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Künstlerische Darstellung: Ein Asteroid in den Weiten des Weltalls. (Symbolbild)

Halloween-Asteroid 2015 TB145

Asteroid rast an der Erde vorbei

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Ein erst kürzlich entdeckter Asteroid nähert sich der Erde am 31. Oktober bis auf etwa 480.000 Kilometer - in kosmischen Dimensionen schrammt er an unserem Planeten vorbei. Für Weltraumforscher ist das eine einmalige Beobachtungsgelegenheit - aber keine Gefahr für die Erde.

Immer wieder kursieren Gerüchte über Asteroiden, die der Erde angeblich so nahe kommen, dass sie gefährlich werden könnten. Erst im Sommer gab es ein solches Gerücht um einen Asteroiden, der angeblich Ende September auf der Erde einschlagen und für Verwüstung sorgen sollte. Das Gerücht hielt sich so hartnäckig, dass sogar die US-Raumfahrtorganisation Nasa dazu Stellung nahm. "Es gibt keinerlei Hinweise, dass ein Asteroid oder ein anderer Himmelskörper an den genannten Tagen auf der Erde einschlägt", erklärte Paul Chodas. Und der muss es wissen: Chodas arbeitet in dem Nasa-Büro, das sich mit so genannten "Near-Earth Objects" (NEOs), also erdnahen Objekten, beschäftigt.

Das "Near-Earth Object Program", das im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena angesiedelt ist, koordiniert die Überwachung von Objekten, die der Erde möglicherweise irgendwann gefährlich werden könnten. Zu den "NEOs" zählen Kometen und Asteroiden, die sich in Umlaufbahnen befinden, die sie zu irgendeinem Zeitpunkt nah an die Erde bringen.

Solche Objekte kommen der Erde oft verhältnismäßig nahe: Alleine für den 31. Oktober sind fünf Himmelskörper aufgelistet, die sich der Erde nähern. Darunter ist ein Asteroid, der größer ist als die anderen Himmelskörper und der Erde besonders nahe kommen wird: Der Asteroid mit dem komplizierten Namen 2015 TB145 wurde erst am 10. Oktober vom Teleskop Pan-STARRS-1 in Hawaii entdeckt, er hat einen geschätzten Durchmesser von etwa 400 Metern und rast mit einer Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Sekunde (126.000 km/h) durchs Weltall.

Am 31. Oktober wird er sich der Erde bis auf etwa 480.000 Kilometer - die 1,3-fache Mondentfernung - nähern. In kosmischen Dimensionen ist das ein "Vorbeischrammen" an der Erde - doch eine Gefahr geht vom Vorbeiflug des Asteroiden nicht aus. "Die Flugbahn des Asteroiden kennen wir gut", beruhigt Paul Chodas.

Nach eigenen Angaben hat das NEO-Programm keine Hinweise auf Himmelskörper, die "in absehbarer Zeit" der Erde gefährlich werden könnten. Alle bekannten Asteroiden, die irgendwann auf Kollisionskurs zur Erde gehen könnten, hätten in den nächsten hundert Jahren ein Einschlagsrisiko von weniger als 0,01 Prozent, heißt es bei der Nasa.

Auch wenn der Asteroid 2015 TB145 keine Gefahr für die Erde darstellt: Es handelt sich bei dem Vorbeiflug um eine Seltenheit, erst im August 2027 wird nach Angaben der Nasa wieder ein Objekt vergleichbarer Größe ähnlich nah an der Erde vorbeifliegen. Die Weltraumforscher wollen deshalb die Chance nutzen und den Asteroiden unter die Lupe nehmen. "Der Vorbeiflug bietet uns die außergewöhnliche wissenschaftliche Gelegenheit, die physikalischen Eigenschaften dieses Objekts zu untersuchen", heißt es bei der Nasa.

Die Wissenschaftler wollen versuchen, erstmals Radarbilder eines Asteroiden zu erhalten, die eine Auflösung von zwei Metern pro Pixel haben. Dazu werden Mikrowellen in Richtung des Asteroiden geschickt. Das Echo, das zurückkommt, wird von Radioteleskopen auf der Erde aufgefangen, aus den Daten können die Forscher Bilder des Asteroiden erstellen und mehr über seine Oberfläche, Form und Größe erfahren. Wobei die Frage, ob es sich tatsächlich um einen Asteroiden handelt, noch nicht ganz geklärt ist. "Bei einer so einzigartigen Flugbahn und der hohen Geschwindigkeit stellt sich die Frage, ob es vielleicht eine Art Komet ist", erklärt Lance Benner, der das Nasa-Programm zur Untersuchung von Asteroiden durch Radar leitet.

Doch egal ob Asteroid oder Komet: Auch dieses Mal wird es wieder so ausgehen, wie es bisher immer ausgegangen ist, wenn in manchen Teilen des Internets vor einem möglichen Asteroideneinschlag gewarnt wird: Der Himmelskörper wird in etwa 480.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeiziehen - und auf der Erde wird außer den an der Beobachtung beteiligten Forschern und interessierten Amateurastronomen niemand etwas davon mitbekommen.

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