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Eine Küchenfee der etwas anderen Art.

Ernährung im All

Astronauten-Nahrung bei der Apollo-11-Mission: Auf dem Mond blieb die Küche kalt

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Legendäre Kekse: Rita Rapp entwickelte für die Apollo-Missionen das Astronautenessen.

Ihre süßen Kekse sollen legendär und nicht nur bei den Astronauten begehrt gewesen sein: Rita Rapp war die Leiterin des „Apollo Food System Teams“ bei der Nasa und stellte auch für die erste bemannte Mondmission die Mahlzeiten zusammen. Eine andere Hausnummer, als wenn sie nur den Proviant für eine mehrtägige Wandertour hätte einpacken müssen. Das Essen musste so beschaffen sein, dass es sich in den beengten Verhältnissen von Raumschiff und Mondlandefähre gut verstauen, leicht zubereiten und ohne größere Unfälle in der Schwerelosigkeit verzehren ließ. 

Und natürlich sollte es gesund und nahrhaft sein, nicht im Bauch liegen oder blähend wirken. Ja, und schmecken sollte es auch noch, zumindest einigermaßen. 

Das Allererste, was die Crew an Bord von Apollo 11 verzehrte, waren Speck, Pfirsiche, Ananas- und Grapefruit-Drinks – und selbstverständlich die berühmten „Super Cookies“, erzählt Teasel Muir-Harmony, Kuratorin am Smithsonian Air and Space Museum in Washington.

Keine sterile Tuben-Nahrung 

Auch Rita Rapp war eine jener Frauen, die wesentlich zum Erfolg der Apollo-Missionen beigetragen haben. Ihre Arbeit darf man sich mitnichten so vorstellen, dass sie in irgendeiner Großküche der Nasa am Herd gestanden hätte. Rita Rapp, 1928 in Ohio geboren, war Wissenschaftlerin und hatte als eine der ersten Frauen an der Saint Louis University School of Medicine studiert. Ihr Hauptaugenmerk bei der Nasa galt der Frage, wie sich Essen für Raumfahrer am praktikabelsten aufbereiten und verpacken ließ.

Ihr Ziel war es, wegzukommen von in Würfeln und Tuben gepresster Nahrung, die in ihren Bestandteilen nicht mehr zu erkennen und eher ein undefinierbares Etwas war.

Stattdessen wollte sie den Astronauten Mahlzeiten mit auf die Reise ins All geben, die sie auf eine „irdische“ Weise essen konnten. Es gab Portionen in Aluschalen, verzehrfertige Häppchen oder Gefriergetrocknetes im Plastikbeutel, aus dem sich über das Zuführen von Wasser etwas Genießbares zaubern ließ. Heißes und kaltes Wasser bekamen die Astronauten in der Raumkapsel aus zwei biegsamen Schläuchen, an deren Ende sich ein Zapfhahn befand. Anschließend mussten sie das Essen im Beutel durchkneten, um die Flüssigkeit zu verteilen.

Hühnercremesuppe - leider nur kalt 

Unter anderem standen auf dem Speiseplan von Apollo 11 auch noch Rindereintopf, Spaghetti mit Hackfleischsoße (angeblich Neil Armstrongs Leibgericht), Früchtebrot, Wurstsalat und Hühnercremesuppe; Letztere soll ebenfalls sehr beliebt gewesen sein. Nun, zumindest an Bord der Landefähre wird das Süppchen nicht ganz so lecker gewesen sein: Denn dort gab es kein heißes Wasser. Neil Armstrong und Buzz Aldrin mussten alle mit zum Mond genommenen Köstlichkeiten kalt genießen.

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