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Coronavirus

Astrazeneca-Impfstoff in drei Bundesländern für alle Altersgruppen freigegeben

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca war in Deutschland nur noch bei Menschen eingesetzt worden, die älter als 60 Jahre sind. Erste Bundesländer rücken jetzt davon ab.

Update vom 21.04.2021, 20:45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen waren vorgeprescht, jetzt zieht Bayern nach: In nunmehr drei Bundesländern ist die Impfpriorisierung für den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca aufgehoben. Klaus Holtschek (CSU), Gesundheitsminister des Freistaats Bayern, bestätigt: „Die Priorisierung bei Astrazeneca ist ab sofort aufgehoben, der Impfstoff kann in den Arztpraxen auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden.“

Zuletzt war der Astrazeneca-Impfstoff vorrangig an Menschen im Alter von 60 Jahren und älter abgegeben worden. Grund dafür waren mehrere Todesfälle infolge einer Sinusvenenthrombose, die mit der Verabreichung des Vakzins in Verbindung gebracht worden war.

Astrazeneca-Impfstoff nur noch für Menschen über 60 – nach neuen Todesfällen

Update vom 31.03.2021, 10.15 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen über 60 Jahren eingesetzt. So lautet ein Beschluss von Bund und Länder am Dienstag nach einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Hintergrund sind Thrombose-Fälle vor allem bei jüngeren Frauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bemühten sich, Zweifel an der Corona-Impfung zu zerstreuen.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in drei Bundesländern für alle Altersgruppen freigegeben. (Symbolbild)

Astrazeneca-Impfstoff: Nicht für Menschen unter 60

Laut einem Beschluss der Gesundheitsminister wird der Astrazeneca-Impfstoff ab Mittwoch (31.03.2021) verwendet bei „Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben“. Jüngere Menschen in den Impfgruppen eins und zwei könnten „gemeinsam mit dem impfenden Arzt nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung entscheiden, mit Astrazeneca geimpft werden zu wollen“, allerdings möglichst nur in Arztpraxen.

Zugleich kann das Produkt schon jetzt bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, die in der Regel in der dritten Impfgruppe sind. „Den Ländern steht es frei, bereits jetzt auch die 60- bis 69-Jährigen für diesen Impfstoff mit in ihre Impfkampagne einzubeziehen“, heißt es in dem Beschluss.

Menschen unter 60 Jahren, die bereits ihre Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen haben, können wählen, ob sie auch die zweite Impfung mit diesem Produkt wünschen oder lieber abwarten, wie sich die Stiko zu einer Zeitimpfung mit einem anderen Produkt positioniert. Dazu will das Expertengremium sich bis Ende April äußern.

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Alle Informationen zum neuartigen Virus Sars-CoV-2 finden Sie auf unserer Themenseite Corona-News.

Corona: Astrazeneca-Impfung – Neue Todesfälle gemeldet

Erstmeldung: In Deutschland hat es weitere Todesfälle nach Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca gegeben. So ist im Kreis Euskirchen eine 47 Jahre alte Frau an den Folgen einer Hirnvenenthrombose gestorben, die sich nach der Impfung bei ihr gebildet hatte. Auch eine 28-Jährige entwickelte eine solche seltene Sinusvenenthrombose – so der Fachbegriff –, soll sich aber in einem stabilen Zustand befinden. Der Kreis Euskirchen hat in Abstimmung mit der ärztlichen Leitung des lokalen Impfzentrums entschieden, Frauen unter 55 nicht mehr mit dem Vakzin zu impfen.

Astrazeneca-Impfstoff: 49-Jährige stirbt in Rostock nach Corona-Impfung

Auch in der Klinik für Neurologie der Universitätsklinik Rostock ist eine 49 Jahre alte Frau Tage nach der Corona-Impfung mit Astrazeneca gestorben. Das Rostocker Klinikum hat alle Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns bei Menschen mit Bluthochdruck oder Übergewicht sowie bei Frauen, die die Pille einnehmen, vorläufig gestoppt. Am Universitätsklinikum Essen starb ein 36 Jahre alter Mann nach der Impfung.

Drei vorbereitete Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca liegen in einer Hausarztpraxis.

Das Land Berlin hat am Dienstag entschieden, den Impfstoff von Astrazeneca nicht mehr an unter 60-Jährige zu verabreichen. Dänemark und Norwegen haben schon vor Tagen beschlossen, auch weiterhin vorerst überhaupt nicht mehr mit Astrazeneca zu impfen. Die kanadischen Behörden gaben am Dienstag bekannt, das Vakzin ebenso wie einige europäische Länder nicht mehr bei unter 55-Jährigen einzusetzen.

Corona: Ema berät über die Vorfälle im Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfstoff

Der für die Risikobewertung zuständige Pharmakovigilanz-Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema hat sich am Montag mit Expert:innen aus den Bereichen Hämatologie, Herz-Kreislauf- und Infektionskrankheiten, Virologie, Neurologie, Immunologie und Epidemiologie getroffen, um über die Vorfälle im Zusammenhang mit Astrazeneca zu beraten. Die Ergebnisse sollen in eine überarbeitete Bewertung des Impfstoffs einfließen, ein nächstes Treffen zu diesem Thema ist für den 6. bis 9. April geplant.

In Deutschland wurden dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Stand Dienstag 31 Fälle von Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet. Außerdem kam es laut Sicherheitsbericht des PEI bis zum 19. März zu 15 Fällen einer Thrombozytopenie. Ein solcher Mangel an Blutplättchen, der zu Blutungen führen kann, trat allerdings vereinzelt auch nach Impfungen mit den mRNA-Vakzinen auf. (Pamela Dörhöfer mit dpa/afp)

Rubriklistenbild: © OLI SCARFF/AFP

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