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Signal BLC-1

Forschende analysieren mysteriöses Signal von Proxima Centauri: Sind wir allein im Universum?

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Ein Radioteleskop fängt ein Signal vom Stern Proxima Centauri auf, das Forschende sich nicht erklären können. Stammt es von einer außerirdischen Intelligenz? Die Analysen laufen.

  • Das Parkes-Teleskop in Australien fängt ein mysteriöses Signal ein - Forschende, die nach außerirdischer Intelligenz suchen, werden hellhörig.
  • Noch kann das Signal keiner menschengemachten Quelle zugeordnet werden.
  • Alles aus Weltraumforschung, Astronomie und Raumfahrt.

Sind wir alleine im Universum? Diese Frage regt die Fantasie an und treibt viele Menschen um. Ein ganzer Forschungszweig beschäftigt sich mit der Frage nach außerirdischem Leben: SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence, Suche nach außerirdischer Intelligenz). Nun hat das „Breakthrough Listen Project“, das der Milliardär Yuri Milner 2015 gemeinsam mit dem Astrophysiker Stephen Hawking ins Leben gerufen hat, offenbar eine äußerst interessante Entdeckung gemacht, berichtet der „Guardian“.

Das Projekt hört mit Radioteleskopen ins Weltall hinein, um mögliche außerirdische Signale zu finden. Ein Signal, das laut „Guardian“-Bericht bereits im April und Mai entdeckt wurde, hat das Interesse der Forschenden geweckt. Das Parkes-Radioteleskop in Australien soll Radiowellen aufgefangen haben, die sich die Forschenden bisher nicht erklären können.

Ein Radioteleskop hat die mysteriösen Signale vom Stern Proxima Centauri empfangen. (Symbolbild)

SETI-Forschung: Mysteriöses Signal aus dem All weckt Interesse von Forschenden

Die Radiosignale, die aus der Richtung des Sterns Proxima Centauri zu kommen scheinen, seien seitdem nicht mehr gefunden worden, heißt es beim „Guardian“. Trotzdem handele es sich um „den ersten ernsthaften Kandidaten seit dem „Wow!“-Signal“, zitiert die britische Tageszeitung einen anonymen Insider. Das „Wow!“-Signal wurde im Jahr 1977 entdeckt und hat seinen Namen von der handschriftlichen Notiz, die der Astrophysiker Jerry Ehman neben das entdeckte Signal schrieb. Bis heute kann nicht erklärt werden, worum es sich bei dem Signal genau handelt.

Das wissen die Forschenden bei dem mysteriösen Signal, das das Parkes-Observatorium aus der Richtung des Sterns Proxima Centauri eingefangen hat, bisher auch nicht.  Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich das Signal, das den Namen BLC-1 erhalten hat, am Ende als ein von Menschen gemachtes Signal herausstellen wird, doch bisher ist das nicht geschehen. Man erwarte, dass man gelegentlich etwas sehr seltsames sehe, erklärt die an der Analyse des Signals beteiligte Forscherin Sofia Sheikh gegenüber dem „Scientific American“. „Aber das ist interessant, weil es so merkwürdig ist, dass wir über die nächsten Schritte nachdenken müssen“, so Sheikh weiter.

Signal aus dem Weltall begeistert Wissenschaftler:innen: „Das ist sehr aufregend“

Das Signal BLC-1 hat alle Filter überstanden, die das „Breakthrough“-Team nutzt, um menschengemachte Signale auszuschließen: Es hat eine enge Bandbreite, die Frequenz scheint zu driften und es verschwand, als das Teleskop sich einem anderen Objekt zuwandte. „Das ist sehr aufregend, weil wir noch nie so weit gekommen sind, dass der Algorithmus etwas gefunden hat, das tatsächlich interessant ist“, betont Sheikh.

