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Coronavirus

Corona-Impfstart: Arztpraxen in Deutschland impfen zu Beginn mit Biontech

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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  • Sophie Vorgrimler
    Sophie Vorgrimler
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Die Impfungen in Arztpraxen beginnen nächste Woche - vorwiegend mit dem Impfstoff Biontech. Ärztinnen und Ärzte haben eine erhöhte Auflärungspflicht bei Anwendung von Astrazeneca.

Update vom Donnerstag, 01.04.2021, 10.20 Uhr: Der Impfstart mit der Corona-Schutzimpfung in Arztpraxen in der kommenden Woche wird nur mit Biontech beginnen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“ in ihrer Donnerstagsausgabe. Der Astrazeneca Impfstoff werde „vorwiegend in den Impfzentren zum Einsatz kommen“. Deshalb sieht er den Impf-Start in Hausarzt-Praxen nicht gefährdet, obwohl die Impfung mit Astrazeneca teilweise gestoppt wurde.

Logistisch wäre es aber wichtig für die Arztpraxen, in Deutschland künftig einen höheren Biontech-Anteil bei der Corona-Impfstoff Verteilung bereitzustellen. „Wenn wir in den Arztpraxen ab sofort in steigenden Mengen impfen wollen, brauchen die niedergelassenen Ärzte vor allem Biontech.“

Impfziel Sommerende - Versprechen der Bundesregierung könnte eingehalten werden

Seine Prognose ist, dass es möglich ist, bis zum Sommerende jeder Bürgerin in Deutschland ein Impfangebot mit einer Corona-Schutzimpfung machen zu können - trotz der Entscheidung, Astrazeneca nur an Menschen Ü60 zu vergeben. Das wäre auch das Versprechen der Bundesregierung. „Wenn die Impfzentren ihre Zahl von wöchentlich 2,2 Millionen Impfungen erreichen, die Arztpraxen jetzt starten und die Betriebsärzte helfen, dann glaube ich, dass wir das als gemeinschaftliche Anstrengung noch hinbekommen“, sagte Gassen.

Der Astrazeneca-Impfstoff sorgt erneut für Schlagzeilen. (Archivfoto)

Der Vizechef des KVB, Stephan Hofmeister, mahnte Ärztinnen und Ärzte, in Praxen die erhöhten Anforderungen bei der Aufklärungs- und Beratungspflicht zu beachten. Dennoch stehe es aber jedem Arzt frei, Astrazeneca auch bei unter 60-Jährigen zu verwenden, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Impfung mit Astrazeneca: EU-Arzneimittelbehörde sieht keine alters- und geschlechtspezifischen Risiken

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 15.50 Uhr:  Nach der neuen Altersbeschränkung für das Präparat von Astrazeneca auf über 60-Jährige hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) erklärt, dass sie derzeit keine altersspezifischen Risiken bei dem Corona-Impfstoff sehe. Eine Prüfung habe keine spezifischen Risikofaktoren wie etwa Alter oder Geschlecht ergeben, die Prüfungen würden aber fortgesetzt, teilte die EMA in Amsterdam mit. Zudem kündigte sie für kommende Woche erneute Beratungen über die Sicherheit des Astrazeneca-Mittels an.

WHO hält an Empfehlung für den Einsatz von Astrazeneca fest

Auch der strategische Impfrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält weiter an Astrazeneca fest. Er sieht auch nach der deutschen Entscheidung keinen Anlass für eine Anpassung seiner Empfehlungen, wie die Direktorin der WHO-Abteilung Impfungen sagte. „Jedes Land geht seinen eigenen Weg“, so Kate O‘Brien. Eine Rolle spiele dabei etwa, welche anderen Impfstoffe das Land zur Verfügung habe. Wenn einzelne Länder ihr Portfolio optimieren wollten, sollten sie dies tun. Sie betonte aber: „Wir sind sehr klar in unserer Nutzen-und-Risiko-Einschätzung: dies ist ein sicherer Impfstoff.“

Astrazeneca: Umstrittener Corona-Impfstoff – Kanzlerin Merkel würde sich impfen lassen

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 09.31 Uhr: Das Unternehmen Astrazeneca hat offenbar seinen Impfstoff gegen das Coronavirus umbenannt. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA ist er nicht mehr als „Covid-19-Vaccine Astrazeneca“ mit der Abkürzung „AZD1222“, sondern als „Vaxzevria“ aufgeführt. Laut Medienberichten fand die Änderung bereits am 25. März statt.

Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gibt es bisher noch keine Stellungnahme des Unternehmens über die Gründe für die Umbenennung. Auf der Webseite von Astrazeneca zumindest wird der Name „Vaxzevria“ stand heute (31.03.2021) kein einziges Mal erwähnt.

