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Pandemie

Dritte Corona-Impfung: Ab wann die Booster-Impfung rechtlich gültig ist

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
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Fachleute betonen, wie wichtig der sogenannte Booster im Kampf gegen Corona ist. Doch ab welchem Zeitpunkt gilt die dritte Impfung rechtlich?

Update vom Mittwoch, 15.12.2021, 8.30 Uhr: Am Dienstag (14.12.2021) tagten die Gesundheitsminister bei einem Corona-Gipfel. Neben verschärften Maßnahmen bei der Einreise nach Deutschland besprach die Runde auch neue Regelungen bezüglich geboosterter Bürgerinnen und Bürger. Dass für Personen mit einer Auffrischungsimpfung die Testpflicht bei 2G+ wegfallen könnte, stand bereits vorher zur Debatte. Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) legten nun diese Lockerung für geboosterte Personen vorerst fest.

Klar war bisher auch noch nicht, wie viele Tage nach einer Auffrischungsimpfung eine Person rechtlich als geboostert gilt. Das Impfzertifikat kann man in der Regel direkt nach der Auffrischungsimpfung per QR-Code in die Corona-WarnApp oder die CovPass-App eintragen. Doch zählt man dann auch rechtlich gesehen als geboosterte Person? Wie Lauterbach nach der Gesundheitsministerkonferenz bekannt gab, soll der Wegfall von Corona-Tests für Geboosterte erst 15 Tage nach der Impfung gelten.

Die Abschaffung der Testpflicht für Geboosterte in Deutschland bleibt umstritten: Zahlreiche Mediziner:innen wiesen darauf hin, dass dies die Gefahr unerkannter Infektionen mit sich bringe. Ausnahmen vom Wegfall der Testpflicht bei geboosterten Personen sollen weiterhin gelten: Beim Zutritt zu medizinischen Bereichen wie in Krankenhäuser oder Pflege-Einrichtungen müssen auch Geboosterte weiterhin einen negativen Corona-Test vorlegen.

Das Impfzertifikat muss in den CovPass oder die Corona-Warn-App eingetragen werden. (Symbolbild)

Booster-Impfung: Ab wann ist die dritte Corona-Impfung rechtlich gültig?

Erstmeldung vom Montag, 13.12.2021, 13.47 Uhr: Frankfurt – Die Omikron-Variante des Coronavirus macht eine Booster-Impfung noch wichtiger. Das betonen Fachleute wie Christian Drosten oder Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Auch zur Eindämmung der Delta-Variante und der vierten Welle soll die Booster-Impfung helfen. Aber nach wie vielen Tagen ist der Impfschutz nach der Booster-Impfung medizinisch gegeben? Und gibt es eigentlich rechtliche Unterschiede im Vergleich zur Zweitimpfung?

Die Bestätigung, welche Corona-Geimpfte nach der Booster-Impfung erhalten, wird von Apotheken oder Impfzentren in der Regel sofort ausgestellt. Das Datum der Auffrischung wird nach der Verabreichung der Booster-Impfung durch das digitale Impfzertifikat in der Corona-WarnApp oder der CovPass-Check-App angezeigt. Wie bei den vorherigen Impfungen wird das Datum in der App sichtbar.

Booster-Impfung gegen Corona: Ab wann ist man wieder besser geschützt?

Studien gehen davon aus, dass der Schutz erst sieben bis zwölf Tage nach der dritten Corona-Impfung einsetzt. Eine Studie, die im Oktober 2021 im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurde, zeigte, dass der Schutz durch die Booster-Impfung ab sieben Tage nach der Auffrischung eintrat. In einer anderen Studie, die im Fachmagazin The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde und den Effekt der Booster-Impfungen in Israel untersuchte, kommen Forscherinnen und Forscher zu dem Schluss, dass erst zwölf Tage nach der Auffrischung der neuerliche Corona-Schutz eintritt. Die Ergebnisse sind noch vorläufig.

Obwohl das Datum, an dem die Booster-Impfung erfolgt ist, im digitalen Impfzertifikat angezeigt wird, gibt es bisher keine einheitliche gesetzliche Regelung, ab wann der Impfstatus nach der Booster-Impfung gültig ist. Nach der zweiten Impfdosis von Biontech/Pfizer beziehungsweise Moderna erlangt man erst nach 14 Tagen den rechtlichen Status als vollständig Geimpfter. Auch das digitale COVID-Zertifikat der EU wird nach der Zweitimpfung dementsprechend erst nach 14 Tagen nach der Zweitimpfung aktualisiert: „Die Verordnung über das Zertifikat gilt seit dem 1. Juli 2021 – und zwar für zwölf Monate. Drei Monate vor Ablauf ihrer Geltungsdauer wird die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht vorlegen.“

Deutschland setzt mit dem CovPass-App das digitale Impfzertifikat der EU um. Der Status als vollständig Geimpfte:r gilt in Deutschland bisher auch ohne Booster - bisher zwölf Monate. Als vollständig geimpft gilt man in Deutschland bisher, wenn man die vollständige Impfserie mit den derzeit vier zugelassenen Impfstoffen bekommen hat. Diese sind: Astrazeneca, Johnson & Johnson, Biontech/Pfizer und Moderna. Dieser Schutz sollte laut Expert*innen allerdings durch eine Booster-Impfung ergänzt werden.

Booster-Impfung: Ab wann erhält man das Impfzertifikat in der Corona-App?

Einige Bundesländer haben allerdings bereits eigene Regeln hinsichtlich der Booster-Impfung und ihrem rechtlichen Status aufgestellt. Dies betrifft bisher die 2G-Plus-Regelungen in einigen Bundesländern, wie beispielsweise in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz. Demnach fällt die Testpflicht für Geimpfte mit dem Nachweis einer Booster-Impfung bereits im Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz weg. In der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg heißt es dazu: „Geboosterte Personen und solche, deren Grundimmunisierung oder Genesung weniger als 6 Monate her ist, sind von der zusätzlichen Testpflicht bei der 2G-Plus-Regelung ausgenommen.“ Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg mit: „Die Booster-Impfung befreit bei 2G+ unmittelbar nach der Impfung vom Test. Hier muss man nicht – wie beim vollständigen Impfschutz – 14 Tage warten.“

Bundesweit gibt es solche Regelungen jedoch bisher nicht. Diese könnte schon am Dienstag (14.12.2021) auf der anstehenden Gesundheitsministerkonferenz beschlossen werden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach soll sich wohl bereits dafür ausgesprochen haben, die Testpflicht für Geimpfte mit einer Booster-Impfung in Form einer bundeseinheitlichen Regelung abzuschaffen. „Wir Länder brauchen schnell Klarheit, ob und ab wann für dreimal Geimpfte die Testpflicht entfallen kann. Der Bundesgesundheitsminister hat mir zugesagt, dass er der Gesundheitsministerkonferenz dazu schon am kommenden Dienstag einen Vorschlag machen wird. Dies ist nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern liefert auch einen zusätzlichen Impfanreiz", sagte Klaus Holetschek (CSU), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz und bayerischer Gesundheitsminister. Hintergrund kann auch eine Entlastung der Labore sein, die aufgrund der hohen Inzidenzen stark ausgelastet sind.

Booster-Impfung und 2G-Plus-Regel: Wegfall der Testpflicht für Geimpfte mit Booster-Impfung?

In der Talksendung „Anne Will“ (ARD) argumentierte Lauterbach damit, dass er damit auch Anreize für die Booster-Impfung schaffen wolle.

Ob das medizinisch sinnvoll ist, darüber sind sich Fachleute noch nicht einig: Mittlerweile ist bekannt, dass auch Geimpfte und Genesene ihren Verbreitungsschutz verlieren, sich mit dem Coronavirus infizieren und andere Menschen anstecken können. Die Impfungen schützen jedoch vor schweren Verläufen. Dennoch sollen Geimpfte – so sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auch bei Markus Lanz – weniger ansteckend sein als Ungeimpfte. Einige Virolog:innen halten eine flächendeckende Testung – auch von Geimpften – dennoch für sinnvoll. Virologe Christian Drosten wiederum betonte auf Twitter, dass eine flächendeckende Testung mit Schnelltests nur für Geimpfte mit Symptomen sinnvoll sei, da flächendeckendes Testen bei Geimpften logistisch sehr aufwendig sei.

Drosten erklärte zudem, dass Schnelltests bei Geimpften häufig besonders in den ersten Tagen nach der Infektion zu einem falschen Ergebnis kommen könnten und die Sorglosigkeit nach einem negativen Schnelltest ebenfalls gefährlich sein kann. Die Forschung sei dazu aber noch nicht abgeschlossen, so der Virologe weiter. (Delia Friess)

Rubriklistenbild: © Steinach/Imago

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