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Enorm musikalisch: der Buckelwal.
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Enorm musikalisch: der Buckelwal.

Ohrwürmer in See

Die Charts der Wale

Buckelwale sind höchst musikalisch. Gefällt ihnen eine Melodie, verbreitet sie sich von Wal zu Wal sogar über tausende Kilometer.

Auch Buckelwale haben eine Schwäche für Ohrwürmer. Offenbar kopieren die Männchen in der Paarungszeit besonders eingängige Songs von ihren Nebenbuhlern, und so verbreiten sich die Hits über tausende Kilometer im Ozean – meist von West nach Ost. Das berichten Biologen der Universität Queensland in Australien im Fachjournal „Current Biology“ (Bd. 21, Nr.8) vom Donnerstag.

Ein „Kulturaustausch“ auf so breiter Ebene sei bislang nur von Menschen bekannt, schreibt Ellen Garland. Eine Art Justin Bieber oder überhaupt Starkult gibt es unter den Walen aber wohl nicht: Die anderen lernen und kopieren den populärsten Song ganz schnell – „das ist der Konformitätsdruck“, meint Garland.

Unklar ist bislang, warum Wale überhaupt singen – entweder, um ihre Herzdame zu umgarnen, oder um Mitbewerber abzuwehren. „Wir glauben, dass die Männchen sich mit dem neuesten Song einfach von den anderen abheben wollen und hoffen, damit bei den Weibchen zu landen“, schrieb Garland.

Die Wale zeigen dabei Gespür für neue Trends. Manchmal enthalte der Gesang Elemente aus dem Nummer-eins-Hit der vorherigen Paarungszeit und werde nur mit neuen Tönen aufgemischt. „Das ist ein bisschen, als wenn man einen alten Beatles-Song mit Material von U2 mixt“, berichtete Garland. „Manchmal verschwinden die alten Songs aber völlig und die Wale singen ein ganz neues Lied.“

Mitarbeiter der Universität und des Südpazifischen Walforschungskonsortiums hatten Walgesänge von sechs Populationen im Pazifik über zehn Jahre angehört und ausgewertet. Innerhalb von zwei Jahren sangen die Wale vor Französisch-Polynesien die gleichen Hits wie ihre Artgenossen vor der Ostküste Australiens. Dazwischen liegen mehr als 6000 Kilometer. Wahrscheinlich wechseln einige Wale immer mal wieder ins Nachbargebiet und reichen die Songs dabei weiter.

Der „Musikmarkt“ funktioniert fast wie in der Menschenwelt: Aus den bevölkerungsreichen USA schwappen die meisten Hits in andere Gefilde. Die Populationen vor der australischen Küste sind auch größer als die Nachbargruppen. Sie haben entweder mehr Talente oder ignorieren die musikalischen Vorstöße der kleineren Gruppen einfach. Nur einmal kam ein Song mitten aus dem Pazifik Richtung Westen nach Australien – ein bisschen, wie wenn es „Tokio Hotel“ in die Top Ten der US-Charts schafft. (dpa)

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