Beinahe täglich fliegen Asteroiden verhältnismäßig nah an der Erde vorbei. (künstlerische Darstellung)
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Beinahe täglich fliegen Asteroiden verhältnismäßig nah an der Erde vorbei. (künstlerische Darstellung)

Erdnahe Objekte

Diese Asteroiden kommen der Erde im Juli ganz nah

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Asteroiden können der Erde gefährlich werden. Gut, dass die Mehrheit mit genügend Abstand vorbeirast. Ein Überblick über die nächsten Asteroiden-Vorbeiflüge.

  • Asteroiden sind eine Gefahr für die Erde - wenn sie ihr zu nahe kommen.
  • Tatsächlich bleibt die Mehrheit der Asteroiden in großer Entfernung zur Erde.
  • Welche Asteroiden täglich an der Erde vorbeirasen - und was zur „planetaren Verteidigung“ unternommen wird.

Update von Freitag, 24.07.2020: Beinahe täglich rasen Asteroiden an der Erde vorbei. Heute ist es der Asteroid (2020 ND), der einen geschätzten Durchmesser von 140 bis 300 Meter hat. Er kommt der Erde bei seinem Vorbeiflug jedoch nicht sehr nahe – er nähert sich bis auf etwa 5,5 Millionen Kilometer. Trotzdem steht er auf der Liste der Asteroiden, die von der Nasa als „möglicherweise gefährliche Objekte“ überwacht werden: Seine Umlaufbahn kreuzt die der Erde um die Sonne.

Am 27. Juli kommt der Asteroid (2020 OO1) der Erde mit einem Abstand von etwa 668.000 Kilometern deutlich näher. Noch weitaus näher kommt der Erde ein Asteroid am 1. September: Dann rauscht der Asteroid mit dem Namen (2011 ES4) an der Erde in einem Abstand von nur 123.000 Kilometern vorbei. Zum Vergleich: Der Abstand zwischen Erde und Mond beträgt im Durchschnitt 384.400 Kilometer. Jedoch ist Asteroid (2011 ES4) verhältnismäßig klein - sein Durchmesser wird auf etwa 22 bis 49 Meter geschätzt.

Name des AsteroidenDatum des Vorbeiflugs und Abstand zur Erde
Asteroid (2020 ND)am 24. Juli 2020, Abstand: ca. 5,5 Mio. km
Asteroid (2020 NN)am 25. Juli 2020, Abstand: ca. 6,2 Mio. km
Asteroid (2020 OO1)am 27. Juli 2020, Abstand: ca. 668.000 km
Asteroid (2020 NZ)am 28. Juli 2020, Abstand: ca. 3,1 Mio. km
Asteroid (2020 OE2)am 28. Juli 2020, Abstand: ca. 1,7 Mio. km
Asteroid (2020 MX3)am 29. Juli 2020, Abstand: ca. 3,6 Mio. km
Asteroid (2018 PY7)am 31. Juli 2020, Abstand: ca. 3,4 Mio. km
Asteroid (2007 RF1)am 31. Juli 2020, Abstand: ca. 4 Mio. km
Asteroid (2020 OC1)am 31. Juli 2020, Abstand: ca. 3,6 Mio. km
Asteroid (2020 OO2)am 1. August 2020, Abstand: ca. 5,7 Mio. km
Asteroid (2018 BD)am 3. August 2020, Abstand: ca. ca. 2,8 Mio. km
Asteroid (2009 PQ1)am 5. August 2020, Abstand: ca. 4,1 Mio. km

Asteroiden können eine Gefahr für die Erde darstellen

Erstmeldung: Frankfurt - Unzählige Asteroiden umkreisen die Sonne. Die meisten von ihnen stellen keine Gefahr für die Erde dar – doch es gibt erdnahe Asteroiden, die unserem Planeten gefährlich werden können. Deshalb gibt es Listen, die die US-Raumfahrtorganisation Nasa und ihr europäisches Pendant Esa führen, auf denen die Asteroiden aufgelistet sind, die der Erde eines Tages gefährlich werden könnten.

Als erdnahe Asteroiden gelten Himmelskörper, deren Umlaufbahn um die Sonne sie bis auf mindestens 1,3 astronomische Einheiten (etwa 195 Millionen Kilometer) an die Erde heranführt. Bei ihnen besteht theoretisch das Risiko, dass sie für die Erde gefährlich werden. Bis Ende Juni 2020 wurden mehr als 27.000 erdnahe Asteroiden entdeckt, darunter sind mehr als 900 Asteroiden, die einen Durchmesser von mindestens einem Kilometer haben.

Erdnahe Asteroiden: „Möglicherweise gefährliche Objekte" kreuzen die Umlaufbahn der Erde

In die Kategorie „möglicherweise gefährliche Objekte“ (potentially hazardous object) fallen erdnahe Asteroiden, die einen Durchmesser von mehr als 40 Metern haben und deren Umlaufbahn die Umlaufbahn der Erde kreuzt. Zu den möglicherweise eines Tages für die Erde gefährlichen Objekten zählt der Asteroid „Apophis“, benannt nach dem Gott des Chaos in der ägyptischen Mythologie.

Grundsätzlich nähern sich täglich Asteroiden der Erde – und verschwinden auch wieder, ohne dass es irgendwelche Auswirkungen gibt. Weil die Gefahr durch Asteroiden jedoch mittlerweile ernst genommen wird, gibt es zahlreiche Programme, die den Himmel automatisiert scannen, um Gefahren frühzeitig zu entdecken. Auch künstliche Intelligenz kann zur Asteroiden-Erkennung eingesetzt werden. Trotzdem entgeht dieser Überwachung immer wieder einmal ein Asteroid – beispielsweise der so genannte „Meteor von Tscheljabinsk“, der im russischen Ural mehr als 1500 Menschen verletzte.

Asteroiden-Gefahr vorbeugen: Nasa und Esa testen Rettungsmission

Experten der Nasa rechnen etwa alle hundert Jahre mit dem Einschlag eines Himmelskörpers, der größer als 50 Meter ist. Einschläge von größeren Objekten werden als wesentlich seltener eingeschätzt. Da jedoch jederzeit ein Asteroid gefunden werden kann, der der Erde tatsächlich gefährlich wird, soll es nun bald die erste Raumfahrt-Mission geben, die die so genannte „planetare Verteidigung“ testet: Die Doppelmission „DART/Hera“ - eine Kooperation zwischen Nasa und Esa soll am Asteroiden Didymos testen, ob man einen Himmelskörper durch einen Einschlag ablenken kann.

Die Nasa-Raumsonde „DART“ soll auf dem kleinen Mond des Asteroiden einschlagen, die Esa-Raumsonde „Hera“ soll die Auswirkungen auf die Umlaufbahn des kleinen Mondes vor Ort untersuchen. Starten soll die Doppel-Mission bereits 2022. (Von Tanja Banner)

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