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Vor 66 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf der Erde ein - und löschte die Dinosaurier aus. Nun haben Forscher herausgefunden: Der Asteroiden-Einschlag war alleine für das Aussterben verantwortlich.

Studie

Asteroiden-Einschlag war alleine schuld am Aussterben der Dinosaurier

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War der Asteroiden-Einschlag vor 66 Millionen Jahren alleine schuld am Aussterben der Dinosaurier oder standen die Ökosysteme bereits vorher unter Druck? Forscher haben neue Hinweise gefunden.

Vor 66 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan ein und hinterließ dort den riesigen Chicxulub-Krater. Doch das war nicht alles: Der Einschlag löschte bis zu 75 Prozent aller damals lebenden Tierarten aus – darunter als bekanntestes Beispiel die Dinosaurier. Soweit ist sich die Fachwelt einig. Doch war der Asteroid tatsächlich alleine am Aussterben der Dinosaurier schuld oder standen die Ökosysteme bereits vorher durch wachsenden Vulkanismus unter Druck? Diese Hypothese gibt es auch.

Doch nun haben Forschende, darunter Michael Henehan vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ), einen Beweis dafür gefunden, dass der Asteroiden-Einschlag wohl die „Alleinschuld“ am Aussterben der Dinosaurier trägt. „Unsere Daten sprechen gegen eine graduelle Verschlechterung der Lebensbedingungen vor 66 Millionen Jahren“, so Henehan in einer Mitteilung des GFZ.

Chicxulub-Asteroid: Einschlag ließ die Ozeane versauern

Die Forschenden hatten die Kalkschalen von Plankton auf Isotope des Elements Bor untersucht und so festgestellt, dass der plötzliche Einschlag des Asteroiden* zu einer massiven Versauerung der Ozeane führte. Demnach waren die Ozeane nach dem Aufprall so sauer, dass Organismen nicht überleben konnten, die ihre Schalen aus Kalk herstellten. So starben viele Lebensformen in den oberen Schichten der Ozeane aus – was die Kohlenstoffaufnahme durch Photosynthese in den Ozeanen um die Hälfte reduzierte.

Dieser Zustand dauerte mehrere zehntausend Jahre, bis sich Kalkalgen wieder ausbreiteten. Es dauerte jedoch mehrere Millionen Jahre, bis sich die Fauna und Flora erholt hatten und der Kohlenstoffkreislauf ein neues Gleichgewicht erreichte.

Asteroid schlug ein - die Folgen sind im Gestein erhalten

Die Daten für ihre Funde fanden die Forschenden in einer Höhle in den Niederlanden, wo eine besonders dicke Gesteinsschicht aus der fraglichen Zeit erhalten ist. In den meisten Fällen lagert sich Sediment so langsam ab, dass ein abruptes Ereignis wie ein Asteroiden-Einschlag schwer nachzuvollziehen ist, heißt es beim GFZ. „Da dort so viel Sediment auf einmal abgelagert wurde, konnten wir genügend Fossilien für die Analyse gewinnen“, so Henehan.

Die Studie entstand hauptsächlich an der Universität Yale mit finanzieller Unterstützung durch das Yale Peabody Museum. Sie wurde nun im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.

Dinosaurier nach dem Asteroiden-Einschlag

Eine andere, ebenfalls erst kürzlich veröffentlichte Studie, hat herausgefunden, wie die Dinosaurier nach dem Einschlag des Asteroiden gestorben sind*. In den 24 Stunden nach dem Einschlag gab es unter anderem Buschbrände, die durch den Asteroiden-Einschlag ausgelöst wurden, und einen Tsunami, der Wasser bis weit ins Innere der Kontinente trieb.

Doch das war es nicht, was für das Aussterben von 75 Prozent aller Tierarten sorgte. Ein atmosphärischer Effekt dürfte dafür verantwortlich gewesen sein: Durch Verdampfen sind Schwefelverbindungen in großen Mengen in die Erdatmosphäre gelangt. Diese schwefelhaltigen Aerosole schirmten das Sonnenlicht teilweise ab, was die Photosynthese der Pflanzen beeinträchtigte und ganze Nahrungsketten zusammenbrechen ließ. Das könnte dazu geführt haben, dass etwa drei Viertel des damals existierenden Lebens vernichtet wurden, so die Forscher.

Der T-Rex starb binnen 15 Minuten aus

Asteroiden sind nicht nur schädlich für das Leben auf der Erde

Dass Asteroiden nicht nur schädlich sind für das Leben auf der Erde, zeigt eine andere Studie: Demnach stießen vor 466 Millionen Jahren zwei Asteroiden im Asteroidengürtel zusammen. Bruchstücke und Staub dieser kosmischen Kollision gelangten nach und nach in die Erdatmosphäre – die Erde verdunkelte sich über zwei Millionen Jahre hinweg langsam. So kühlte sie sich langsam ab, das bereits existierende Leben hatte die Chance, sich an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. So entstanden auf der Erde zahlreiche neue Spezies.

Asteroiden, die der Erde sehr nahe kommen*, sind häufig ein Thema. Doch nur selten werden die Himmelskörper dem Menschen tatsächlich gefährlich. Der letzte Asteroid, dessen Auswirkungen man auf der Erde konkret gespürt hat, war der Meteor von Tscheljabinsk, der im Februar 2013 über dem russischen Ural in die Erdatmosphäre eingetreten ist und bei dessen Explosion etwa 1500 Menschen verletzt wurden. Kann man einen Asteroiden, der die Erde bedroht, ablenken? Esa und Nasa wollen mit der „AIDA“-Mission die Abwehr eines Asteroiden testen*.

Der Asteroid (6478) Gault erstaunt derzeit die Wissenschaft: Nicht nur, weil er gleich zwei Schweife ausgebildet, sondern auch, weil er vor den Augen von Forschern seine Farbe verändert hat. Planet Merkur zog als schwarzer Fleck über die Sonne: Am 11. November 2019 zog der Merkur vor der Sonne vorbei. Diesen Merkurtransit konnte man bei gutem Wetter beobachten.

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Von Tanja Banner

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*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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