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Die Falcon-9-Rakete hebt von Cape Canaveral ab - mit dabei: „Beresheet“.

„Beresheet“-Mission

Erste private Raumsonde auf dem Weg zum Mond

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Die israelische Raumsonde „Beresheet“ ist auf dem Weg zum Mond. Gelingt die Landung, ist es die erste private Raumsonde auf dem Mond - und Israel die vierte Nation, der eine Landung gelingt.

Israel ist auf dem besten Weg, die vierte Nation zu werden, der eine weiche Landung auf dem Mond gelingt. In der Nacht zu Freitag ist die israelische Raumsonde „Beresheet“ an Bord einer Falcon-9-Rakete von SpaceX gestartet. Frühestens am 11. April soll die Sonde auf dem Mond landen.

Mit dabei hat sie unter anderem Kameras, die Fotos und Videos vom Mond zur Erde schicken sollen. Ein Magnetometer soll außerdem das Magnetfeld des Mondes untersuchen. Hilfe bekommt das private israelische Unternehmen SpaceIL, das die Raumsonde betreibt, von der US-Raumfahrtorganisation Nasa, die im Austausch gegen die Magnetometer-Daten beim Nachverfolgen der Raumsonde hilft und auch das Deep Space Network dafür zur Verfügung stellt.

Die Mondmission soll etwa zwei bis drei Tage andauern. Das Weizmann Institute of Science, das das Magnetometer entwickelt hat, hofft auf einen „Apollo-Effekt“, der künftige Generationen in Israel inspiriert und von Wissenschaft begeistert. SpaceIL, das Unternehmen, das hinter „Beresheet“ steht, wurde 2011 gegründet, um am Google Lunar X-Prize teilzunehmen. Den vom Suchmaschinenriesen ausgeschriebenen Preis in Höhe von 30 Millionen Dollar sollte derjenige erhalten, dem es als erstes gelingt, eine Raumsonde auf dem Mond zu landen, dort 500 Meter zurückzulegen und Aufnahmen zur Erde zu schicken. 2018 beendete Google den Wettbewerb ohne einen Sieger – doch einige Unternehmen, darunter neben SpaceIL auch die PTScientists aus Berlin, machen auch ohne den Anreiz eines Preisgelds weiter.

Ein Modell der israelischen Raumsonde „Beresheet“.

Gelingt „Beresheet“ die Landung auf dem Mond, reiht sich Israel in die kurze Liste der Nationen ein, die eine weiche Landung auf dem Mond erfolgreich durchgeführt haben. Gleichzeitig wird „Beresheet“ mit der Landung zur ersten privaten Raumsonde auf dem Mond. Angeführt wird die Liste der Mondlande-Nationen von Russland, denen das im Rahmen des „Space Race“ im Januar 1966 („Luna 9“) gelungen ist. Es folgten im Juni 1966 die USA mit „Surveyor 1“ und erst im Dezember 2013 China mit „Chang‘e 3“.

China und Nasa haben den Mond im Fokus

China hat erst Anfang des Jahres erneut einen Lander und einen Rover auf dem Mond platziert und plant die nächste Mission bereits für Ende des Jahres. Auch die Nasa will in dem Jahr, in dem sich die erste Mondlandung zum 50. Mal jährt plötzlich schnell zurück zum Mond. Noch 2019 sollen erste Experimente zum Erdtrabanten geflogen werden - wenn es die Industrie, die damit beauftragt wurde, schafft, bis dahin ein Landegerät zur Verfügung zu stellen.

Bis 2028 will die US-Raumfahrtbehörde wieder Menschen auf den Mond bringen. Dieses Mal sei jedoch nicht nur geplant, „Fußabdrücke und eine Fahne“ zu hinterlassen, man wolle „bleiben“, ließ sich Nasa-Chef Jim Bridenstine bei der Ankündigung zitieren.

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