Die Frequenzverschiebung des Signals könnte darauf hindeuten, dass sich das Signal bewegt - wie etwa ein Planet, der sich um einen Stern bewegt. „Das Signal kommt nicht von einer Antenne auf der Erde“, schreibt Seth Shostak vom SETI-Institut. „Das macht es per Definition nicht-irdisch, aber deshalb ist es noch lange kein Alien-Signal.“

Berichten zufolge gab es in den folgenden Tagen vier ähnliche Signale, von denen jedoch einige bereits als Interferenzen ausgeschlossen werden konnten. Das zeigt ein großes Problem des Forschungsbereichs SETI: Die Forschenden müssen sich durch unzählige irdische und menschengemachte Signale arbeiten, um mögliche außerirdische Signale zu entdecken. Störend sind dabei nicht nur Radiowellen, die von der Erde ausgehen, sondern auch Satelliten, Raumschiffe und natürliche Phänomene. 1997 wurde beispielsweise ein mögliches außerirdisches Signal entdeckt - das sich letztlich als Signale einer Antenne der Raumsonde „Soho“ herausstellte.

Mysteriöses Signal aus dem All stammt vermeintlich von Proxima Centauri

Was die Forschenden bei dem aktuellen Signal auch noch aufhorchen lässt, ist die vermeintliche Herkunft der Radiowellen: Proxima Centauri. Es ist nicht nur der Stern, der der Sonne mit 4,2 Lichtjahren am nächsten ist - er wird außerdem auch noch von mindestens zwei Planeten umkreist. Einer dieser Planeten ist ein Gasriese, bei dem zweiten geht man jedoch davon aus, dass es sich um einen Gesteinsplaneten handelt, der etwas größer als die Erde ist.

Im Himmel über der Ming‘antu-Beobachtungsstation der Nationalen Astronomischen Observatorien der Chinesischen Akademie der Wissenschaften sind viele Sterne zu sehen.

Dieser Planet, Proxima B befindet sich in der so genannten „habitablen Zone“ seines Sterns, also in einer Region, in der die Temperaturen moderat sind und flüssiges Wasser möglich ist. Das alleine ist ein Fakt, der die Fantasie anregt - gepaart mit einem mysteriösen Signal liegt der Gedanke an Aliens nahe. Doch so weit ist die Forschung noch längst nicht.

Mysteröses Signal aus dem Weltall: BLC-1 kann auch andere Herkunft haben

Während die Forschenden das Signal weiter analysieren und derzeit nach „Guardian“-Informationen ein Paper vorbereiten, mahnt der Direktor der „Breakthrough Initiatives“, Pete Worden, im „Guardian“ zur Zurückhaltung: „Diese Signale sind wahrscheinlich Interferenzen, die wir noch nicht ganz erklären können. Weitere Analysen werden derzeit durchgeführt.“ Und auch andere Forschende sind zurückhaltend: Wenn es intelligentes Leben gebe, habe es sich wahrscheinlich weiter in der Galaxie ausgebreitet, so der Tenor.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass die einzigen beiden Zivilisationen in der gesamten Galaxie ausgerechnet Nachbarn sind - unter 500 Milliarden Sternen - erweitert die Grenzen der Rationalität“, lässt sich der Astrobiologe Lewis Dartnell vom „Guardian“ zitieren.

Mysteriöses Signal von Proxima Centauri: Alien-Forscher hat alternative Vorschläge

Shostak listet gleich mehrere Möglichkeiten auf, worum es sich bei dem mysteriösen Signal BLC-1 handeln könnte:

  • Signale eines Satelliten, der die Erde umkreist.
  • Das Signal könnte nicht von Proxima Centauri kommen, sondern aus dem Weltraum hinter dem Stern.
  • Natürliche Radiostrahlen - wie sie beispielsweise vom Jupiter bekannt sind.
  • Ein lokales Signal - wie beispielsweise eine Mikrowelle.

Es gibt mehrere mögliche Erklärungen für das Signal, betont Shostak und schreibt weiter: „So lange wir es nicht wissen, sollten wir die Alien-Theorie als brauchbar ansehen - jede SETI-Entdeckung wird zu Beginn als heikel eingeschätzt werden“, glaubt Shostak und macht Hoffnung: „Es ist vernünftig zu glauben, dass eines Tages eines dieser verdächtigen Signale der lange gesuchte Beweis für Intelligenz in einer anderen Welt sein wird.“ (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: ©  Imaginechina-Tuchong/www.imago-images.de

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