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Prince Charles Island
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Prince Charles Island: Die Aufnahme stammt vom 22. Juni 2016.

Nasa-Aufnahmen

„Cold Case“ in der Arktis: Forschende entschlüsseln mysteriöses Rätsel

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Tote Tiere auf zwei Inseln, im zeitlichen Abstand eines halben Jahrhunderts: Nasa-Aufnahmen und Wetterdaten entschlüsseln das Rätsel.

Prince Charles Island – Im Jahr 2016 fanden Forscherinnen und Forscher auf Prince Charles Island etwas vor, was sie mehr als fünf Jahre später als „Cold Case“ bezeichnen.

Dutzende Karibus lagen auf der kanadischen Insel in der Arktis verteilt, alle waren tot. Die Entdeckung der verwesenden Karibu-Kadaver machten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eher zufällig bei einem Überwachungsflug. „Anhand des Zustands der Kadaver und der Zersetzung der inneren Organe wurde geschätzt, dass der Tod mindestens einige Wochen vor der Ankunft des Teams eingetreten war, vielleicht im Spätwinter“, berichtet das Forschungsteam.

„Cold Case“ gelöst: Nasa-Aufnahme liefert entscheidenden Hinweis

Gemeinsam mit dem Umweltministerium von Nunavut, einer Region Kanadas, in welcher Inuit zuhause sind, begann die Spurensuche. Auf die richtige Fährte brachte die Forscherinnen und Forscher schließlich eine Aufnahme der Nasa, aufgenommen vom Satelliten „Landsat 8“.

Im Jahr 1966 beobachteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf St. Matthew Island, einer Insel Alaskas, mehr als 6000 Kilometer entfernt, Ähnliches. Dort wurden ebenfalls Kadaver gefunden, die Ursache dafür hingegen nicht.

St. Matthew Island aus der Luft: Die Aufnahme der Nasa stammt vom 17. Juni 2015.

Anhand eines Abgleichs von Wetterdaten der beiden Beobachtungen konnten die Forscherinnen und Forscher schließlich Gemeinsamkeiten beider Phänomene feststellen. „Meteorologische Daten von Prince Charles Island aus dem Winter 2015-2016 zeigen, dass im April 2016 große Stürme auftraten, eine Zeit, in der die Energiereserven der Karibus im Allgemeinen am niedrigsten sind“, heißt es im Forschungsbericht.

Zwei Inseln, ein Wetterphänomen

Daten aus dem Jahr 1966 zeigten beispielsweise, dass die Tiere bei bis zu minus 57,7 Grad Celsius auf St. Matthew Island ausharren mussten. Hinzu kamen rekordartige Schneemassen, was für eisigen Boden mit wenig Nahrungsmöglichkeiten sorgte. Tausende Tiere verendeten deshalb. Das extreme Wetterphänomen mit derartiger Ausprägung gilt als sehr selten.

Mittlerweile treten diese harten Winter nicht mehr auf. Dafür beschäftigt die Tiere in Regionen wie Alaska ein anderes Problem: der Klimawandel. Mildere Temperaturen lassen Regen statt Schnee fallen, was zu Bodeneis führen kann. Diese Schicht können Tiere wie Karibus nur schwer durchbrechen, um an Nährstoffe im Boden zu gelangen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel – und verweist auf eine Langzeitstudie, die zwischen den Jahren 1995 und 2011 durchgeführt wurde.

Ein europäisches Karibu.

Die in der Fachzeitschrift Biology Letters veröffentlichte Untersuchung kam zum Schluss, dass die Entwicklung des Klimawandels gewisse Arten immer weiter dezimieren könnte. Die Tierpopulation ging teilweise zurück, als beispielsweise 15 Millimeter Regen auf Schnee gemessen worden war, wie es von Seiten des norwegischen Instituts für Naturforschung hieß. Dafür untersuchten sie Rentiere in Spitzbergen.

Was den Klimawandel angeht, gehen Forscherinnen und Forscher bereits seit dem Jahr 2020 davon aus, dass gewisse Kipppunkte erreicht wurden. Deshalb werden Extremszenarien immer wahrscheinlicher. (tu)

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