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Angst steigt in die Nase

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Der Geruch der Angst ist ansteckend (Symbolbild).
Der Geruch der Angst ist ansteckend (Symbolbild). © Maksim/wikipedia/cc

Menschen können über Duftstoffe miteinander "sprechen". Angst kann über den Geruch auf einen anderen Menschen übertragen werden, weisen Forscher erstmals nach. Von Leon Reuter

Von Leon Reuter

Menschen können über Duftstoffe miteinander "sprechen". Das konnte jetzt eine Arbeitsgruppe um die Düsseldorfer Psychologin Professor Bettina Pause erstmals nachweisen. So kann Angst über den Geruch auf einen anderen Menschen übertragen werden. "Dabei muss der Angstgeruch nicht bewusst wahrgenommen werden", berichtet Pause.

Der Psychologin ist damit der Nachweis gelungen, dass auch Menschen chemisch kommunizieren. Bislang lagen solche Forschungen nur aus dem Tierreich vor (Plosone, Bd. 4).

Riecht ein Mensch die Angstmoleküle eines anderen, so werden im Hirn des Wahrnehmenden solche Gehirnregionen aktiviert, die für Empathie und die Erkennung von Angstzuständen zuständig sind.

Die Psychologen hatten für ihre Experimente von Studierenden vor wichtigen akademischen Prüfungen "Angstschweißproben" genommen. Dazu mussten die Probanden eine Viertelstunde lang vor der Prüfung Wattepads unter den Armen tragen. Zudem wurden Schweißproben von denselben Personen bei sportlicher Betätigung genommen.

Bei den anschließenden Geruchsprüfungen wurden die Düfte der Proben als sehr schwach wahrgenommen, nur die Hälfte der Proben wurde überhaupt bewusst gerochen. Während dieser Geruchsdarbietung wurden die Gehirnaktivitäten der Duft-Tester mit einem Magnetresonanztomografen gemessen. Dabei zeigte sich, dass bei der Präsentation von "Angst" bei den Testern diejenigen Gehirnareale aktiviert wurden, in denen ein emotionales Widerspiegeln der Gefühle anderer stattfindet bzw. die auf die Wahrnehmung von Angstausdrücken bei anderen Menschen spezialisiert sind. Die Präsentation von Sportschweiß dagegen löste keine deutlich messbaren Reaktionen aus.

"Das bedeutet", so erläutert Professorin Pause, "dass Angst, wenn sie geruchlich wahrgenommen wird, ansteckend wirkt und beim Wahrnehmenden empathisches Miterleben auslöst."

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