegebenenfalls wiederholt werden muss.

Antikörper greifen die Viren direkt an

Um es vorwegzunehmen: Eindeutig beantwortet ist diese Frage längst nicht. Aber es gibt einige neue Erkenntnisse. So deuten Studien darauf hin, dass verschiedene „Waffen“, die das Immunsystem bei einer Infektion produziert, mindestens acht Monate lang erhalten bleiben. Dazu gehören neutralisierende Antikörper, verschiedene Arten von T-Zellen und B-Gedächtniszellen. Sie alle sind Säulen der Abwehr und erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Antikörper greifen die Viren direkt an, indem sie an deren Oberfläche binden und die Erreger damit unschädlich machen. T-Zellen dagegen ziehen bereits infizierte Zellen aus dem Verkehr. B-Gedächntiszellen wiederum speichern den Bauplan für spezifische Antikörper und können der Produktion bei einer erneuten Konfrontation mit dem Erreger schnell wieder anwerfen. Auch wenn die Anzahl von einigen dieser Komponenten zurückgeht, so bedeutet es nicht automatisch, dass die Immunität verschwindet.

Antikörper binden direkt an das Virus, stellen aber nur ein Teil der Immunantwort dar.

Corona: Antikörper gehen mit der Zeit zurück

Den Verlauf des Immungeschehens hat ein Forschungsteam der University of California in San Diego bei 188 Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren, anhand der Analyse von Blutproben acht Monate lang verfolgt. Das Ergebnis wurde im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Bei 95 Prozent der Patient:innen ließen sich demnach nach fünf bis acht Monaten noch mindestens drei verschiedene Bestandteile der Immunantwort nachweisen. Zwar nahm die Menge an neutralisierenden Antikörpern mit der Zeit ab, bei 90 Prozent der Teilnehmer:innen waren aber bis zuletzt welche vorhanden.

Dass Antikörper mit der Zeit zurückgehen, wurde auch in China beobachtet. Bei einer Studie zu den Langzeitfolgen von Covid-19 mit mehr als 1700 Patient:innen, die in Wuhan im Krankenhaus behandelt wurden, stellte sich heraus, dass das Niveau an neutralisierenden Antikörpern bei 94 Prozent nach sechs Monaten um mehr als Hälfte (52,5 Prozent) gesunken war. Allerdings weiß man noch nicht genau, wie hoch die Konzentration an Antikörpern sein muss, um Schutz vor einer neuerlichen Infektion zu bieten.

Ehemals Infizierte könnten mindestens sechs bis acht Monate lang nicht mehr an Covid erkranken

Zurück zur Studie aus Kalifornien: Dort zeigte sich, dass manche Gedächtniszellen lange erhalten bleiben. Eine deutliche Abnahme war indes bei spezifischen T-Zellen zu beobachten. Nach einem Monat ließen sie sich noch bei 70 Prozent der Proband:innen nachweisen, nach sechs Monaten dann nur noch bei der Hälfte. Insgesamt gehen die US- Wissenschaftler:innen davon aus, dass ehemals Infizierte mindestens sechs bis acht Monate lang nicht mehr an Covid erkranken können. Es gebe eine gute Chance, dass sie zumindest vor schweren Verläufen geschützt seien, sagt Shane Crotty, Ko-Autor der Studie vom La Jolla Institute for Immunology. Seine Kollegin Daniela Weiskopf hält es für möglich, dass der Schutz nach einer Impfung ähnlich lange anhält. „Aber wir müssen abwarten, bis wir Daten dazu haben.“

Eine Einschränkung dieser insgesamt positiven Nachrichten gibt es aber: Die Studie bestätigte den Verdacht, dass es nicht nur bei der Immunreaktion, sondern auch beim Immunschutz individuelle Unterschiede gibt. Möglichweise hätten Menschen mit schwachem Immungedächtnis ein höheres Risiko für eine Reinfektion, sagt Crotty.

Eine im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte britische Studie mit mehr als 1200 Mitarbeiter:innen des Oxod University Hospitals kommt in puncto Dauer der Immunität zu einem ähnlichen Ergebnis. Allerdings richtete sich der Fokus hier nur auf die Antikörper. Bei den Proband:innen wurde regelmäßig das Blut untersucht. Ein Teil wies zum Studienstart Antikörper gegen das Virus auf. Aus dieser Gruppe infizierten sich in den folgenden Monaten nur 0,3 Prozent. Bei jenen, die zu Beginn keine Antikörper im Blut hatten, waren es drei Prozent. Die Studie ist aber nur eingeschränkt repräsentativ, da alte Menschen und Jugendliche nicht vertreten waren.

Rubriklistenbild: © Getty Images/Science Photo Libra

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