+++ 22.02 Uhr: Angela Merkel kündigt an, dass die Impfkampagne weiter ausgeweitet wird und rechnet damit, dass die Corona-Pandemie „bald beendet werden kann.“ Darüber hinaus berichtet sie von den Ergebnissen der Ständigen Impfkommission (Stiko), wonach es besonders bei jüngeren Menschen vereinzelt zu schwerwiegenden Nebenwirkungen gekommen war. Darauf wollen sich Bund und Länder nun einstellen. Vertrauen, so Merkel, entstünde aus dem Wissen, dass jedem Einzelfall nachgegangen wird, dafür stünden Bund und Länder ein.

Die neue Stiko-Empfehlung zum Astrazeneca-Impfstoff wirbelt die Impfkampagne in Deutschland durcheinander.

Gesundheitsminister Spahn nennt die in Deutschland erhältlichen Impfstoffe sicher und spricht doch von einem Rückschlag. Dass mit Astrazeneca einer der Impfstoffe in einer bestimmten Altersgruppe zu ernsten Nebenwirkungen geführt habe, habe die Bundesregierung auf Anraten der Ständigen Impfkommission zum Umdenken bewegt. Erwachsene in der dritten Welle zu schützen sei wichtig und könne Leben schützen, so Spahn. Der Gesundheitsminister bittet alle über 60-Jährigen darum, als Vorbild voranzugehen und sich mit Astrazeneca impfen zu lassen.

Gesundheitsminister Spahn: Astrazeneca ist hochwirksam und sicher

Der Impfstoff sei hochwirksam. Schottische Studien zeigten, dass der Astrazeneca-Impfstoff besonders für ältere Menschen zudem sehr sicher sei. Jüngere Altersgruppen könnten sich in ihren Hausarztpraxen beraten lassen und nach gründlicher Abwägung ebenfalls auf Astrazeneca zurückgreifen. Spahn ist sich sicher: „Impfen ist fast immer die bessere Entscheidung“

Angela Merkel betont erneut, dass sie keine eigenmächtigen Entscheidungen treffen wolle, Bund und Länder müssten stets in enger Absprache handeln. Wichtig sei es, alles zu tun, um die dritte Welle zu brechen. Sie kündigt an, sich impfen zu lassen, sobald sie dran sei - auch mit Astrazeneca. Sie wolle abwarten, wie das Land Berlin die Verabreichung je nach Altersgruppe handhaben wolle.

Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen über 60 Jahren - Söder: „Wer sich traut“

+++ 20:19 Uhr: Die Konferenz der Gesundheitsministerien von Bund und Ländern folgt der Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Ab sofort kann der Astrazeneca-Impfstoff für Menschen über 60 Jahren eingesetzt werden. Im Beschluss der Konferenz heißt es: „Den Ländern steht es frei, bereits jetzt auch die 60- bis 69-Jährigen für diesen Impfstoff mit in ihre Impfkampagne einzubeziehen.“ Damit kann das Produkt von Astrazeneca ab sofort bereits bei Menschen zwischen 60 und 70 Jahren eingesetzt werden, obwohl diese in der Regel erst in der dritten Impfgruppe sind. Diese gebe die Möglichkeit, „diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden dritten Welle nun schneller zu impfen.“

Jüngere Menschen in den Impfprioritätsgruppen eins und zwei können demnach „gemeinsam mit dem impfenden Arzt nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung entscheiden, mit Astrazeneca geimpft werden zu wollen“. Diese Impfungen sollten „grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen“.

Bayerns Ministerpräsident Söder sagte gegenüber der ARD: „Es kann sich impfen lassen, wer sich traut.“ Seiner Meinung nach sei eine Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca auf jeden Fall weniger gefährlich, als eine schwere Corona-Erkrankung.

Astrazeneca-Impfstoff: Stiko empfiehlt Impfung nur noch für über 60-Jährige

+++ 18:42 Uhr: Wie erwartet hat sich die Sändige Impfkommission (Stiko) dafür ausgesprochen, den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca nur noch an Menschen über 60 Jahren zu verabreichen. Ihre bisherige Empfehlung habe die Stiko „auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“ bei jüngeren Geimpften abgeändert.

Bis Ende April will sich die Stiko nun Zeit nehmen, um eine Empfehlung zur Verabreichung einer zweiten Impfdosis derjenigen herauszugeben, die unter 60 Jahre alt sind und bereits eine erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffes erhalten hatten.

Astrazeneca: Corona-Impfungen in Berlin und München für Menschen unter 60 gestoppt – Stiko mit neuer Empfehlung

+++ 16.15 Uhr: Nach Berlin haben nun auch Brandenburg und München verkündet, bis auf Weiteres Menschen unter 60 Jahren nicht mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu impfen. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat die Stadt entschieden, die Impfungen mit Astrazeneca für Personen unter 60 Jahren vorsorglich auszusetzen, bis die Frage möglicher Impfkomplikationen für diese Personengruppe geklärt ist“, teilte ein Sprecher der Stadt München am Dienstag (30.03.2021) der dpa mit.

Derweil arbeitet die Ständige Impfkommission (Stiko) nach Informationen der dpa an einem Beschlussentwurf, der die Verabreichung des Vakzins nur noch für Menschen über 60 Jahre empfehle. Der Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze „bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich“, heißt es in dem Beschlussentwurf weiter. Am Dienstagabend (30.03.2021) wollen außerdem die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern über den weiteren Umgang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca beraten.

