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„Gefährlichster Asteroid“, der 2021 entdeckt wurde: Einschlag im Jahr 2052 ausgeschlossen

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Von: Tanja Banner

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Gleich mehrere kleine Asteroiden kommen der Erde im April sehr nahe: Sie rauschen näher als der Mond am blauen Planeten vorbei. (Symbolbild)
Ein Asteroid fällt Richtung Erde. (Symbolfoto) © Imago/PantherMedia/Alisa Tango

„Je mehr der Asteroid beobachtet wurde, desto größer wurde das Risiko“, sagen Forschende über den Asteroiden 2021 QM1. Doch nun gibt es Entwarnung.

Paris – Jede Nacht werden mehr als zehn erdnahe Asteroiden entdeckt. Jeder von ihnen wird anschließend weiter beobachtet und seine Flugbahn berechnet, um eine Gefahr für die Erde auszuschließen. Doch am 28. August 2021 entdeckte das automatisierte Teleskopsystem am Mount Lemmon Observatory im US-Bundesstaat Arizona einen Asteroiden, bei dem die Forschenden einen Einschlag auf der Erde nicht ausschließen konnten. Im Gegenteil: „Wir konnten seine zukünftige Bahn um die Sonne sehen, und im Jahr 2052 könnte er der Erde gefährlich nahekommen“, erklärt Richard Moissl, Leiter der Esa-Abteilung „Planetare Verteidigung“ in einer Mitteilung. „Je mehr der Asteroid beobachtet wurde, desto größer wurde das Risiko.“

Der Asteroid 2021 QM1 wurde in die Risikoliste der europäischen Raumfahrtorganisation Esa aufgenommen. Laut Esa galt er als der „gefährlichste Asteroid, der der Menschheit im letzten Jahr bekannt wurde“. Doch nun konnten Forschende einen Einschlag des Asteroiden für die nächsten hundert Jahre ausschließen. Der Weg dahin entpuppte sich als Sisyphusarbeit. Denn just als das Einschlagrisiko des Asteroiden sich laut den Berechnungen erhöhte, brachte seine Umlaufbahn den Asteroiden näher an die Sonne heran – monatelang war er wegen der Helligkeit der Sonne nicht zu sehen.

Asteroid 2021 QM1: Esa schließt Einschlag auf der Erde aus

„Wir mussten nur warten“, erinnert sich der Esa-Astronom Marco Micheli. „Wir wussten, dass sich 2021 QM1 auf seiner aktuellen Umlaufbahn von der Erde wegbewegt, was bedeutet, dass er zu schwach sein könnte, um noch entdeckt zu werden, wenn er das grelle Licht der Sonne verlässt.“ Trotzdem bereiteten sich die Forschenden auf den Moment vor, in dem der Asteroid aus dem Sonnenlicht heraustreten sollte. Das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) sollte den 50 Meter großen Asteroiden suchen.

„Wir hatten ein kurzes Zeitfenster, in dem wir unseren risikoreichen Asteroiden entdecken konnten“, erklärt der ESO-Astronom Olivier Hainaut. Doch es gab ein neues Problem: Der Asteroid bewegte sich nun durch eine Himmelsregion, in der er nur schlecht zu sehen war, denn die Milchstraße befand sich hinter dem Asteroiden. „Dies sind einige der schwierigsten Asteroidenbeobachtungen, die wir je gemacht haben“, betont Hainaut deshalb.

1377 gefährliche Asteroiden stehen noch auf der Risikoliste

Doch am 24. Mai gelang dem Teleskop die Aufnahme des Asteroiden, die Astronomen konnten ans Werk gehen und dessen Umlaufbahn genauer berechnen. Letztendlich kann die Esa nun einen Einschlag im Jahr 2052 und für die kommenden 100 Jahre ausschließen, 2021 QM1 wurde von der Asteroiden-Risikoliste entfernt, genau wie einige Zeit zuvor der berüchtigte Asteroid Apophis. 1378 weitere Asteroiden stehen derzeit noch auf der Liste, zahlreiche erdnahe Asteroiden wurden bisher noch gar nicht entdeckt, schätzen Fachleute. (tab)

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