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Diese Blutgruppe ist für ein höheres Schlaganfall-Risiko verantwortlich

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Von: Tanja Banner

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Eine Blutgruppe erhöht das Schlaganfall-Risiko bei Menschen unter 60. (Symbolbild)
Eine Blutgruppe erhöht das Schlaganfall-Risiko bei Menschen unter 60. (Symbolbild) © imago/Panthermedia

Bei jüngeren Menschen sorgt eine bestimmte Blutgruppe für ein höheres Schlaganfall-Risiko. Eine andere Blutgruppe senkt das Risiko dagegen sogar.

Baltimore – In jedem Jahr erleiden laut Robert Koch-Institut (RKI) etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Dabei verursacht meist ein Blutgerinnsel eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Ursachen für einen Schlaganfall können vielfältig sein, Stress, Rauchen, Bluthochdruck, verkalkte Gefäße, falsche Ernährung oder auch Diabetes zählen unter anderem dazu. Und auch das Alter spielt bei Schlaganfällen eine Rolle: Die Mehrheit der Patient:innen ist älter als 60 Jahre. Jeder fünfte Mensch, der einen Schlaganfall erleidet, ist jedoch jünger.

„Die Zahl der Menschen mit frühen Schlaganfällen nimmt zu“, betont Steven J. Kittner, Mitautor einer Studie, die sich mit frühen Schlaganfällen beschäftigt. „Diese Menschen haben ein höheres Risiko, an dem lebensbedrohlichen Ereignis zu sterben, und die Überlebenden müssen möglicherweise jahrzehntelang mit einer Behinderung leben. Trotzdem sind die Ursachen für frühe Schlaganfälle noch wenig erforscht.“

Diese Blutgruppe hat ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko

Dazu will die Studie, die Thomas Jaworek von der University of Maryland in Baltimore gemeinsam mit einem Team durchgeführt hat, beitragen: Die Forschenden suchten nach Genvarianten, die das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall bei Menschen unter 60 Jahren erhöhen und analysierten dafür 48 Genomstudien. Insgesamt untersuchten die Forschenden die Daten von fast 616.000 Personen – von ihnen hatten 5825 einen Schlaganfall vor dem 60. Lebensjahr, 9269 Personen erlitten ihn nach dem 60. Lebensjahr, die restlichen etwa 600.000 Personen waren die Kontrollgruppe. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachjournal Neurology.

Tatsächlich wurden die Forschenden fündig: Sie stellten fest, dass die Patient:innen, die einen frühen Schlaganfall erlitten hatten, eher die Blutgruppe A und seltener die Blutgruppe 0 hatten als die Personen aus der Kontrollgruppe. Die wichtigste Erkenntnis der Forschenden: In der Studie hatten Personen mit Blutgruppe A ein um 16 Prozent höheres Risiko, einen frühen Schlaganfall zu erleiden als Personen mit anderen Blutgruppen. Wer dagegen die Blutgruppe 0 hatte, hatte ein um 12 Prozent geringeres Risiko, einen frühen Schlaganfall zu erleiden, als Menschen mit anderen Blutgruppen. Für einen später auftretenden Schlaganfall sei der Zusammenhang mit der Blutgruppe „viel schwächer“ gewesen, betont Studien-Mitautor Braxton D. Mitchell in einer Pressemitteilung der University of Maryland.

Zahlen, Daten und Fakten zu Schlaganfällen in Deutschland:
Es gibt etwa 270.000 Schlaganfälle pro Jahr (davon 70.000 wiederholte Schlaganfälle).
2,5 Prozent der erwachsenen Menschen hatte bereits einen Schlaganfall.
Die Neuerkrankungs- und Sterberate ist rückläufig – die absolute Zahl an Schlaganfällen nimmt aufgrund des demografischen Wandels zu.
Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache und machen 6,6 Prozent aller Todesfälle aus.
Schlaganfälle sind die Hauptursache für Behinderungen im Erwachsenenalter.
Quelle: RKI

Schlaganfall: „Wir wissen noch nicht, warum die Blutgruppe A ein höheres Risiko mit sich bringt“

„Wir wissen immer noch nicht, warum die Blutgruppe A ein höheres Risiko mit sich bringt, aber wahrscheinlich hat es etwas mit Gerinnungsfaktoren wie Blutplättchen und Zellen, die die Blutgefäße auskleiden, sowie mit anderen zirkulierenden Proteinen zu tun, die alle eine Rolle bei der Entstehung von Blutgerinnseln spielen“, erläutert Kittner die Vermutung der Forschenden. Frühere Studien deuteten unter anderem darauf hin, dass Menschen mit der Blutgruppe A ein etwas höheres Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in den Beinen (tiefe Venenthrombosen) haben. „Wir brauchen eindeutig mehr Folgestudien, um die Mechanismen des erhöhten Schlaganfallrisikos zu klären“, stellt Kittner fest.

Blutgruppe und „Goldenes Blut“

Sie kennen Ihre Blutgruppe nicht? Ein Schnelltest aus der Apotheke bringt Licht ins Dunkel. „Goldenes Blut“ haben nur 43 Menschen weltweit. Auch beim Coronavirus spielt die Blutgruppe eine Rolle.

Trotz des Studienergebnisses sollen sich Menschen mit Blutgruppe A den Forschenden zufolge keine Sorgen über einen frühen Schlaganfall machen. Sie bräuchten auch keine zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen oder medizinische Tests durchführen lassen, heißt es in der Universitäts-Mitteilung. (tab)

Fünf Lebensmittel können Arterien reinigen.

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