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Die Computersimulation zeigt die Sonde Hera im Anflug auf den Asteroiden Didymoon.
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Die Computersimulation zeigt die Sonde Hera im Anflug auf den Asteroiden Didymoon.

Kosmischer Streifschuss

Asteroiden-Mission „Hera“: Esa gibt Startschuss

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Um die „planetare Verteidigung“ gegen gefährliche Asteroiden zu testen, starten Nasa und Esa Missionen. Die Esa gibt nun den Startschuss für ihren Teil, die Raumsonde „Hera“.

  • Asteroiden sind eine Gefahr für die Erde – wenn sie ihr zu nahe kommen.
  • Tatsächlich bleibt die Mehrheit der Asteroiden in großer Entfernung zur Erde.
  • Welche Asteroiden täglich an der Erde vorbeirasen – und was zur „planetaren Verteidigung“ unternommen wird.

Update vom Dienstag, 15.09.2020: Was tun, wenn ein Asteroid Kurs auf die Erde nimmt? Die US-Raumfahrtorganisation Nasa und ihr europäisches Pendant Esa haben einen Plan: Die Nasa-Sonde „Dart“ soll einen kleinen Asteroiden rammen und aus seiner Bahn „schubsen“, die Esa-Sonde „Hera“ soll die Auswirkungen der Aktion überprüfen. Nun hat die Esa den Startschuss für ihren Teil der Asteroiden-Mission gegeben und hat gemeinsam mit dem Satellitenbauer OHB aus Bremen Verträge im Wert von knapp 130 Millionen Euro unterschrieben. „Hera" soll 2024 starten und vom Satellitenkontrollzentrum Esoc in Darmstadt gesteuert werden.

Es ist das erste Mal, dass Raumfahrtorganisationen nicht nur ein theoretisches Modell für die so genannte „planetare Verteidigung“ entwickeln, sondern es anschließend auch in der Praxis testen.

Asteroid (2011 ES4) rast nah an der Erde vorbei

Update vom Dienstag, 01.09.2020: Heute ist es so weit: Der Asteroid (2011 ES4) kommt der Erde am heutigen 1. September 2020 um 18.12 Uhr bis auf etwa 123.000 Kilometer nahe. Das ist etwa ein Drittel des durchschnittlichen Abstands zwischen Erde und Mond, der 384.400 Kilometer beträgt. Für die Erde stellt der Asteroid (2011 ES4) damit keine Bedrohung dar, er rast mit einer Geschwindigkeit von etwa 30.000 Kilometern pro Stunde an der Erde vorbei.

Würde er die Erde treffen, würde der etwa 22 bis 49 Meter große Asteroid ein ähnliches Ereignis verursachen wie der „Meteor von Tscheljabinsk“ im Februar 2013, heißt es beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Der etwa 19 Meter große Meteor zerbrach hoch in der Atmosphäre über der Stadt, seine Druckwelle ließ zahlreiche Glasscheiben bersten, wodurch Menschen verletzt wurden.

Im Jahr 2020 sind nach Angaben des DLR bereits rund 60 Asteroiden der Erde ähnlich nahe gekommen wie Asteroid (2011 ES4), zuletzt der kleine Asteroid, der die Erde nur um etwa 3000 Kilometer verpasst hat.

Asteroid könnte vor der US-Wahl die Erde treffen - keine Gefahr

Update von Dienstag, 25.08.2020: Bevor ein kleiner Asteroid am 2. November 2020 der Erde ganz nahe kommt und mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,41 Prozent die Erde trifft (das bedeutet keine Gefahr, er wird in diesem Fall in der Erdatmosphäre verglühen), dürften noch zahlreiche weitere Asteroiden die Erde passieren. Besonders auffällig ist in nächster Zeit der Asteroid (2011 ES4), der der Erde am 1. September 2020 näher als der Mond kommen wird. Er nähert sich bis auf 123.000 Kilometer - um dann wieder aus der Nähe der Erde zu verschwinden. Panik ist in diesem Fall nicht angesagt - wie so oft, wenn es um Asteroiden geht.

Update von Mittwoch, 19.08.2020: Die meisten Asteroiden passieren die Erde außerhalb des Systems Erde-Mond, sie bleiben also weiter als 384.400 Kilometer von der Erde entfernt. Doch manchmal kommen Asteroiden der Erde näher als der Mond - wie der Asteroid (2011 ES4), der der Erde am 1. September 2020 bis auf etwa 123.000 Kilometer nahe kommen wird (siehe Update vom 13.08.) oder der Asteroid (2020 QG), der am 16. August ganz besonders knapp an der Erde vorbeigerauscht ist (siehe Update vom 18.08.). Während man bei Asteroid (2011 ES4) bereits seit längerem weiß, wann er der Erde nahe kommt, wurde Asteroid (2020 QG) erst nach seinem Vorbeiflug überhaupt entdeckt.

