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Künstlerische Interpretation: Ein Asteroid schlägt auf der Erde ein - und löscht die Dinosaurier aus.

Asteroiden-Einschlag

Wie ein Asteroid die Dinosaurier auslöschte

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Ein Asteroiden-Einschlag vor 66 Millionen Jahren hat die Dinosaurier ausgelöscht. Nun wissen Forscher mehr darüber, was direkt nach dem Aufprall passiert ist.

Vor 66 Millionen Jahren schlug ein riesiger Asteroid auf der Erde ein und löschte die Dinosaurier aus. Eine aktuelle Studie gibt nun Hinweise darauf, was sich nach dem Aufprall des riesigen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehr als zehn Kilometern Durchmessern wohl abgespielt hat.

Hypothesen gingen bisher davon aus, dass der Einschlag des Asteroiden Tsunamis und Buschbrände hervorgerufen haben könnte und eine gewaltige Menge Schwefel freigesetzt hat. Das untermauern Forscher um Sean Gulick von der Universität Texas mit der Auswertung eines Bohrkerns aus dem Einschlagskrater. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Zeitschrift „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht.

Asteroid schlägt ein und löscht die Dinosaurier aus

In den 24 Stunden nach dem Einschlag hätte sich dort, wo der Bohrkern gewonnen wurde, eine 130 Meter dicke Ablagerungsschicht gebildet, schreiben die Wissenschaftler. Die Ablagerungen bestehen aus verschiedenen Lagen, die die Forscher genau angeschaut haben. Unter anderem entdeckten sie eine Lage Holzkohle - ein Hinweis darauf, dass Buschbrände durch den Asteroideneinschlag ausgelöst wurden.

Die Forscher haben auch eine Idee, wie die Holzkohle in den Einschlagskrater kam: Der Tsunami trieb das Wasser bis weit ins Innere der Kontinente. Als das Wasser zurück ins Meer floss, könnte es verkohlte Pflanzenreste mitgerissen haben, die so im Krater landeten.

Schwefel haben die Forscher um Gulick im Krater dagegen kaum gefunden. Der Anteil im Bohrkern lag bei unter einem Prozent, obwohl das Grundgestein eigentlich 30 bis 50 Prozent Schwefel enthält. Das werteten die Forscher als Hinweis darauf, dass Schwefelverbindungen in großen Mengen in die Atmosphäre gelangt sind - etwa durch Verdampfen.

Asteroiden-Einschlag: Schwefelhaltige Aerosole in der Atmosphäre

Diese schwefelhaltigen Aerosole dürften es auch gewesen sein, die sich nach dem Einschlag des Asteroiden auf das Weltklima auswirkten. „Der einzige Weg zu einem globalen Massensterben wie diesem ist ein atmosphärischer Effekt“, lässt sich Gulick von seiner Universität zitieren. Die schwefelhaltigen Aerosole schirmten das Sonnenlicht teilweise ab, was die Fotosynthese der Pflanzen beeinträchtigte und ganze Nahrungsketten zusammenbrechen ließ. Das könnte nach Angaben der Forscher dazu geführt haben, dass etwa drei Viertel des damals existierenden Lebens vernichtet wurde - einschließlich der Dinosaurier.

Der Einschlagskrater des Asteroiden, der die Dinosaurier vernichtet hat, hat einen Durchmesser von etwa 180 Kilometern. Er befindet sich im Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatan, teilweise auch unter Wasser im Golf von Mexiko. Der Krater wurde nach einem Ort in der Nähe benannt: Chicxulub-Krater. Der Krater ist besonders gut erhalten, weil er unter Sedimentgesteinen begraben ist und dadurch nicht erodierte.

Asteroiden kommen der Erde sehr nahe

Asteroiden, die der Erde sehr nahe kommen, sind häufig ein Thema. Doch nur selten schlagen große Asteroiden auf der Erde ein und werden dem Menschen tatsächlich gefährlich. Trotzdem ist die Gefahr real, Raumfahrtbehörden beschäftigen sich seit einiger Zeit mit dem Thema Asteroidenabwehr und planetarer Verteidigung.

Der letzte Asteroid, dessen Auswirkungen man auf der Erde gespürt hat, war der Meteor von Tscheljabinsk, der im Februar 2013 über dem russischen Ural in die Erdatmosphäre eingetreten ist und bei dessen Explosion etwa 1500 Menschen verletzt und geschätzte 3700 Gebäude beschädigt wurden. Ein weitaus größerer Asteroideneinschlag hat im Jahr 1908 eine Schneise der Verwüstung in Sibirien geschlagen. Das so genannte Tunguska-Ereignis hinterließ ein Schlachtfeld: 60 Millionen Bäume auf einem Gebiet von über 2000 Quadratkilometern wurden umgeknickt, die Druckwelle wurde noch in mehr als 500 Kilometern Entfernung wahrgenommen. (mit dpa)

Eine sensationelle Entdeckung machten Forscher mit Hilfe des „Hubble“-Weltraumteleskops: Sie fanden Wasserdampf in der Atmosphäre des Exoplaneten K2-18b. Außerdem wird seit Ende August mit Komet C/2019 Q4 ein Himmelskörper beobachtet, der möglicherweise von außerhalb des Sonnensystems stammt. Ist es der zweite interstellare Besucher unseres Sonnensystems? Ebenfalls interessant ist derzeit das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße: Es scheint hungriger zu werden.

In der Nacht auf Sonntag (15.9.) raste ein riesiger Asteroid an der Erde vorbei. Zwar war der Abstand sehr groß, doch der Asteroid ist so groß, dass er mit Teleskopen zu sehen war. Forscher fanden auch heraus, dass der Zusammenstoß zweier Asteroiden vor 466 Millionen Jahren eine Eiszeit auslöste.

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