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Einem Spender wird eine Niere entnommen, die für eine Transplantation vorgesehen ist. (Archivbild)

Grundsatzurteil

BGH stellt hohe Ansprüche an Risikoaufklärung vor Lebend-Organspende

Potenzielle Lebend-Organspender müssen über sämtliche Risiken umfassend aufgeklärt werden, entscheidet der Bundesgerichtshof.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Grundsatzurteil hohe Ansprüche an die Risikoaufklärung vor Lebend-Organspenden gestellt. Der VI. Zivilsenat gab am Dienstag in Karlsruhe zwei Spendern Recht, die nach Nierenspenden unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden und Schadenersatz sowie Schmerzensgeld wegen unzureichender Aufklärung forderten.

Beide Fälle aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssen vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm zur Feststellung der Schadenshöhe neu verhandelt werden. Das OLG hatte zwar Fehler bei der Aufklärung festgestellt, etwa das Fehlen des vorgeschriebenen neutralen Arztes, die Klage der Spender aber abgewiesen.

Entscheidend sei, dass potenzielle Organspender über sämtliche Risiken umfassend aufgeklärt werden müssten, urteilten die BGH-Richter. „Denn die Einhaltung der Vorgaben des Transplantationsgesetzes ist unabdingbare Voraussetzung, wenn die Bereitschaft der Menschen zur Organspende langfristig gefördert werden soll“, sagte die Vorsitzende Richterin. (dpa)

(Az. VI ZR 318/17 und VI ZR 495/16)

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