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Leben hauptsächlich im Nordatlantik im Bereich des Golfstroms: Delfine.
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Leben hauptsächlich im Nordatlantik im Bereich des Golfstroms: Delfine.

ÖKO-LOGISCH

Bangen um den Golfstrom

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Das Golfstrom-System derzeit so schwach ausgeprägt ist wie nie vorher in den vergangenen 1000 Jahren.

Der Golfstrom gilt als Europas Zentralheizung. Er ist Teil eines riesigen Strömungssystems, der „Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung“ (AMOC). Diese befördert pro Sekunde 20 Millionen Kubikmeter warmes Wasser vom Äquator nach Norden, etwa das Hundertfache des Amazonasstroms. Fiele diese „Heizung“ plötzlich aus, hätte das böse Folgen für unseren Kontinent. Es würde dramatisch kälter. Ganz Skandinavien läge unter einer Eisdecke, in Hamburg oder Berlin herrschte sibirisches Klima.

Die Befürchtung, der Klimawandel könne den Golfstrom komplett zum Versiegen bringen, treibt Fachleute seit langem um. Inzwischen scheint klar, dass dieses harte Szenario für dieses Jahrhundert sehr unwahrscheinlich ist. Eine Studie zeigt nun aber, dass das Golfstrom-System derzeit so schwach ausgeprägt ist wie nie vorher in den vergangenen 1000 Jahren – und dass der Kipppunkt umso näher rückt, je weniger die Menschheit gegen die globale Erwärmung unternimmt.

Stärkere Winterstürme

Kontinuierlich und direkt wird die Umwälzströmung erst seit 2004 gemessen. Daher hat das deutsch-britisch-irische Forschungsteam andere Zeugen der Vergangenheit herangezogen, darunter natürliche „Umweltarchive“ wie Baumringe, Eisbohrkerne, Ozeansedimente und Korallen sowie historische Daten, etwa Einträge aus Schiffslogbüchern. Ergebnis: „Die Strömung war bis zum späten 19. Jahrhundert relativ stabil“, so der so der Initiator der Studie, der Potsdamer Professor und Ozeanexperte Stefan Rahmstorf. Mit dem Ende der kleinen Eiszeit um 1850 begann sie schwächer zu werden, und ab etwa 1950 folgte ein zweiter, noch drastischerer Rückgang.

Seit 1950 ist der Golfstrom nach Rahmstorfs eigenen früheren Untersuchungen um 15 Prozent schwächer geworden. Treibt die Menschheit die Erwärmung weiter voran, wird sich das System gemäß der neuesten Generation von Klimamodellen weiter abschwächen – um 34 bis 45 Prozent bis 2100. Das wäre, so der Experte, schon nahe an dem Kipppunkt, an dem es instabil wird. Es darauf ankommen zu lassen, ist garantiert keine gute Strategie. Zumal schon während der weiteren Abschwächung unangenehme Folgen drohen.

In Europa könnte es zu mehr extremen Wetterereignissen kommen, etwa durch stärkere Winterstürme über dem Atlantik oder eine spürbare Abnahme der Niederschläge im Sommer.

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