Das Urteil

Vom Radio abgelenkt

Unkonzentriert bei Rot über die Ampel, weil auch der Nebenfahrer anfuhr? Ein grober Pflichtverstoß, urteilt ein Gericht.

Wer sich durch eine Radioübertragung im Auto so stark ablenken lässt, dass er eine rote Ampel überfährt, muss für Folgen wie etwa ein Fahrverbot geradestehen. Es hilft auch nicht weiter, sich vor Gericht auf einen Mitzieheffekt zu berufen, wie ein Urteil des Amtsgerichts Dortmund zeigt, auf das der Autofahrerclub ADAC hinweist.

Ein Hoteldirektor lauschte im Auto gebannt einer Fußballübertragung. Vor einer Kreuzung hielt er auf einer von mehreren Linksabbiegerspuren an. Er achtete fortan nicht mehr auf die Ampel und fuhr daher auch automatisch los, als er bemerkte, dass sein rechter Nebenmann anfuhr – bei Rot. Es kam zum Unfall mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Gegen das verhängte Fahrverbot von einem Monat wollte der Direktor vorgehen. Er begründete seinen Widerspruch mit einem Augenblicksversagen aufgrund des Mitzieheffekts. Daher sei von einem atypischen Rotlichtverstoß auszugehen.

Das verneinte das Gericht. Denn die Konzentration auf das Fußballspiel im Radio sei ein maßgebliches Vorverschulden und sei trotz des festzustellenden Mitzieheffekts immer noch ein grober Pflichtverstoß. (dpa)

Az.: 729 OWi-267 Js 924/18 - 145/18

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