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Neue Corona-Variante in Deutschland: Forschende wegen „Centaurus“ in Sorge

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Von: Helena Gries, Sarah Neumeyer

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Eine neue Corona-Variante bereitet Fachleuten Sorgen. BA.2.75 breitet sich auch in Deutschland aus. Doch was ist bereits über die „Centaurus“-Variante bekannt?

Frankfurt – Immer wieder werden weltweit neue Corona-Varianten entdeckt, zuletzt Omikron. Die Omikron-Sublinie BA.5 gilt laut Angaben des Robert Koch-Instituts derzeit als dominierende Variante, sie bestimmt schon länger das Pandemie-Geschehen in Deutschland. Nun haben Forschende allerdings eine weitere Variante des Coronavirus entdeckt.

Bisher wurden vom RKI fünf verschiedene Omikron-Sublinien erfasst. Bei der neuen Omikron-Variante BA.2.75 handelt es sich um eine zweite Generation der BA.2.-Variante, die im Winter in Deutschland dominierte. BA.2.75 wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge erstmals im Juni in Indien entdeckt. In Großbritannien wurde die Variante „Centaurus“-Variante getauft, berichtet die britische Zeitung The Guardian. Inzwischen gibt es in mehreren Ländern nachgewiesene Infektionen mit dieser Corona-Variante – neben Großbritannien, Indien und Deutschland auch in den USA, Australien und Kanada. Fachleute sind angesichts der neuen Omikron-Variante besorgt.

Neue Corona-Variante BA.2.75: „Centaurus“ bereitet Fachleuten Sorgen

Die neue Variante BA.2.75 soll sich ersten Erkenntnissen zufolge ungewöhnlich schnell verbreiten und beunruhigende Mutationen aufweisen. „Noch bevor wir mit der BA.5-Welle durch sind, müssen wir uns vielleicht schon auf die nächste vorbereiten“, schrieb der Molekularbiologe Ulrich Elling, der sich auf die Sequenzierung von Corona-Proben spezialisiert hat, auf Twitter.

Corona-Variante Centaurus
Expertinnen und Experten zeigen sich ob der Ausbreitung der Corona-Variante „Centaurus“ besorgt. (Symbolfoto) © Imago Images

In Indien wurde die neueste Mutation BA.2.75 in mehreren Bundesstaaten entdeckt und scheint sich schneller auszubreiten als andere Varianten, sagte Lipi Thukral, Wissenschaftlerin am CSIR Forschungsinstitut für Genetik und Integrative Biologie in Neu-Delhi gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press. Auch in Großbritannien ist die Zahl der Corona-Infektionen durch die neue Variante offenbar steil angestiegen – sogar schneller als durch BA.5, berichtet der Guardian.

Im Vergleich zur vorherigen Variante BA.2 weise BA.2.75 acht Mutationen am Spike-Protein auf – bei BA.5 seien es im Vergleich zu BA.2 nur drei Veränderungen an dieser Stelle, so Elling. Die insgesamt elf Mutationen von BA.2.75 könnten nach Einschätzung des Experten eine neue Infektionswelle auslösen. Eine Infektion mit BA.5 dürfe demnach kaum vor einer Ansteckung mit der neuen Variante schützen.

Corona-Variante BA.2.75: RKI und WHO haben sich noch nicht geäußert

Bei den bisherigen Omikron-Varianten deuten klare Symptome auf eine Infektion hin. Bei der neuen Variante BA.2.75 seien die Daten allerdings noch zu gering, um die Lage konkret zu beurteilen. Angesichts der bislang nur wenigen BA.2.75–Fälle ist es daher noch unklar, welchen Effekt die Variante tatsächlich auf die Pandemie haben wird.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Robert Koch-Institut haben sich bislang noch nicht zu der neuen Corona-Variante geäußert. Die britische Gesundheitsbehörde beobachte Medienberichten zufolge die Variante BA.2.75, stufe diese aber noch nicht als besorgniserregend ein. (Helena Gries, Sarah Neumeyer)

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