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Der britische Premier Boris Johnson hat kürzlich sein Team für die Weltklimakonferenz vorgestellt - ausschließlich Männer, keine einzige Frau.

Weltklimakonferenz

Boris Johnson stellt Klima-Team vor: Und wo sind die Frauen?

  • vonVerena Kern
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Dem Team, das die nächste Weltklimakonferenz COP 26 in Glasgow vorbereitet, gehören bislang nur Männer an. Die Kolumne.

London - Die britische Regierung hat kürzlich das Team vorgestellt, das die nächste Weltklimakonferenz COP 26 in Glasgow vorbereiten und leiten soll. Das Team ist hochkarätig besetzt, zahlreiche Minister gehören ihm an, auch Regierungschef Boris Johnson spielt eine wichtige Rolle, dazu der frühere Chef der Bank of England, altgediente Klimadiplomaten und und und. Bloß – es sind ausschließlich Männer, keine einzige Frau ist dabei.

Weltklimakonferenz COP 26 in Glasgow: Keine einzige Frau ist im Team der britischen Regierung

Die Entscheidung ist kein gutes Signal. Nicht nur, weil die Nichtbeteiligung von Frauen bei der Vorbereitung einer so wichtigen Konferenz ein vorgestriges Denken offenbart, mit dem die Probleme der Gegenwart schwerlich angemessen bearbeitet werden können. Zweitens: Die einseitige Auswahl wirft schwierige Fragen auf. Wenn eine Konferenz zu einer der größten Fragen der Menschheit nur von Männern organisiert wird, heißt das dann, dass der Klimawandel gar kein Menschheitsthema ist, sondern nur Männer etwas angeht?

Klimawandel: Frauen sind stärker betroffen und haben geringeren CO2-Fußabdruck

Drittens verspielt die Johnson-Regierung erneut Vertrauen, das gerade bei internationalen Klimaverhandlungen unabdingbar ist. Trotz der Entscheidung für ein all-male-team ließ Johnson einen Sprecher verkünden, Großbritannien sei entschlossen, bei seinem COP-Vorsitz Diversität und Inklusion in den Vordergrund zu stellen. In der Praxis sieht das jetzt ganz anders aus.

Klimaverhandlungen in Glasgow: Männer neigen dazu, den Status quo zu verteidigen

Und viertens, ignoriert der Beschluss wissenschaftliche Erkenntnisse, die für das Gelingen der COP wesentlich sind. Da ist zunächst einmal die empirisch gut belegte Beobachtung, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielen. Und dass diese Ergebnisse mehr Akzeptanz genießen. Auf dieses Plus zu verzichten, wäre fahrlässig. Von der Forschung nachgewiesen ist außerdem, dass Frauen im Durchschnitt stärker vom Klimawandel betroffen sind, einen geringeren CO2-Fußabdruck haben als Männer und sich für Klimaschutz mehr interessieren und engagieren, wie sich beispielsweise bei der Fridays-for-Future-Bewegung beobachten lässt. Studien zeigen auch, dass Männer eher dazu neigen, den Status quo zu verteidigen, da er in der Regel mit Vorteilen für sie verbunden ist.

Johnsons Auswahl wurde sowohl von zivilgesellschaftlichen Gruppen als auch von Unternehmen kritisiert. Noch bleibt Zeit, die Entscheidung zu korrigieren. Die COP 26 soll im November 2021 stattfinden.

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