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Biodiversität

Auf Inseln ist die Artenvielfalt besonders gefährdet

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Mangelnde Anpassungsfähigkeit macht Tiere und Pflanzen auf Inseln besonders anfällig. Die Weltnaturkonferenz beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie Arten gerettet werden können.

Inseln sind oft Orte großen Artenreichtums, wo nicht selten Lebewesen zu Hause sind, die sonst nirgends auf der Welt zu finden sind. Obwohl sie nur sieben Prozent der Landfläche auf der Erde ausmachen, beherbergen Inseln 20 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten und tragen damit in erheblichem Maße zur globalen Biodiversität bei. Doch diese Vielfalt ist extrem bedroht, schreibt Biogeograph Severin Irl von der Goethe-Universität Frankfurt in einem Artikel im Fachmagazin „Global Ecology and Conservation“. Ursache ist wie so oft der Mensch.

Zusammen mit anderen Forschenden beleuchtet Severin Irl in dem Beitrag den Ist-Zustand der Artenvielfalt auf Inseln. Alle Autorinnen und Autoren sind Mitglieder der Leitung der 2020 gegründeten Society of Island Biology.

50 Prozent der vom Aussterben bedrohten Arten leben auf Inseln, drei Viertel aller dokumentierten ausgestorbenen Arten waren dort beheimatet. Durch ihre abgeschiedene Lage haben sich einzigartige Pflanzen- und Tierspezies entwickelt, sogenannte endemische Arten, die nur auf den jeweiligen Eilanden oder Archipelen vorkommen. Diese Arten seien oft durch menschliche Einflüsse wie die Übernutzung von Ökosystemen, die Zerstörung von Lebensraum, etwa durch die Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen, den Klimawandel sowie durch nicht-heimische invasive Arten bedroht, heißt es in einer Mitteilung der Goethe-Universität.

Hunderte Arten ausgestorben

Zum Problem für die auf Inseln lebenden Arten kann insbesondere ihre mangelnde Anpassungsfähigkeit werden, die das Leben in isolierten Ökosystemen oft mit sich bringt. „Diese erhöhte Vulnerabilität hat dazu geführt, dass mindestens 800 Arten auf Inseln in den vergangenen 500 Jahren unwiderruflich verloren gegangen sind“, heißt es in der Mitteilung: „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Art auf einer Insel in der Zukunft aussterben wird, ist zwölfmal höher als bei einer Art auf dem Festland.“ Irls düstere Prognose: „Wenn es so weitergeht, ist klar, dass Inseln den Großteil der in Zukunft ausgestorbenen Arten tragen werden.“

Die neu gegründete Society of Island Biology versteht sich als „internationales Sprachrohr“ für die Belange der Tiere und Pflanzen auf Inseln. In ihrem Artikel schlagen die Autorinnen und Autoren konkrete Maßnahmen vor, wie sich das Aussterben stoppen lässt und wie der Naturschutz mit den Interessen der dort lebenden Menschen in Einklang gebracht werden kann. Als Grundlage werde ein vollständiges, bislang häufig noch fehlendes Inventar der Arten auf Inseln benötigt.

Mit dem Schwinden der globalen Artenvielfalt nicht nur auf Inseln beschäftigt sich seit Montag die Weltnaturkonferenz. Vertreterinnen und Vertreter der knapp 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention für die biologische Vielfalt beraten bis Freitag, wie der Verlust weiterer Arten aufgehalten werden kann. Die Konferenz findet virtuell sowie zu einem Teil in der chinesischen Stadt Kunming statt.

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