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Corona-Variante P.1

Brasilien wieder mit Höchstwert bei den Corona-Opfern - Gesundheitssystem vor dem Kollaps

  • Tobias Möllers
    VonTobias Möllers
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  • Delia Friess
    Delia Friess
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In Brasilien steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rapide an. Die hoch ansteckende Variante P.1 könnte dafür verantwortlich sein. 

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 08:45 Uhr: Wieder ein Tageshöchstwert bei den Corona-Opfern in Brasilien: Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Dienstagabend (30.03.2021) 3.780 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den 24 Stunden zuvor.

Insgesamt sind in Brasilien 317.646 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, mehr als 12,6 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nur in den USA sind die Zahlen höher. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

In einem Feldkrankenhaus in Brasilien werden bis zu 110 Corona-Patienten behandelt. Das Gesundheitssystem in dem Land stößt an seine Grenzen.

Brasiliens Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch

+++ 21:45 Uhr: Mit einem Hilfsflug der Bundeswehr sind 80 Beatmungsgeräte aus Deutschland im besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Brasilien angekommen. Die Hilfsgüter seien in der Stadt Manaus entladen worden, teilten die Luftwaffe und das Auswärtige Amt am Abend auf Twitter mit. Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, der innerhalb des südamerikanischen Landes besonders viele Covid-19-Fälle hat.

Vor allem seit Februar hat sich die Lage in Brasilien nochmals deutlich verschärft. Zum einen halten viele Menschen die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ein, zum anderen ist die mittlerweile in dem südamerikanischen Land grassierende Virusvariante P.1 deutlich ansteckender als der ursprüngliche Covid-19-Erreger.

Corona in Brasilien: Gesundheitssystem bricht wegen Corona-Mutante P.1 zusammen

Update von Samstag, 27.03.2021, 18.10 Uhr: Brasilien hat erneut einen Tageshöchstwert bei den Corona-Toten registriert. 3.650 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 meldete das Gesundheitsministerium in Brasília am Freitagabend (Ortszeit) für die vergangenen 24 Stunden. Am Dienstag hatte Brasilien erstmals mehr als 3.000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten auf insgesamt 307.112. Mehr als 12,4 Millionen Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nur in den USA sind die Zahlen höher. 

Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland. Das Gesundheitssystem ist inzwischen vielerorts zusammengebrochen oder dabei zusammenzubrechen. Medikamente, unter anderem zur Intubation von Covid-19-Patienten, gehen zur Neige. Wie das Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf die Forschungseinrichtung „Fundação Oswaldo Cruz“ (Fiocruz) berichtet, deuten jüngste Daten auf eine Zunahme der Krankheit bei Jüngeren hin.

Corona In Brasilien: Aggressivere Mutation aus dem Amazonas macht den Experten Sorgen

Zahleiche Infektionen gehen dabei auf eine neue besonders aggressive Virusmutation aus dem Amazonas zurück. Die Virusvariante P.1 hat sich in mindestens sieben brasilianischen Bundesstaaten durchgesetzt und wird inzwischen auch immer häufiger im benachbarten Uruguay nachgewiesen. Einzelne Fälle von P.1 wurden auch bereits in Deutschland gemeldet.

Die Amazonas-Variante wird als deutlich gefährlicher als der Wildtyp des Coronavirus eingeschätzt. P.1 könnte bis zu doppelt so infektiös sein. Brisante Erkenntnisse liefert außerdem eine Studie aus Brasilien und Großbritannien. Demnach könnte P.1 die Immunabwehr genesener Corona-Kranker umgehen. Bis zu 60 Prozent könnten sich daher ein zweites Mal mit dem Coronavirus infizieren – dieses Mal mit der aggressiveren Amazonas-Variante.

Corona-Krise: Zahl der Neuinfektionen in Brasilien steigt stark an

Update Freitag, 26.03.2021, 05.00 Uhr: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Brasilien hat einen neuen Höchststand von mehr als 100.000 Fällen erreicht. Binnen 24 Stunden seien 100.158 Ansteckungen nachgewiesen worden, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mit. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in dem südamerikanischen Land auf 12,3 Millionen.

