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Luftaufnahme des Nationalparks Chapada dos Veadeiros in Goias (Brasilien), nachdem es 2017 von einem Großbrand heimgesucht wurde.
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Luftaufnahme des Nationalparks Chapada dos Veadeiros in Goias (Brasilien), nachdem es 2017 von einem Großbrand heimgesucht wurde. Mehr als 80 Prozent des Parks wurden zerstört.

Brasilien

Brände nicht nur am Amazonas

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Auch in den Savannen Brasiliens tobten immer wieder Flächenbrände. Eine Untersuchung zeigt, wie groß die Bedrohung für diese empfindlichen Ökosysteme tatsächlich ist.

Brasilien will den Wald besser schützen, so zumindest die offizielle Ansage. Allerdings unter Bedingungen. Auf der Basis des Pariser Klimaabkommens hat die Regierung Bolsonaro von den reichen Industrienationen kürzlich zehn Milliarden Dollar pro Jahr für Waldschutz verlangt. Im Gegenzug könne Brasilien bereits 2050 klimaneutral werden – und nicht erst 2060. Umweltschützer halten das für einen Erpressungsversuch. Motto: Geld her – oder der Kahlschlag geht weiter.

Wie wichtig der Waldschutz in Brasilien, wäre, zeigt sich nicht nur im Amazonas-Regenwald, wo die Zerstörung seit Amtsantritt von Präsident Jair Bolsonaro vor zwei Jahren wieder deutlich zugenommen hat. Auch in den Savannen des Landes treten in den vergangenen Jahren Flächenbrände auf, die die dortigen Uferwälder stark in Mitleidenschaft ziehen. Eine neue Untersuchung zeigt, wie groß die Bedrohung für diese empfindlichen Ökosysteme tatsächlich ist.

Feuer wüten im Cerrado

Tropische Savannen gehören weltweit zu den Lebensräumen mit der größten biologischen Vielfalt. Dort finden sich nicht nur die typischen Gras- und Buschlandschaften. Vor allem in den Uferzonen von Bächen und Flüssen wachsen auch immergrüne Wälder. In Brasilien zählt der Cerrado in der Zentralhochebene des Landes dazu. Mit einer Fläche von über zwei Millionen Quadratkilometern fast sechsmal so groß wie Deutschland bietet er rund 12.000 Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum. Gerade die Uferwälder sind wichtige Lebensräume für Großtiere wie Jaguare,

Der Cerrado steht unter einem enormen Nutzungsdruck durch Land- und Viehwirtschaft. „Der Vegetationsverlust ist hier sogar schlimmer als im tropischen Regenwald am Amazonas, denn die betroffene Fläche ist deutlich größer“, sagt die Wissenschaftlerin Anna Abrahão von der Universität Stuttgart-Hohenheim, die an der Untersuchung beteiligt war.

Vor allem in den Naturschutzgebieten treten laut Studie regelmäßig Flächenbrände auf. So breitete sich im Oktober 2017 ein Feuer über die Savannenlandschaften des Nationalparks Chapada dos Veadeiros aus, das über 80 Prozent des Parks zerstörte. Wie groß die Folgen dieses Brandes speziell für die Uferwälder waren, haben Abrahão und ein internationales Forschungsteams untersucht. Ergebnis: Waren 2003 noch mehr als 90 Prozent der Fläche in Uferwäldern vom Kronendach der Bäume bedeckt, sank diese Fläche nach 2017 deutlich, in einigen Wäldern auf nur noch 20 Prozent.

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