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Chinesische Raumfahrt

„Chang‘e 5“: China hisst Flagge auf dem Mond - Sonde sammelt Mondgestein

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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China hat seine Flagge auf dem Mond gehisst. Die Raumsonde „Chang‘e 5“ hat dort Proben genommen. Noch im Dezember sollen sie auf der Erde ankommen.

  • China landet die Raumsonde „Chang‘e 5“ auf dem Mond und sammelt zwei Kilogramm Mondgestein ein.
  • Die Gesteinsproben sollen noch im Dezember 2020 auf die Erde zurückgebracht werden - Chinas Mondmission gilt als sehr komplex.
  • Neues rund um Weltraumforschung, den Mond und das Weltall.

Update vom Sonntag, 6. Dezember 2020, 11.03 Uhr: Der Mondsonde „Chang‘e 5“ aus China ist es erstmals gelungen, mit Gesteinsproben an ihr Mutterschiff anzudocken. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitiert die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA mit den Worten: „Rendezvous und Andocken in der Mondumlaufbahn“.

Mondgestein: Die Raumsonde „Chang‘e 5“ aus China sammelt Bodenproben auf dem Mond.

Im Rahmen des nach einer mythischen chinesischen Mondgöttin benannten Programmes „Chang‘e-5“ ließ es sich China nicht nehmen, eine chinesische Flagge auf dem Mond zu hissen. Bereits in den nächsten Tage sollen die Bodenproben, welche die Raumsonde genommen hat, mit einer Kapsel in der Mongolei landen. Wenn die Mission gelingt, wäre China nach den USA und der Sowjetunion erst das dritte Land, dem es gelingt, Boden- und Gesteinsproben vom Mond zur Erde zu bringen. 

Update vom Donnerstag, 3. Dezember 2020, 10.10 Uhr: Die Raumsonde „Chang‘e 5“ aus China hat nach Angaben der Nationalen Raumfahrtbehörde (CNSA) erfolgreich Gesteinsproben vom Mond eingesammelt. Nun bereite sich die Sonde darauf vor, die Proben zurück zur Erde zu schicken, so die Behörde. „Chang‘e 5“ habe insgesamt zwei Kilogramm Material vom Mond eingesammelt. Dieses Material wird nun in einem speziellen Behälter verstaut, der noch im Dezember in der Inneren Mongolei landen soll.

Die Sonde „Chang‘e 5“ war am 1. Dezember in einer bisher unerforschten Region des Mondes gelandet. Die Proben, die die Raumsonde dort genommen hat, sollen neue Erkenntnisse zum Ursprung des Mondes liefern. Bisher haben nur amerikanische und sowjetische Mondmissionen Gestein vom Erdtrabanten gebracht. Geling die chinesische Mission, wäre China das dritte Land, das Mondgestein zur Erde bringt. Es ist die erste solche Mission seit vier Jahrzehnten.

Chinas Sonde ist auf dem Mond gelandet: „Chang‘e 5“ soll dort Mondgestein einsammeln.

Chinas Mond-Mission: „Chang‘e 5“ ist weich gelandet

Update vom Dienstag, 1. Dezember 2020, 16.30 Uhr: Wie Chinas Staatssender CCTV meldet, ist die Raumsonde „Chang‘e 5“ auf dem Mond gelandet. Die Raumsonde, deren direkter Vorgänger „Chang‘e 4“ auf der Rückseite des Mondes noch aktiv ist, soll in einer Mondregion namens Mons Rümker bohren - und anschließend bis zu 2 Kilogramm Mondgestein zur Erde zurücktransportieren. Die Mond-Proben werden noch im Dezember auf der Erde erwartet.

Ambitionierte Mission aus China: „Chang‘e 5“ auf dem Weg zum Mond

Update vom Dienstag, 24. November 2020: Eine chinesische Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“ hat die Mond-Mission „Chang‘e 5“ ins All befördert. Etwa eineinhalb Stunden nach dem Start faltete „Chang‘e 5“ die Sonnensegel für die Stromversorgung aus, kurz darauf verkündete der Kommandeur des Kontrollzentrums den „vollen Erfolg“ des Starts. Die Proben vom Mond, die etwa 23 Tage nach dem Start mit einer Kapsel in der inneren Mongolei ankommen sollen, sollen nach Auskunft aus China von chinesischen und ausländischen Forschern untersucht werden.

Chinas Raumsonde „Chang‘e 5“ soll chinesischen Staatsmedien zufolge auf dem Mond gelandet sein.

China und der Mond: Ehrgeizige Mission „Chang‘e 5“ soll Gestein zur Erde bringen

Erstmeldung vom Donnerstag, 19. November 2020: China verfolgt seit vielen Jahren ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Nach dem Start der Mars-Sonde „Tianwen-1“ im Sommer, ist nun der Mond erneut das Ziel Chinas. Noch bevor „Tianwen-1“ im Februar 2021 den Mars erreicht, soll die Mond-Mission „Chang‘e 5“ abgeschlossen sein, denn sie verfolgt nur ein Ziel: Sie soll Mondgestein zur Erde bringen. Allerdings macht dieses Ziel die Mission sehr komplex.

China: Mond-Mission „Chang‘e 5“ soll Mondgestein zur Erde bringen

Die Mission „Chang‘e 5“ soll mit einer Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“ vom chinesischen Weltraumbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan abheben. An Bord der Rakete wird die Sonde sein, die etwa 8,2 Tonnen wiegt und aus vier Modulen besteht:

  • Der Lander: Er wird (gemeinsam mit der Aufstiegsstufe) auf dem Mond landen.
  • Die Aufstiegsstufe: Sie wird mit dem Lander auf dem Mond landen und anschließend - mit Mondgestein - in die Umlaufbahn zurückkehren.
  • Der Orbiter: Er umkreist (gemeinsam mit der Wiedereintrittskapsel) den Mond - an ihn dockt die Aufstiegsstufe an.
  • Die Wiedereintrittskapsel: Sie umkreist mit dem Orbiter den Mond und bringt die Mond-Proben zurück zur Erde.

Chinesische Mond-Mission „Chang‘e 5“: Zwei Kilogramm Mondgestein

Ziel der Mission „Chang‘e 5“ ist es, zwei Kilogramm Mondgestein zur Erforschung auf die Erde zu bringen. Für die Entnahme der Proben wurde der Vulkanberg Mons Rümker im Nordwesten des Mondes ausgesucht. Die Region liegt im so genannten Oceanus Procellarum, dem größten „Mondmeer“, und enthält geologische Formationen, die etwa 1,2 Milliarden Jahre alt sind. Zum Vergleich: die Mondproben, die die „Apollo“-Astronauten der Nasa in den 1960er und 1970er Jahren zur Erde zurückbrachten, sind zwischen 3,1 und 4,4 Milliarden Jahren alt. Gelingt die Mission, wäre China das dritte Land nach den USA und der ehemaligen Sowjetunion, das Mondgestein zur Erde gebracht hat.

Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“ startet mit Chinas Mond-Mission „Chang‘e 5“.

Mond-Mission „Chang‘e 5“: Chinas Sonde soll nach Sonnenaufgang landen

Weil die Temperaturen auf dem Mond sehr unangenehm werden können - bis zu 127 Grad Celsius bei Sonneneinstrahlung und bis zu -183 Grad Celsius in der Nacht - gibt es einen genauen Plan, wann die chinesische Sonde landen soll: Kurz nach Sonnenaufgang auf dem Mond. Ein Mondtag dauert etwa zwei Wochen - und noch bevor die Sonne wieder untergeht, soll die Aufstiegsstufe mit den Gesteinsproben wieder von der Mondoberfläche abheben und in die Umlaufbahn zurückkehren. Dort wartet in einer Höhe von etwa 200 Kilometern der Orbiter mit der Wiedereintrittskapsel. Die Aufstiegsstufe soll an den Orbiter ankoppeln und das Mondgestein in der Wiedereintrittskapsel unterbringen. Diese Kapsel wird etwa 23 Tage nach dem Start der Rakete in der inneren Mongolei erwartet.

Der Start der Rakete vom Typ „Langer Marsch 5“, die die Raumsonde „Chang‘e 5“ in Richtung Mond befördern soll, ist offiziellen chinesischen Angaben zufolge für „Ende November“ geplant. Experten gehen davon aus, dass der Start am 24. November 2020 (Ortszeit) stattfinden wird. Die Landung des Mondgesteins dürfte dementsprechend am 16. oder 17. Dezember zu erwarten sein.

China hat eine ehrgeizige Raumfahrt-Strategie und erforscht den Mond gezielt

Die chinesische Mondmission „Chang‘e 5“ ist nur ein Baustein einer ehrgeizigen chinesischen Raumfahrt-Strategie. Seit etwa 20 Jahren hat China ein Programm, das den Mond in mehreren Phasen erforscht:

  • Phase 1: „Chang‘e 1“ und „Chang‘e 2“ umkreisten den Mond.
  • Phase 2: „Chang‘e 3“ gelang die weiche Landung auf dem Mond und das Aussetzen des Rovers „Yutu“.
  • Phase 2: „Chang‘e 4“ gelang die weiche Landung auf der Rückseite des Mondes und das Aussetzen des Rovers „Yutu 2“.

China landet auf dem Mond: Zwei Kilogramm Mondgestein zur Erde holen

Nachdem das Umkreisen des Mondes und die weiche Landung inklusive Aussetzen eines Orbiters gelang, ist die Mission „Chang‘e 5“ der erste Versuch der chinesischen Raumfahrt, Phase 3 durchzuführen: Mondgestein auf die Erde zu holen. Diese Phase der Monderkundung gilt als deutlich herausfordernder als die ersten beiden Phasen. Um auf einen Fehlschlag vorbereitet zu sein, wurde parallel zur Sonde „Chang‘e 5“ gleich auch die baugleiche Sonde „Chang‘e 6“ gebaut. Sie gilt als Backup, sollte etwas schiefgehen. Gelingt die Mission jedoch, dürfte „Chang‘e 6“ für den nächsten Schritt genutzt werden und in den kommenden Jahren am Südpol des Mondes landen.

Mittelfristig hat China das Ziel ausgegeben, eine „internationale Mondforschungs-Station“ auf dem Erdtrabanten einzurichten. Früher oder später sollen auch Astronaut:innen aus China zum Mond fliegen. Derzeit stammen die einzigen aktiven Gerätschaften auf dem Mond aus China: Der Lander „Chang‘e 3“ ist seit seiner Landung im Dezember 2013 auf dem Mond aktiv und auch die komplette „Chang‘e 4“-Mission, die auf der Rückseite des Mondes gelandet ist, ist noch im Einsatz: Neben dem Lander „Chang‘e 4“ ist das der Mondrover „Yutu 2“. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © afp

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