Ein Mann legt eine Rose auf eine Bahre mit Laken und Kissen, während eines Protestes im Gedenken an die rund 300.000 Corona-Toten in Brasilien. In Brasilien sind zudem zum ersten Mal mehr als 3000 Menschen an einem Tag nach einer Corona-Infektion gestorben.

Mit 2777 weiteren Opfern innerhalb eines Tages hat Brasilien mittlerweile 303.462 Corona-Tote zu beklagen. Nur in den USA wurden noch mehr Infektionen und Todesfälle registriert.

In Brasilien hat sich die Lage seit Februar verschärft. Zum einen halten viele Menschen die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ein, zum anderen ist die mittlerweile in Brasilien grassierende Virusvariante P1 offenbar deutlich ansteckender als der ursprüngliche Covid-19-Erreger.

Brasilianische Virus-Variante P.1 schürt Ängste: Warnung vor globaler Bedrohung

Erstmeldung vom 25.03.2021: Brasilien - Während sich in Europa und in Deutschland vor allem die britische Variante des Coronavirus ausbreitet, geht in Brasilien die Angst vor weiteren Corona-Mutanten um. Und auch der Rest der Welt sorgt sich, ob die brasilianische Virusvariante und die vielfach kritisierte Corona-Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu einer neuen Bedrohung werden könnte.

Insbesondere in Ländern, in denen das ursprüngliche Coronavirus bereits weit verbreitet ist, sucht sich das Virus durch Mutationen neue Wege. In Brasilien, dem am zweitstärksten betroffenen Land nach den USA, breitet sich verstärkt die Variante P.1 aus. Zunächst wurde die brasilianische Variante im vergangenen Herbst in Manaus nachgewiesen. P.1 gilt als noch ansteckender als die britische Variante. Im Fachmagazin „Science“ berichtete ein Forscherteam aus São Paulo Anfang Januar, dass im August 2020 bereits 44 Prozent der Bevölkerung in Manaus Antikörper aufgewiesen habe, im Oktober 2020 sollen es bereits über 70 Prozent gewesen sein. Es war also wohl bereits eine Form der Herdenimmunität eingetreten.

Als weltweit erst zweites Land hat Brasilien die Marke von 3000 an einem Tag erfassten Corona-Toten durchbrochen.

Corona-Mutation: Brasilianische Mutante breitet sich aus

Laut einer Pre-Print Studie, die Anfang März veröffentlicht wurde, soll die neue Variante bei 25 bis 61 Prozent der Fällen in Manaus zu einer erneuten Infektion geführt haben.

Wissenschaftler:innen rechnen nun damit, dass der Durchschnitt in Brasilien zukünftig bei bis zu 3500 Toten pro Tag liegen wird. Mehr als 12,2 Millionen Menschen in Brasilien haben sich bereits infiziert. „Diese neue Variante scheint eine größere Geschwindigkeit der Ansteckung zu haben. Die Fälle scheinen sich schneller zu entwickeln“, sagte der Epidemiologe Diego Xavier von der Forschungseinrichtung „Fundação Oswaldo Cruz“ (Fiocruz) der dpa. Die brasilianische Infektiologin Denise Garrett, Vizepräsidentin des Sabin Vaccine Institute (Washington), sagte der BBC sogar, dass Brasilien zu einer globalen Bedrohung geworden sei.

Brasilien: Mutante P.1 könnte zur globalen Gefahr werden

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer und der umstrittene Impfstoff Astrazeneca wirken ersten Studien zufolge allerdings besser gegen die brasilianische Mutante als zunächst vermutet. Allerdings könnten bei einer hohen Infektionsrate auch neue Mutationen entstehen.

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Die schnelle Verbreitung des Coronavirus in Brasilien wird von Expert:innen auf die Verharmlosung des Virus und die umstrittene Corona-Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sowie die schlechte Gesundheitsversorgung und prekären Lebensbedingungen in Brasilien zurückgeführt.

Einige europäische Länder haben den Flugverkehr mit Brasilien aufgrund der Virusvariante untersagt. Deutschland erlaubt den Flugverkehr unter strengen Sicherheitsbedingungen, über die das Auswärtige Amt informiert. (Delia Friess) Corona in Indien: Doppel-Mutante entdeckt

Rubriklistenbild: © Andre Penner / dpa

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