Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Klassenlehrerin hält das Zeugnis eines Schülers in der Hand.
+
Die Klassenlehrerin hält das Zeugnis eines Schülers in der Hand.

Gastbeitrag

Bildung kann mehr – mit Hilfe des Bundes

Wie so oft im deutschen Schulsystem, hakt es auch beim Geld in der Länderstruktur. Dabei könnten die unzähligen für die Jugend Engagierten so viel mehr leisten. Wenn Berlin mitmachte.

Das Bildungsengagement in Deutschland ist vielfältig: Ob als Elternvertretung oder Lernbegleitung, für das Kulturfest oder für Inklusion – Millionen Menschen engagieren sich für die nächste Generation und deren (Aus-)Bildung. Diese Engagierten kennen die Bedürfnisse und Herausforderungen von Kita oder Schule ganz genau und sie fungieren deshalb als wichtiges Bindeglied zwischen den Kindern in der Bildungseinrichtung und der Politik.

D eswegen sind Vertretungen für und von Schüler:innen, Eltern sowie Kita- und Schulfördervereinen in Verbänden organisiert, sie unterstützen einander, bündeln das Wissen und vertreten ihre Meinung – sie stärken sich gegenseitig.

A ufgrund ihrer Expertise sind die zivilgesellschaftlichen Organisationen des Bildungsengagements wie die Bundesschülerkonferenz, die Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege, der Bundeselternrat, der Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine oder auch die spendenfinanzierte Stiftung Bildung geeignete Ansprechpartner:innen für Bildungs- und Engagementfragen.

D ie Politik befürwortet dieses Bildungsengagement sehr und weiß um dessen Bedeutung für die Erfüllung des nationalen Bildungsauftrags. Eine öffentliche sowie politische Wahrnehmung und nachhaltige finanzielle Förderung der bundesweiten Strukturen und des Engagements bleibt jedoch aus. Am politischen Willen fehlt es allerdings nicht.

Da Bildung in Deutschland aufgrund der föderalen Strukturen Ländersache ist, scheitert eine angemessene Förderung des bundesweit agierenden Ehrenamts momentan an unklaren Zuständigkeiten. Die Finanzierung durch den Bund bezieht sich derzeit überwiegend auf projektbezogene, zeitlich begrenzte kleine Förderungen. Damit bleibt das große Potenzial ungenutzt und hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dabei brauchen wir nichts dringender, als dass alle „anpacken“ und ihre Expertise dort, wo sie gebraucht und gewollt wird, einbringen können.

Die spendenfinanzierte Stiftung Bildung hat deshalb ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, das eine Finanzierung des Bundesbildungsengagements aus Bundesmitteln untersucht. Das Ergebnis: Obwohl Bildung in Deutschland Ländersache ist, gibt es rechtlich die Möglichkeit das bundesweite Bildungsengagement aus Bundesmitteln nachhaltig finanziell zu fördern. Der Bund könnte und muss auch – nach Meinung der Stiftung Bildung – den Mut aufbringen, die Finanzierungslücke zu Gunsten der Bildung der Kinder zu schließen. Die im Gutachten aufgezeigten Möglichkeiten haben das Potenzial, voll ausgeschöpft, unser Bildungssystem nachhaltig zu verbessern, Krisen leichter bewältigen zu können und unser Bildungssystem permanent innovativ zu halten.

Bildungsengagement ist in Deutschland in den letzten Jahren zum zweitgrößten Engagementfeld laut ZiviZ-Studie („Zivilgesellschaft in Zahlen“) und Freiwilligen-Survey angewachsen. Bildung und ehrenamtliche Arbeit in Kindergärten und Schulen werden trotzdem oft noch getrennt voneinander gedacht. Zu Unrecht. Initiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen ergänzen schon heute das Angebot in Kita und Schule und verbessern vor Ort überzeugend die Qualität der Bildung: Sie vermitteln Wissen über passgenaue Förder- und Projektangebote, sie ermöglichen mithilfe von Spenden die Anschaffung von modernen Lehrmaterialien und neuen Spiel- und Sportgeräten und sie stärken die soziale Entwicklung und Integration der Kinder und Jugendlichen mit entsprechenden Programmen.

Das letzte Jahr hat belegt, dass Bildungsengagement sogar krisenausgleichend wirken kann. Kurz gesagt: Innovation, Inklusion, Integration und vieles mehr finden über das breite Bildungsengagement „von unten“ Eingang in die Bildung, und Bildungsungerechtigkeiten werden abgebaut. Deshalb sollte Engagement nicht mehr getrennt von Bildung gedacht und die Zusammenarbeit auch dort intensiviert und professionalisiert werden.

Organisationen wie die Stiftung Bildung können viel agiler handeln als Verwaltungen. Das sollte sich die Politik noch stärker zunutze machen. Doch wie kann das gelingen? Eine geeignete und ganz konkrete Maßnahme wäre, Geschäftsstellen für bundesweite Bildungsengagement-Strukturen zu finanzieren. Denn ehrenamtliche Arbeit kostet Geld, zum Beispiel um an Veranstaltungen teilzunehmen oder um Engagierte zu qualifizieren. Werden hauptamtliche Stellen geschaffen, werden alle im Bildungssystem davon profitieren, vor allem die Kinder und Jugendlichen.

Die Autorin ist Vorstandsvorsitzende und Mitgründerin der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. www.stiftungbildung.org

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare