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Für ein Training des Geruchssinns eignen sich intensive Düfte.
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Für ein Training des Geruchssinns eignen sich intensive Düfte.

Corona-Virus

Geruchsverlust bei Covid-19: Bei den allermeisten kehrt das Riechen zurück

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Eine Erkrankung mit Covid-19 führt bei einigen zum Verlust des Riechens und Schmeckens. Fachleute präsentieren nun eine mögliche Erklärung.

Als vor etwas mehr als einem Jahr die ersten Berichte über das Krankheitsbild Covid-19 veröffentlicht wurden, fiel auf, dass ungewöhnlich viele Patientinnen und Patienten über einen Verlust des Riechens und Schmeckens klagten. Das kannte man in dieser Form von der Grippe, die ja immer gern zum Vergleich herangezogen wird, nicht. Mittlerweile gelten Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns als charakteristisches, oft bereits früh auftretendes Symptom einer Infektion mit Sars-CoV-2. Nach heutigem Kenntnisstand kommt es bei etwa 50 bis 60 Prozent der Covid-Erkrankungen vor – auch bei sehr milden Verläufen.

Die gute Nachricht: Bei 80 bis 95 Prozent der Betroffenen kehrt das normale Riech- und Schmeckvermögen nach ein bis zwei Monaten wieder zurück, sagt Thomas Hummel, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Riechen und Schmecken am Universitätsklinikum Dresden und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bei der Jahresversammlung der Fachgesellschaft in der vergangenen Woche berichtete Hummel, was man mittlerweile über diese Störungen als Symptom von Covid-19 und mögliche Spätfolgen weiß. Und damit zur schlechten Nachricht: Bei etwa fünf bis 20 Prozent halten sich die Riech- und Schmeckprobleme (beide sind aneinander gekoppelt) hartnäckig, teilweise mehrere Monate lang; bei etwa einem Drittel dieser Menschen tritt überhaupt keine nennenswerte Besserung mehr ein.

Folgen von Covid-19: Einige verlieren Geruchssinn – Ursachen bisher nur zum Teil bekannt

Nicht gut riechen zu können sei auch in der gesunden Bevölkerung ein keineswegs seltenes Phänomen, erklärt Hummel. Etwa 20 Prozent verfügen demnach über keine sonderlich feine Nase. Stutzig sollte man werden, wenn man plötzlich nicht mehr richtig riechen könne, sagt der Mediziner – und das umso mehr, wenn die Nase eigentlich frei und nicht verstopft ist wie bei einem Schnupfen, der ebenfalls den Geruchssinn beeinträchtigen kann.

Wie genau das Coronavirus diese Störungen auslöst, ist noch nicht bis ins Detail geklärt. Wahrscheinlich handele es sich um einen indirekten Mechanismus, sagt Thomas Hummel. Als Ursache vermutet er eine Schädigung der sogenannten Stützzellen in der Nase; das sind Epithelzellen, die auch die Riechzellen versorgen. „Sterben die Stützzellen ab, dann sterben wahrscheinlich auch die Riechzellen.“

Nach Covid-19 keinen Geruchssinn mehr? Schnüffeln an Kaffee, Zitrone oder Eukalyptus kann helfen

Im Gegensatz zu anderen Nervenzellen werden die zu den Sinneszellen zählenden Riechzellen in der Nase vom Körper kontinuierlich erneuert; das geschieht in der Regel nach etwa vier bis acht Wochen. Durch das Coronavirus kann sich dieser Prozess verlangsamen und unter Umständen in seltenen Fällen monatelang hinziehen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Institut Pasteur in Paris haben außerdem festgestellt, dass Coronaviren verschiedene Zelltypen im Riechepithel der Nase infizieren und sich dort vermehren können, darunter auch Nervenfasern.

Laut ihrer im Fachmagazin „Science Translational Medicine“ publizierten Studie ließen sich in Abstrichen von Infizierten auch Entzündungszellen nachweisen. Die Forschenden folgern daraus, dass bei der Covid-Riechstörung auch eine Entzündung eine Rolle spielt. Überdies bestätigten ihre Versuche mit Hamstern frühere Befunde, nach denen die Viren aus der Nase auch ins Gehirn gelangen können.

Nach Erkrankung an Covid-19: Verlust des Riechvermögens durch Training rückgängig machen

Menschen, die durch eine Corona-Infektion ihr Riechvermögen verloren haben, können die Reaktivierung dieses wichtigen Sinnes mit einem regelmäßigen Riechtraining beschleunigen, sagt Thomas Hummel. Dafür braucht es nicht viel: vier Dosen mit vier intensiven, gut zu unterscheidenden Gerüchen wie zum Beispiel Eukalyptus, Gewürznelken, Zitronen oder Kaffeebohnen. „Es müssen starke Düfte sein, sie können ruhig ein leichtes Bitzeln oder Stechen hervorrufen“, erklärt der Riechspezialist. Wichtig sei zudem, dass man das Training konsequent über einen längeren Zeitraum praktiziere, am besten täglich morgens und abends. Dabei sollte man jeweils eine halbe Minute an jedem einzelnen Duft schnuppern, rät der Mediziner. Keine Hinweise gebe es hingegen auf eine Wirksamkeit kortisonhaltiger Nasensprays bei Riechstörungen. (Pamela Dörhöfer)

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