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Chinesische Mars-Mission in Gefahr? Offenbar Kontakt zu Rover und Orbiter abgebrochen

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Von: Tanja Banner

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Der chinesische Orbiter „Tianwen“ umkreist den Mars. (Archivbild)
Der chinesische Orbiter „Tianwen“ umkreist den Mars. (Archivbild) © imago/Xinhua

Die chinesische Mars-Mission leidet unter Problemen: Offenbar ist der Kontakt zum Rover „Zhurong“ abgebrochen. Der Orbiter „Tianwen“ reagiert nicht.

Peking – Als der chinesische Rover „Zhurong“ im Mai 2021 auf dem Mars landete, war der Jubel groß: China war es im ersten Anlauf nicht nur gelungen, eine Raumsonde in der Umlaufbahn des roten Planeten zu platzieren – gleichzeitig war es der Raumfahrtnation geglückt, einen Rover zu landen. Nach den USA war China damit erst die zweite Nation, der dieses Kunststück gelungen ist, berichtet hna.de.

Seit der Landung schickt „Zhurong“ über den Mars-Orbiter „Tianwen 1“ Daten zur Erde, durch die Forschende schon einiges über den roten Planeten herausfinden konnten. Doch nun gibt es offenbar Probleme mit der gesamten chinesischen Mars-Mission. Wie die englischsprachige Zeitung South China Morning Post berichtet, kann derzeit weder Kontakt zum Mars-Rover noch zu der Raumsonde, die den Planeten umkreist, hergestellt werden.

Chinesischer Mars-Rover „Zhurong“: Kontakt verloren

Der Rover „Zhurong“ befindet sich seit Mai 2022 in einer Art Winterschlaf, um die niedrigen Temperaturen und Staubstürme, die im marsianischen Winter üblich sind, möglichst unbeschadet zu überstehen. Doch seit etwa dem 26. Dezember sollten die Bedingungen in der Region des Mars, in der sich der Rover befindet, wieder besser werden. „Zhurong“ sollte Berichten zufolge automatisch aufwachen, wenn er über seine Solarpanels ausreichend Energie produzieren kann und die Temperaturen bis auf -15 Grad Celsius angestiegen sind.

Doch noch konnte nach Informationen der South China Morning Post kein Kontakt hergestellt werden. Die Zeitung zitiert anonyme Quellen, wonach bisher noch nicht bekannt sei, was das Problem ist. Am wahrscheinlichsten sei jedoch, dass „die Sandstürme ‚Zhurongs‘ Fähigkeit, seine Solarzellen zur Stromerzeugung zu nutzen, ernsthaft beeinträchtigt haben“, heißt es in dem Bericht. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bisher nicht.

Mars-Rover aus China wacht nicht auf – Orbiter reagiert nicht

Dafür berichtet die South China Morning Post über den Rettungsplan für Mars-Rover „Zhurong“, der ein weiteres Problem aufgedeckt haben soll. Der Orbiter „Tianwen 1“ sollte über den Rover fliegen, um zu prüfen, was los ist – dabei stellte sich heraus, dass der Orbiter offenbar nicht mit der Erde kommuniziert. „Eine in Peking ansässige Quelle sagte, dass die Bodenkontrolle beim Herunterladen der neuesten Daten von der mit zwei Kameras ausgestatteten Sonde in der Umlaufbahn auf Schwierigkeiten gestoßen sei“, heißt es in dem Bericht.

Geplant war, dass der Rover „Zhurong“ drei Monate auf dem Mars forscht – bis zu seinem Winterschlaf hat er bisher knapp ein Jahr lang auf dem Planeten gearbeitet. Dabei ist der chinesische Rover etwa 1921 Meter über den Planeten gefahren.

Im Gegensatz zu den Mars-Landegeräten der US-Raumfahrtorganisation Nasa hat der chinesische Rover „Zhurong“ Möglichkeiten, Staub von seinen Solarpanels zu entfernen. Unter anderem kann das Gerät seine Solarzellen so kippen, dass sie mehr Sonnenlicht einfangen können. Allerdings funktionieren diese Mechanismen nicht, wenn der Rover sich im Winterschlaf befindet. Das Nasa-Landegerät „InSight“ hat erst im Dezember 2022 den Geist aufgegeben, da es nach einem Staubsturm nicht mehr genug Energie produzieren konnte. (tab)

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