Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Asteroid 1994 PC1 gilt als „potenziell gefährlich“ – doch bei seinem Vorbeiflug am 18. Januar 2022 hält er etwa zwei Millionen Kilometer Abstand von der Erde.
+
Der Asteroid 1994 PC1 gilt als „potenziell gefährlich“ – doch bei seinem Vorbeiflug am 18. Januar 2022 hält er etwa zwei Millionen Kilometer Abstand von der Erde.

Asteroid 1994 PC1

„Potenziell gefährlicher“ Asteroid 1994 PC1 kommt heute der Erde nah

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Der Asteroid 1994 PC1 ist etwa einen Kilometer groß und nähert sich im Januar der Erde. Seine Flugbahn wird bereits seit 47 Jahren beobachtet.

Frankfurt – Beinahe täglich nähern sich Asteroiden der Erde, doch so groß wie der Asteroid 1994 PC1 sind sie nur selten. Auf etwa einen Kilometer schätzen Forschende seine Größe – würde ein solcher Asteroid auf der Erde einschlagen, entstünde, so die Berechnungen, unter anderem ein mehrere Kilometer großer Krater und große Verwüstungen in der Region. Doch Asteroid 1994 PC1 wird nicht auf der Erde einschlagen, wenn er sich ihr am 18. Januar 2022 nähert. Der Asteroid bleibt knapp zwei Millionen Kilometer vom blauen Planeten entfernt – das ist mehr als die fünffache Distanz zwischen Erde und Mond.

Der Asteroid mit dem Namen 1994 PC1 wurde am 9. August 1994 vom Astronomen Robert McNaught am Siding Spring Observatory in Australien entdeckt. Seine Flugbahn wird seit 47 Jahren beobachtet – diese Zahl kommt zustande, weil der Asteroid nach seiner Entdeckung auf älteren Himmelsaufnahmen bis zurück ins Jahr 1947 gefunden wurde. Seine Umlaufbahn ist damit genau bekannt, man weiß beispielsweise, dass er der Erde am 17. Januar 1933 noch näher kam, als er es im Jahr 2022 tun wird. Damals hatte er einen Abstand von etwa 1,1 Millionen Kilometern zur Erde, im aktuellen Jahr wird es fast die doppelte Entfernung sein.

„Potenziell gefährlicher“ Asteroid 1994 PC1 wird nicht auf der Erde einschlagen

Obwohl der Asteroid 1994 PC1 der Erde im Jahr 2022 nicht gefährlich wird, wird er als „potential hazardous asteroid“ (PHA), also als „potenziell gefährlicher Asteroid“ eingestuft. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Asteroid eines Tages auf der Erde einschlagen wird, wie das Center for Near-Earth Object Studies (CNEOS) der US-Raumfahrtorganisation Nasa betont. Es gehe dabei nur um das „Potenzial“, dass der Asteroid der Erde sehr nahekommen kann – und dadurch auch die Möglichkeit besteht, dass er der Erde irgendwann gefährlich werden kann. Asteroiden, die folgenden Kriterien entsprechen, werden als „potenziell gefährlich“ eingestuft:

  • Umlaufbahn bringt den Asteroiden bis auf 0,05 AU (7,5 Millionen Kilometer) oder weniger an die Erde heran
  • Absolute Helligkeit des Asteroiden beträgt Magnitude 22,0 oder weniger – das entspricht laut CNEOS etwa einer Größe von mindestens 150 Metern

Da Asteroid 1994 PC1 der Erde mehrmals näher als 7,5 Millionen Kilometer kommt und gleichzeitig deutlich größer als 150 Meter ist, gilt er als „potenziell gefährlich“. Seit August 2021 wird der Asteroid jeden Monat beobachtet, wie Daten des „Minor Planet Center“ der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zeigen. Seit 1974 sind dort insgesamt 806 Beobachtungen von Asteroid 1994 PC1 gelistet.

Ein großer Asteroid trifft die Erde im Schnitt alle 600.000 Jahre

Forschende gehen davon aus, dass ein Asteroid mit einer Größe von mehr als einem Kilometer im Schnitt etwa alle 600.000 Jahre die Erde trifft. Alle derzeit bekannten erdnahen Objekte befinden sich in Umlaufbahnen, die der Erde auf absehbare Zeit nicht gefährlich werden. Der Asteroid „Bennu“, der auf der Risikoliste der Nasa derzeit an erster Stelle steht, hat bis zum Jahr 2300 eine Einschlagswahrscheinlichkeit von 1:1750.

Allerdings gibt es auch Asteroiden wie „Apophis“, für den lange eine höhere Einschlagswahrscheinlichkeit für das Jahr 2068 galt – bis Fachleute seine Umlaufbahn genauer bestimmen und einen Einschlag ausschließen konnten. Mittlerweile wurde der Asteroid von der Risikoliste genommen, sein naher Vorbeiflug an der Erde im Jahr 2029 mit einer Entfernung von nur 31.000 Kilometern wird für Spezialisten in aller Welt eine äußerst seltene Gelegenheit sein, einen Asteroiden aus großer Nähe zu erforschen.

Nasa und Esa arbeiten an planetarer Verteidigung

Für den Fall, dass eines Tages doch einmal ein Asteroid der Erde gefährlich wird, gibt es diverse Sicherheitsvorkehrungen. Es gibt automatisierte Teleskope, die nach bisher unbekannten Asteroiden Ausschau halten, in den kommenden Jahren soll ein Weltraumteleskop starten, das Asteroiden entdecken kann, die von der Erde aus nicht zu sehen sind. Außerdem arbeitet die US-Raumfahrtorganisation Nasa gemeinsam mit ihrem europäischen Pendant Esa an einer planetaren Verteidigungsstrategie.

Was passiert im Weltall? Abonnieren Sie den kostenlosen FR-Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Dazu wurde Ende 2021 die Nasa-Mission „Dart“ gestartet. Die Raumsonde soll im Herbst 2022 einen kleinen Asteroiden rammen und so dessen Umlaufbahn beeinflussen. Die Ergebnisse dieses Versuchs sollen bei der weiteren Planung der planetaren Verteidigung eine Rolle spielen. Andere Missionen zu Asteroiden sollen beispielsweise den Jarkowski-Effekt untersuchen – einen Effekt, der die Umlaufbahn von Asteroiden verändern kann. (Tanja Banner)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare