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Ein Firmengebäude des Pharmakonzerns Astrazeneca in Luton. Der britische Impfstoffhersteller verteidigt sich gegen Vorwürfe der EU.
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Ein Firmengebäude des Pharmakonzerns Astrazeneca in Luton. Der britische Impfstoffhersteller verteidigt sich gegen Vorwürfe der EU.

Corona-Impfstoff

Klage der EU-Kommission: Astrazeneca beteuert Einhaltung der Liefervereinbarungen

Die EU und der Pharmakonzern Astrazeneca streiten über fehlenden Corona-Impfstoff. Die EU-Kommission will klagen. Astrazeneca beteuert die Einhaltung der Lieferverträge.

+++ 15:50 Uhr: Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca hat sich für sein Vorgehen in der Auslieferung seines Corona-Impfstoffs an die EU gerechtfertigt. Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen den Konzern eingeleitet.

„Wir glauben, dass dieser Rechtsstreit unbegründet ist und begrüßen die Möglichkeit, diese Auseinandersetzung so schnell wie möglich beizulegen“, hieß es von Astrazeneca. Man habe sich an seinen Vertrag mit der EU-Kommission gehalten und werde sich vor Gericht verteidigen, hieß in einer Reaktion auf eine Mitteilung der EU-Kommision. Sie hat am Montag (26.04) angekündigt, ein im Namen der 27 Mitgliedstaaten vor einem Gericht in Belgien wegen gekürzter Impfstofflieferungen zu klagen.

Lieferengpässe mit britischem Astrazeneca-Impfstoff betreffen EU - Großbritannien hat keine Probleme

Man werde den EU-Staaten bis Ende April gemäß der Vorhersage fast 50 Millionen Impfdosen liefern, sagte der Pharmakonzern in seiner Mitteilung weiter. Es würde außerdem daran gearbeitet, die Produktion weiter hochzufahren. Im ersten Quartal gingen nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die Staaten der Europäischen Union. Für das zweite Quartal werden nach jüngsten Angaben 70 Millionen Dosen erwartet. Ursprünglich waren 180 Millionen vereinbart.

Aus Sicht der EU-Kommission ist das ein Verstoß gegen einen Vertag vom August 2020. Insgesamt sind 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bestellt worden. Weil Großbritannien von den Lieferproblemen kaum betroffen war, ist das Verhältnis zwischen der EU und dem britischen Impfstoff-Hersteller angespannt.

Die EU geht gegen den Impfstoff-Hersteller Astrazeneca vor.

Astrazeneca: EU-Kommission verklagt Impfstoff-Hersteller wegen Lieferverzögerungen

Erstmeldung vom Montag, 26.04., 14:00 Uhr: Brüssel - Astrazeneca und die EU liegen seit Monaten im Clinch miteinander. Grund sind die ausbleibenden Impfstofflieferungen des britisch-schwedischen Herstellers in der Corona-Pandemie. Nun hat die EU-Kommission rechtliche Schritte gegen Astrazeneca eingeleitet. Man habe das Verfahren vor einem belgischen Gericht auch im Namen der 27 Mitgliedsstaaten gestartet, teilte ein Kommissionssprecher mit.

Astrazeneca hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den vergangenen Monaten immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Im ersten Quartal gingen nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 Staaten. Für das zweite Quartal werden nach jüngsten Angaben 70 Millionen Dosen erwartet. Ursprünglich waren 180 Millionen vereinbart.

Aus Sicht der EU-Kommission verstößt der Hersteller damit gegen einen EU-Rahmenvertrag vom August 2020. Insgesamt hat die EU-Kommission 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bestellt. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen ließ sie ungenutzt verstreichen.

Astrazenca: Großbritannien im Gegensatz zur EU kaum betroffen

Das Verhältnis zwischen der EU-Kommission und dem Unternehmen ist schon lange angespannt - auch, weil Großbritannien von den Lieferproblemen kaum betroffen war. Die EU hatte deshalb einen Export-Kontrollmechanismus eingeführt. Eine Lieferung über 250.000 Astrazeneca-Dosen aus Italien nach Australien wurde blockiert.

Die EU-Kommission hatte bereits ein Schlichtungsverfahren mit dem Unternehmen eingeleitet. Die Klage ist nun der nächste Schritt. An den Lieferrückständen dürfte sich dadurch allerdings nichts ändern.

Corona-Virus

Alle Informationen über Sars-CoV-2 finden Sie in den Corona-News.

Impfstoff von Astrazeneca wird in vielen EU-Staaten nur noch eingeschränkt verwendet

Ein Großteil des Impfstoffs, der in den EU-Staaten gespritzt wird, stammt derzeit vom deutsch-amerikanischen Hersteller Biontech/Pfizer. Neben Astrazeneca haben außerdem die Präparate von Moderna sowie Johnson & Johnson eine europäische Zulassung.

Inzwischen wird der Impfstoff von Astrazeneca in vielen EU-Staaten nur noch eingeschränkt verwendet, weil er in Verbindung mit sehr seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen gebracht wird. Er ist von der EU-Arzneimittelbehörde EMA aber weiter uneingeschränkt freigegeben. (red/dpa)

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