Astrazeneca: Corona-Impfungen für Menschen unter 60 Jahren gestoppt – Ganzes Bundesland zieht nach

+++ 13.40 Uhr: Das gesamte Bundesland Berlin setzt die Astrazeneca-Impfungen aus. Davon betroffen sollen nun flächendeckend Menschen im Alter unter 60 Jahren sein.

Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen.

Update vom Dienstag, 30.03.2021, 13.00 Uhr: Die Berliner Universitätsklinik Charité stoppt bis auf Weiteres alle Impfungen ihrer Mitarbeiterinnen unter 55 Jahren mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca. „Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind“, sagte die Sprecherin der Klinik, Manuela Zingl, am Dienstag.

Sie betonte, dass in der Charité keine Komplikationen nach Impfungen mit Astrazeneca aufgetreten seien. Diese wolle jedoch vorsorglich agieren und abschließende Bewertungen abwarten. Die Charité habe in der Pandemie bisher rund 16.000 Erst- und Zweitimpfungen an ihr Personal verabreicht. „Davon entfiel der größte Teil auf Astrazeneca“, sagte Zingl.

Astrazeneca: Corona-Impfungen bei jungen Frauen gestoppt

Auch der landeseigene Berliner Klinikbetreiber Vivantes hat am Dienstag bis auf Weiteres vorsorglich alle Impfungen von Frauen unter 55 Jahren mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca ausgesetzt. „Dies betrifft vor allem die eigene Belegschaft“, teilte eine Sprecherin der „Deutschen Presse-Agentur“ mit.

In Deutschland sind bislang 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekannt, wie das Paul-Ehrlich-Institut berichtete. Bis Montagmittag (29. März) waren dem Institut 31 Fälle gemeldet worden, in 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich. Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut PEI alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt.

Corona-Impfung in Deutschland: Tierärzte wollen aushelfen

Erstmeldung: Um das Impfen gegen Corona voranzutreiben, haben die Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland den Bund aufgefordert, sie zur Mithilfe einzusetzen. Dafür müsste jedoch eine rechtliche Grundlage geschaffen werden.

Auch Tierärzte könnten Menschen gegen Corona impfen - wenn sie die rechtliche Erlaubnis dafür hätten.

Der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte Siegfried Moder hatte der Neuen Osnabrücker Zeitung gesagt, dass unter Einbezug der Tierärzte monatlich rund 2 Millionen Menschen von Tierärztinnen und Tierärzten Vakzine verabreicht bekommen könnten. In Deutschland gibt es rund 10 000 Tierarztpraxen.

Aktuell werden 63 mögliche Impfstoffe in klinischen Studien getestet, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angibt. In Deutschland sind bisher vier Impfstoffe zugelassen :

In den USA selbstverständlich, in Deutschland nicht: Impfung gegen Corona durch Tierärzt:innen

Je früher möglichst viele Menschen geimpft sind und je mehr Menschen eine Immunität gegen das Coronavirus entwickelt haben, desto früher ist die Corona-Pandemie beendet - und mit ihr die Lockdowns. Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, sagte Mode auch, dass Tierärzt:innen in den USA selbstverständlich bei Impfungen eingesetzt werden - ein pragmatischer Ansatz, der dort zum Erfolg beitrüge.

„Wenn im zweiten Quartal tatsächlich große Mengen an Impfstoffen eintreffen, wie es die Bundesregierung verspricht, dann sollte in Deutschland jeder impfen, der impfen kann“, sagte Moder. Deshalb fordert er die Bundesregierung auf, sofort eine Rechtsgrundlage dafür zu schaffen.

Tierärzte-Verband kritisiert: Deutsche Bundesregierung hat Angebot für Corona-Impfungen ignoriert

Bereits Anfang Dezember, als absehbar war, dass der Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen werden würde, habe der Tierärzte-Verband der Bundesregierung bereits angeboten, beim Verabreichen von Corona-Schutzimpfungen zu unterstützen - bisher aber keine Antwort auf das Angebot erhalten.

Dem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wirft der Verbands-Chef deshalb „Versäumnisse und Missmanagement“ in der Corona-Pandemie vor. Schon letzten Sommer habe das Gesundheitsministerium ein Angebot des Verbands ignoriert, in akkreditierten Laboren für Veterinäre Tests durchzuführen.

Deutschland: Keine rechtliche Grundlage für Corona-Impfungen durch Tierärzte „grob fahrlässig“

Angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften halte sein Verband „diese Ignoranz jedoch für grob fahrlässig“, sagte Moder. „Das kann man machen, wenn man die Lage im Griff hat.“

Lange waren auch die Hausärzt:innen in Deutschland nicht beim Impfen gegen das Coronavirus eingebunden - ebenfalls wegen rechtlicher Beschränkungen. Ab April solle die Vakzine auch in Praxen von Hausärzt:innen verabreicht werden. (Sophie Vorgrimler mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Pedro Fiuza/Imago Images

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