Etwas besser läuft es da mit dem Asteroiden (2020 PY2), der morgen (20.08.) der Erde näher kommen wird als der Mond. Er wurde immerhin schon vor einigen Tagen entdeckt, genauer: am 12. August 2020. Der Asteroid wird sich der Erde am 20. August 2020 bis auf etwa 350.000 Kilometer annähern. Der Brocken hat einen geschätzten Durchmesser von etwa 15 bis 33 Metern und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 60.000 Kilometern pro Stunde durch das Weltall. Gefährlich für die Erde wird er jedoch nicht.

Asteroiden, die im August 2020 die Erde passieren:

Name des AsteroidenDatum des Vorbeiflugs und Abstand zur Erde
Asteroid (2020 PY2)am 20. August 2020, Abstand: ca. 350.000 km
Asteroid (2020 PQ2)am 21. August 2020, Abstand: ca. 1,75 Mio. km
Asteroid (2020 QP)am 21. August 2020, Abstand: ca. 6,1 Mio. km
Asteroid (2020 QF)am 23. August 2020, Abstand: ca. 3,45 Mio. km
Asteroid (2020 FA1)am 23. August 2020, Abstand: ca. 7 Mio. km
Asteroid (2020 QD1)am 23. August 2020, Abstand: ca. 3,89 Mio. km
Asteroid (2020 PP3)am 24. August 2020, Abstand: ca. 6,2 Mio. km
Asteroid (2020 PJ6)am 24. August 2020, Abstand: ca. 5,3 Mio. km
Asteroid (2016 AH164)am 26. August 2020, Abstand: ca. 6 Mio. km
Asteroid (2020 PF3)am 26. August 2020, Abstand: ca. 2,4 Mio. km
Asteroid (2011 ES4)am 1. September 2020, Abstand: ca. 123.000 km

Asteroid (2020 QG) kommt der Erde deutlich näher als der Mond

Update von Dienstag, 18.08.2020: Der Asteroid (2020 QG) ist am 16. August in einem Abstand von nur 2950 Kilometern an der Erde vorbeigerast. Besonders brisant daran: Der Asteroid wurde erst sechs Stunden später entdeckt. Der Vorfall macht auf eine gefährliche Beobachtungslücke aufmerksam: Asteroiden, die aus Richtung Sonne kommen, sind von der Erde aus kaum zu entdecken.

Update von Donnerstag, 13.08.2020: Der Asteroid (2011 ES4) kommt der Erde am 1. September 2020 sehr nahe. Nur etwa 123.000 Kilometer trennen die Erde und den Asteroiden bei seinem Vorbeiflug voneinander - das ist nur etwa ein Drittel des Abstands zwischen Erde und Mond (384.400 Kilometer). Experten schätzen, dass der Asteroid einen Durchmesser von 22 bis 49 Metern hat. Da erst wenige Messungen für Asteroid (2011 ES4) vorliegen, ist die genaue Größe bisher nicht bekannt, so Manfred Gaida vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dass Asteroiden innerhalb der Mond-Umlaufbahn an der Erde vorbeirauschen, geschieht laut Gaida durchschnittlich 2,4 Mal pro Jahr.

Weitere Asteroiden, die in den kommenden Tagen die Erde passieren:

Name des AsteroidenDatum des Vorbeiflugs und Abstand zur Erde
Asteroid (2020 PV)am 13. August 2020, Abstand: ca. 4 Mio. km
Asteroid (2020 PU1)am 18. August 2020, Abstand: ca. 2,39 Mio. km
Asteroid (2020 PS)am 19. August 2020, Abstand: ca. 2,39 Mio. km
Asteroid (2020 FA1)am 23. August 2020, Abstand: ca. 7 Mio. km
Asteroid (2016 AH164)am 26. August 2020, Abstand: ca. 6 Mio. km
Asteroid (2011 ES4)am 1. September 2020, Abstand: ca. 123.000 km

Asteroiden rauschen regelmäßig an der Erde vorbei

Update von Freitag, 24.07.2020: Beinahe täglich rasen Asteroiden an der Erde vorbei. Heute ist es der Asteroid (2020 ND), der einen geschätzten Durchmesser von 140 bis 300 Meter hat. Er kommt der Erde bei seinem Vorbeiflug jedoch nicht sehr nahe – er nähert sich bis auf etwa 5,5 Millionen Kilometer. Trotzdem steht er auf der Liste der Asteroiden, die von der Nasa als „möglicherweise gefährliche Objekte“ überwacht werden: Seine Umlaufbahn kreuzt die der Erde um die Sonne.

Am 27. Juli kommt der Asteroid (2020 OO1) der Erde mit einem Abstand von etwa 668.000 Kilometern deutlich näher. Noch weitaus näher kommt der Erde ein Asteroid am 1. September: Dann rauscht der Asteroid mit dem Namen (2011 ES4) an der Erde in einem Abstand von nur 123.000 Kilometern vorbei. Zum Vergleich: Der Abstand zwischen Erde und Mond beträgt im Durchschnitt 384.400 Kilometer. Jedoch ist Asteroid (2011 ES4) verhältnismäßig klein - sein Durchmesser wird auf etwa 22 bis 49 Meter geschätzt.

