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Biontech/Pfizer sehen eine dritte Dosis als notwendig an.
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Biontech/Pfizer sehen eine dritte Dosis als notwendig an.

Corona

Corona-Impfung mit Biontech: Wird eine Auffrischung bald nötig?

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Behörden und die Pharmakonzerne Biontech/Pfizer liegen über Kreuz. Genesene könnten lange Zeit vor einer erneuten Corona-Infektion geschützt sein.

Berlin / Frankfurt - Wie lange hält der Schutz nach einer Corona-Impfung gegen Covid-19 an, wann sollte man sich eine Spritze zur Auffrischung geben lassen? In dieser Frage scheinen die Pharmafirmen Biontech/Pfizer und die Zulassungsbehörden uneins zu sein.

Für ihr mRNA-Vakzin hatten Biontech/Pfizer vergangene Woche via Pressemitteilung erklärt, es sei „wahrscheinlich, dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird“. Während der Schutz vor einem schweren Verlauf innerhalb der ersten sechs Monate „weiterhin hoch“ bleibe, werde „ein Rückgang der Wirksamkeit gegenüber symptomatischen Verläufen im Laufe der Zeit und das weitere Auftreten neuer Virusvarianten erwartet“. Die Lösung soll eine Booster-Impfung mit dem gleichen Vakzin sein.

Dritte Corona-Impfung von Biontech-Impfstoff nach sechs Wochen notwendig?

Erste Daten aus einer laufenden Studie der beiden Pharmafirmen dazu zeigten, heißt es weiter, dass eine dritte Dosis sechs Monate nach der zweiten Impfung „hohe neutralisierende Antikörpertiter gegen den Wildtyp-Virus und die Beta-Variante hervorruft und gleichzeitig ein konsistentes Verträglichkeitsprofil aufweist“. Geplant sei, bald weitere Daten zu veröffentlichen und in einer Fachzeitschrift zu publizieren. Wissenschaftliche Belege, die ihre Annahme eines sinkenden Immunschutzes untermauern, haben Biontech/Pfizer bislang noch nicht vorgelegt.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC und die für die Zulassung von Arzneimitteln zuständige FDA haben dieser Annahme in einer gemeinsamen Erklärung widersprochen. Vollständig Geimpfte bräuchten „zu diesem Zeitpunkt keine Auffrischungsimpfung“, heißt es. Denn sie seien vor schwerer Erkrankung und Tod geschützt, das gelte auch für die Delta-Variante. Vorläufige Daten deuteten darauf hin, dass 99,5 Prozent der Todesfälle durch Covid-19 in den USA Ungeimpfte betrafen, wird CDC-Chefin Rochelle Walensky in verschiedenen Medien zitiert.

WHO und Ema sehen keine Grundlage für Corona-Booster-Impfung

Auch die Europäische Arzneimittelagentur Ema sieht noch keine Datengrundlage für Booster-Impfungen, gleiches gilt für die Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese wird in einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN unter anderem mit der Aussage zitiert, es seien nur eingeschränkte Daten dazu verfügbar, ob ein Booster einen Nutzen bringt – und wenn ja, für wen. In Israel geht man anders mit dem Thema um. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gab Gesundheitsminister Nitzan Horowitz am Sonntag bekannt, dass Menschen mit schwachem Immunsystem eine dritte Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer angeboten werden solle.

Auch er räumte ein, noch keine endgültige Antwort auf die Frage der Dauer des Impfschutzes zu haben. Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums soll das Vakzin von Biontech/Pfizer aber nur noch zu 64 Prozent vor einer Ansteckung mit der Delta-Variante schützen – aber nach wie vor sicher sein vor einer tödlichen Erkrankung. Gleichwohl heißt es im Bericht bei Reuters, dass etwa die Hälfte der 46 Patientinnen und Patienten, die derzeit in Israel im Krankenhaus wegen Covid-19 behandelt würden und sich in einem ernsten Zustand befänden, geimpft seien. Die meisten von ihnen gehörten Risikogruppen an. Laut einem Bericht im Medizinportal Medscape sollen insgesamt 55 Prozent der Infizierten in Israel geimpft sein.

Pfizer-Chef Mikael Dolsten sagte laut einem weiteren Reuters-Bericht, betroffen seien hauptsächlich bereits im Januar oder Februar geimpfte Menschen. Das Vakzin sei „hochaktiv“ auch gegen die Delta-Variante, aber vermutlich bestehe nach sechs Monaten das Risiko einer erneuten Infektion, weil die Antikörper abnähmen.

Imunität nach Corona-Erkrankung mindestens ein Jahr

Neue Erkenntnisse gibt es derweil zur Dauer der Immunität nach einer überstandenen Covid-Erkrankung. Laut einer Studie aus China soll der Schutz mindestens ein Jahr anhalten können. Ein Forschungsteam der National Biotec Group und der Shanghai Jiao Tong University hatte Plasmaproben von 869 Menschen aus Wuhan untersucht, die zu Beginn der Pandemie an Covid erkrankt waren. Zwar sank der Antikörper-Titer nach einigen Monaten, stabilisierte sich dann aber auf einem gewissen Niveau.

Diese Daten lassen allerdings keine Aussage zu, wie umfänglich die nach einer Infektion mit dem Wildtypus gebildeten Antikörper vor einer Infektion mit Virusvarianten schützen. Auch eine im Mai im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie der Washington School of Medicine in St. Louis hatte vom Vorhandensein von Antikörpern noch elf Monate nach der Infektion berichtet. Das Forschungsteam wies außerdem bei Genesenen B-Gedächtniszellen und langlebige Plasmazellen nach, die bei einer erneuten Konfrontation mit dem Virus aktiv werden und die Produktion von Antikörper anstoßen können. Gleich mehrere Studien weisen zudem auf die Bedeutung von T-Zellen – weiterer Bestandteile des Immunsystems – für die Krankheitsabwehr hin. (Pamela Dörhöfer)

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