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Die chinesische Raumstation „Tiangong-2“ im April 2017, als sie vom Raumschiff „Tianzhou 1“ besucht wurde. Mittlerweile ist „Tiangong-2“ abgestürzt.

China

Chinesische Raumstation „Tiangong-2“ über dem Südpazifik verglüht

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Die chinesische Raumstation „Tiangong-2“ hat ausgedient und ist über dem Südpazifik abgestürzt. Nicht alle Teile sind beim Absturz verglüht.

Die chinesische Raumstation „Tiangong-2“ („Himmlischer Palast“) umkreist seit September 2016 die Erde - doch nun hat die Raumstation ausgedient. „Tiangong-2“ ist sie von China fallen gelassen worden - im wahrsten Sinne des Wortes: Am heutigen Freitag (19.7.) hat die Raumstation ihre Triebwerke gezündet, um abzubremsen und ihre Erdumlaufbahn zu verlassen. Das hat dafür gesorgt, dass „Tiangong-2“ von der Schwerkraft der Erde angezogen wurde und in die Atmosphäre eintrat. 

Der größte Teil des 8,6 Tonnen schweren Raumschiffes sei verglüht, doch seien einige wenige Trümmer in einem entlegenen Seegebiet im südlichen Pazifik gestürzt, berichtete die Zeitung „Renmin Ribao“ online unter Berufung auf Chinas Raumfahrtprogramm.

Das chinesische Manned Space Engineering Office hatte zuvor erklärt, dass „Tiangong-2“ seine Experimente in der Erdumlaufbahn abgeschlossen habe.

Chinesische Raumstation „Tiangong-2“ soll heute abstürzen

Der Absturz der „Tiangong-2“ soll kontrolliert ablaufen - im Gegensatz zum Absturz der Vorgängerin, „Tiangong-1“: Die Raumstation konnte bereits seit Herbst 2017 nicht mehr gesteuert werden und stürzte im April 2018 unkontrolliert über dem Südpazifik ab. Dieses Mal teilt das Manned Space Engineering Office mit, die Raumstation sei nach ihren mehr als 1000 Tagen im Erdorbit in einem guten Zustand. Die Vorbereitungen für den Absturz sollen nach offiziellen Angaben gut laufen.

„Tiangong-2“ hat etwa die Größe eines Busses. Die Raumstation startete im September 2016 an Bord einer chinesischen „Langer Marsch“-Rakete ins All. Einen Monat später bekam die Raumstation Besuch: Zwei chinesische Astronauten hielten sich im Rahmen der Mission „Shenzhou 11“ 29 Tage lang auf der Raumstation auf und testeten unter anderem die Lebenserhaltungssysteme. Die Mission gilt bisher als der längste bemannte Flug in der chinesischen Raumfahrtgeschichte. 

Nachdem die Astronauten die Raumstation wieder verlassen hatten, schickte China im April 2017 einen unbemannten Frachter zur „Tiangong-2“, der insgesamt drei Mal an die Raumstation andockte und die Raumstation betankte. Außerdem wurden verschiedene Dockingmanöver getestet.

Raumstation, Mond und Mars - China hat große Ambitionen in der Raumfahrt

Die chinesischen Raumfahrt-Ambitionen sind groß, das Land gibt mittlerweile so viel Geld für seine zivilen und militärischen Raumfahrtprogramme aus, dass es direkt hinter den USA auf Platz zwei rangiert. Die OSZE schätzt das Budget der chinesischen Raumfahrt im Jahr 2017 auf 7,48 Milliarden Euro.

Auch interessant: Warum 2019 das Jahr des Mondes ist

Zuletzt ist es China gelungen, Anfang 2019 einen Rover auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen. Ende 2019 soll mit „Chang‘e 5“ bereits die nächste Mission zum Erdtrabanten aufbrechen und Mondgestein von dort zur Erde zurückbringen. Bis 2020 will China nach eigenen Angaben außerdem eine Mars-Mission absolvieren. 2022 soll ein Nachfolger der Raumstation „Tiangong-2“ ins All gebracht werden.

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