Name des AsteroidenDatum des Vorbeiflugs und Abstand zur Erde
Asteroid (2020 ND)am 24. Juli 2020, Abstand: ca. 5,5 Mio. km
Asteroid (2020 NN)am 25. Juli 2020, Abstand: ca. 6,2 Mio. km
Asteroid (2020 OO1)am 27. Juli 2020, Abstand: ca. 668.000 km
Asteroid (2020 NZ)am 28. Juli 2020, Abstand: ca. 3,1 Mio. km
Asteroid (2020 OE2)am 28. Juli 2020, Abstand: ca. 1,7 Mio. km
Asteroid (2020 MX3)am 29. Juli 2020, Abstand: ca. 3,6 Mio. km
Asteroid (2018 PY7)am 31. Juli 2020, Abstand: ca. 3,4 Mio. km
Asteroid (2007 RF1)am 31. Juli 2020, Abstand: ca. 4 Mio. km
Asteroid (2020 OC1)am 31. Juli 2020, Abstand: ca. 3,6 Mio. km
Asteroid (2020 OO2)am 1. August 2020, Abstand: ca. 5,7 Mio. km
Asteroid (2018 BD)am 3. August 2020, Abstand: ca. ca. 2,8 Mio. km
Asteroid (2009 PQ1)am 5. August 2020, Abstand: ca. 4,1 Mio. km

Asteroiden können eine Gefahr für die Erde darstellen

Erstmeldung: Frankfurt - Unzählige Asteroiden umkreisen die Sonne. Die meisten von ihnen stellen keine Gefahr für die Erde dar – doch es gibt erdnahe Asteroiden, die unserem Planeten gefährlich werden können. Deshalb gibt es Listen, die die US-Raumfahrtorganisation Nasa und ihr europäisches Pendant Esa führen, auf denen die Asteroiden aufgelistet sind, die der Erde eines Tages gefährlich werden könnten.

Als erdnahe Asteroiden gelten Himmelskörper, deren Umlaufbahn um die Sonne sie bis auf mindestens 1,3 astronomische Einheiten (etwa 195 Millionen Kilometer) an die Erde heranführt. Bei ihnen besteht theoretisch das Risiko, dass sie für die Erde gefährlich werden. Bis Ende Juni 2020 wurden mehr als 27.000 erdnahe Asteroiden entdeckt, darunter sind mehr als 900 Asteroiden, die einen Durchmesser von mindestens einem Kilometer haben.

Erdnahe Asteroiden: „Möglicherweise gefährliche Objekte" kreuzen die Umlaufbahn der Erde

In die Kategorie „möglicherweise gefährliche Objekte“ (potentially hazardous object) fallen erdnahe Asteroiden, die einen Durchmesser von mehr als 40 Metern haben und deren Umlaufbahn die Umlaufbahn der Erde kreuzt. Zu den möglicherweise eines Tages für die Erde gefährlichen Objekten zählt der Asteroid „Apophis“, benannt nach dem Gott des Chaos in der ägyptischen Mythologie.

Grundsätzlich nähern sich täglich Asteroiden der Erde – und verschwinden auch wieder, ohne dass es irgendwelche Auswirkungen gibt. Weil die Gefahr durch Asteroiden jedoch mittlerweile ernst genommen wird, gibt es zahlreiche Programme, die den Himmel automatisiert scannen, um Gefahren frühzeitig zu entdecken. Auch künstliche Intelligenz kann zur Asteroiden-Erkennung eingesetzt werden. Trotzdem entgeht dieser Überwachung immer wieder einmal ein Asteroid – beispielsweise der so genannte „Meteor von Tscheljabinsk“, der im russischen Ural mehr als 1500 Menschen verletzte.

Asteroiden-Gefahr vorbeugen: Nasa und Esa testen Rettungsmission

Experten der Nasa rechnen etwa alle hundert Jahre mit dem Einschlag eines Himmelskörpers, der größer als 50 Meter ist. Einschläge von größeren Objekten werden als wesentlich seltener eingeschätzt. Da jedoch jederzeit ein Asteroid gefunden werden kann, der der Erde tatsächlich gefährlich wird, soll es nun bald die erste Raumfahrt-Mission geben, die die so genannte „planetare Verteidigung“ testet: Die Doppelmission „DART/Hera“ - eine Kooperation zwischen Nasa und Esa soll am Asteroiden Didymos testen, ob man einen Himmelskörper durch einen Einschlag ablenken kann.

Die Nasa-Raumsonde „DART“ soll auf dem kleinen Mond des Asteroiden einschlagen, die Esa-Raumsonde „Hera“ soll die Auswirkungen auf die Umlaufbahn des kleinen Mondes vor Ort untersuchen. Starten soll die Doppel-Mission bereits 2022. (Von Tanja Banner) Mars statt Mond: Donald Trump will „erste bemannte Mission“ zum roten Planeten Mars schicken.

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