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Corona-Antigentests erkennen Omikron-Variante gut – Paul-Ehrlich-Institut widerspricht FDA

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Von: Tanja Banner

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Die meisten Antigen-Schnelltests erkennen die Corona-Variante Omikron so gut wie ihre Vorgänger, sagt das Paul-Ehrlich-Institut. (Symbolbild)
Die meisten Antigen-Schnelltests erkennen die Corona-Variante Omikron so gut wie ihre Vorgänger, sagt das Paul-Ehrlich-Institut. (Symbolbild) © IMAGO/Lobeca

Erkennen Corona-Schnelltests die Omikron-Variante schlechter als ihre Vorgänger? Das Paul-Ehrlich-Institut hat 20 Tests untersucht und hat eine Antwort.

Langen – Seit die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland vorherrschend ist, gibt es Bedenken, die gängigen Schnelltests könnten das Virus nun nicht mehr so gut erkennen. Unter anderem die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte im Dezember 2021 darauf hingewiesen, dass Antigentests gegenüber der Omikron-Variante eine verringerte Sensitivität aufweisen könnten. Doch Untersuchungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) geben keinen Hinweis auf eine verringerte Sensitivität von Antigenschnelltests gegenüber der Corona-Variante Omikron, wie das Ärzteblatt berichtet.

Bisher gab es vom Paul-Ehrlich-Institut eine Liste mit 199 Corona-Schnelltests, die bei höchster Viruslast mindestens 75 Prozent der tatsächlich erkrankten Personen erkannten. Zwanzig dieser Tests hat das PEI nun eigenen Angaben zufolge ausgewählt und die Falsch-Negativ-Rate gegenüber Omikron geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass alle schon 2021 positiv bewerteten Tests auch bei der Omikron-Variante eine Sensitivität von mindestens 75 Prozent haben – von 100 infizierten Personen erhalten also weniger als 25 Personen ein falsch-negatives Ergebnis.

Antigen-Schnelltests erkennen auch die Corona-Variante Omikron

Das PEI geht Berichten zufolge davon aus, dass sich die Ergebnisse der 20 Tests auf weitere Corona-Schnelltests mit ähnlichem Design übertragen lassen. Zwar wurden dieses Mal weniger Antigentests überprüft als 2021, jedoch hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Daten der Hersteller zu insgesamt 607 Antigenschnelltests angefordert. Dabei geht es vor allem darum, auf welchen Teil des Virus der Corona-Schnelltest anspricht. Die meisten Antigentests weisen das Nukleo-Protein (N-Protein) des Coronavirus nach. Die Mutationen der Omikron-Variante betreffen aber hauptsächlich das S-Protein.

Von den 428 eingegangenen Antworten zeigen nach Auskunft des PEI etwa 90 Prozent, dass die Mutationen, die Omikron von früheren Varianten unterscheiden, die Tests nicht beeinträchtigen. Bei 43 Tests könne man das dagegen nicht ausschließen, zitiert das Ärzteblatt eine PEI-Mitarbeiterin. „In diesen Fällen würde das BfArM die Hersteller auffor­dern, die Omikronerkennung seines Tests gezielt zu validieren. Diese Daten müssten eingereicht werden, um auf der BfArM-Liste bleiben zu können.“ Schnelltests, die gegenüber Omikron als „negativ“ bewertet würden, sollen aus den Listen von PEI und BfArM gestrichen werden.

Corona-Schnelltest: Aktualisierte Liste zeigt, welche Tests Omikron gut erkennen

Die Liste der Corona-Schnelltests, die von BfArM und Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht wurde, wurde mit den Ergebnissen zur Omikron-Variante aktualisiert. Es gibt nun eine Spalte „Omikron-Erkennung entsprechend der Binding-Prüfung des PEI“. Steht in dieser Spalte „ja“, erkennt der Test Omikron gleich gut wie vorherige Corona-Varianten. In einer weiteren Spalte ist vermerkt, ob der Test vom PEI validiert wurde.

Die Selbsttests für zu Hause unterscheiden sich laut PEI nicht groß von den Profitests: Testkassetten und analytische Eigenschaften seien die gleichen, sagte Nüblig. Daher geht das PEI davon aus, dass die Sensitivität gegenüber Omikron auch hier gegeben ist. Generell erkennen Antigentests Sars-CoV-2 weniger gut als PCR-Tests. Sie schlagen nur bei hoher Viruslast und damit in einem kleineren Zeitfenster an. (tab/dpa)

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