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Auch Hunde altern unterschiedlich

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Von: Pamela Dörhöfer

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Dackel gehören als kleine Hunde zu den eher langlebigen Rassen.
Dackel gehören als kleine Hunde zu den eher langlebigen Rassen. © Getty Images

Für das „Dog Aging Project“ werden Zehntausende Genome der Vierbeiner analysiert, Die Erkenntnisse könnten auch für die Alternforschung bei Menschen wichtig sein.

Ein Hundejahr entspricht sieben Menschenjahren – das ist eine seit Jahrzehnten bekannte Faustregel, die sich durch die Erfahrung zu bestätigen scheint, dass die Vierbeiner zwischen zehn und 15 Jahre alt werden können. Doch ganz so einfach ist es nicht. Das Altern von Hunden ist ein Schwerpunktthema des 2018 gegründeten und auf mindestens zehn Jahre Laufzeit angesetzten „Dog Aging Projects“. Zehntausende von Vierbeinern aller Größen, Rassen und verschiedener Herkunft werden dafür untersucht und genetisch sequenziert. Die ersten Ergebnisse hat das Forschungsteam des „Dog Aging Projects“ nun in einem Artikel im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht.

Ziel ist des Projekts es, ein besseres Verständnis für das Altern von Hunden zu entwickeln und unter anderem Biomarker dafür zu finden. Bisher weiß man nur wenig über das „normale Altern“ von Hunden. Grundsätzlich neigen große Rassen dazu, am schnellsten zu altern, etwa zehnmal schneller als Menschen, während einige kleine Rassen 20 Jahre werden können, wie es in einer Mitteilung der Universität Princeton (USA) heißt, die an dem Projekt beteiligt ist.

Die künftigen Erkenntnisse seien eine „mächtige Ressource“, „um nicht nur die Rolle der Genetik beim Altern zu verstehen, sondern auch, um grundlegendere Fragen über die Evolutionsgeschichte und Domestizierung von Hunden zu beantworten“, wird Joshua Akey vom Lewis-Sigler-Institut für integrative Genomik an der Universität Princeton in der Mitteilung seiner Hochschule zitiert.

Lehrreich für Menschen

Außerdem erhofft man sich von Erkenntnissen über das Altern der treuen Begleiter auch Ansätze für weitere Forschungen zum Alterungsprozess unserer Spezies. Denn Hunde werden mit den Jahren von ähnlichen Zipperlein und Krankheiten geplagt wie Menschen, zudem entspricht die tierärztliche Versorgung in vielem der humanmedizinischen. Und: Hunde leben – anders als Wildtiere – im gleichen Umfeld wie Menschen. „Das ist eine einzigartige Gelegenheit, genetische sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren zu identifizieren, die mit einer gesunden Lebensdauer verbunden sind“, sagt der Biologe Daniel Promislow von der Universität Washington.

Interessant sind für die Forschenden vor allem außergewöhnlich langlebige Hunde. Ihre DNA soll mit der von anderen Artgenossen verglichen werden, die das Durchschnittsalter ihrer Rasse erreichen. In wenigen Monaten will das Team den – anonymisierten – Datensatz öffnen, um ihn mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt zu teilen.

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