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Das ätzende, giftige und stark übelriechende Gas, das bei der Zersetzung von Gülle und abgestorbener Pflanzen entsteht, ist alles andere als ungefährlich.

ÖKO-LOGISCH

Ammoniak als Beilage: Es muss endlich etwas geschehen

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Um die Güllefluten einzudämmen, muss auch die Reduzierung der Tierbestände diskutiert werden. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Essen muss jeder. Was man isst und wie es produziert wird, macht einen großen Unterschied - für die Umwelt, das Klima und für die Luft, die wir atmen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat jetzt in seiner Jahresbilanz zu den Luftschadstoffen in Deutschland betont: Es muss deutlich mehr geschehen, um die Landwirtschaft verträglicher zu machen.

Die Bilanz zeigt nämlich: Während die anderen Haupt-Schadstoffe wie Schwefelverbindungen, Stickoxide und Feinstaub seit 1990 um satte 95 respektive 59 und 55 Prozent gesunken sind, ging der Ausstoß von Ammoniak in der Landwirtschaft nur geringfügig zurück, um 16 Prozent. Besonders kritisch ist hierbei: Die Emissionen verharren seit zehn Jahren auf mehr oder weniger gleichem Niveau. Das heißt, es bewegt sich nichts in die richtige Richtung, die da ist: nach unten.

Zuviel Gülle und Dünger

Das ätzende, giftige und stark übelriechende Gas, das bei der Zersetzung von Gülle und abgestorbener Pflanzen entsteht, ist alles andere als ungefährlich. Ammoniak und das nach Umwandlung entstehende Ammonium schädigen Land- und Wasserökosysteme direkt - durch Versauerung und Nährstoffanreicherung. In der Umwelt kann es sich in eine der vielen anderen kritischen Stickstoff-Verbindungen umwandeln. Die Folgen: Nitrat in Grundwasser, Feinstaub und Ozon in der Atemluft, mehr vom Treibhausgas Lachgas in der Atmosphäre. Hohe Ammoniakkonzentrationen in der Umgebung von Massentierhaltung können sogar zu direkten Schäden an der Vegetation führen.

Es muss also endlich etwas geschehen. „Wir brauchen hier tiefgreifende Reformen, vor allem in der landwirtschaftlichen Praxis“, fordert zu Recht UBA-Chef Dirk Messner. Seine Behörde empfiehlt unter anderem, die Lager für Gülle besser abzudecken, damit das Gas nicht mehr in die Luft entweichen kann. Die Fütterung der Tiere solle weniger eiweißreich eingestellt und die Verwendung von Kunstdünger auf den Felder besser an den tatsächlichen Nährstoffbedarf angepasst werden.

Solche Maßnahmen alleine dürften nicht reichen, den Ammoniakdunst auf verträgliche Werte zu senken. Das UBA sagt: In diesem Falle müsse auch über Veränderungen in der Struktur der Landwirtschaft diskutiert werden - wie die Reduzierung der Tierbestände, um die Güllefluten einzudämmen. Allerdings: Diskutieren alleine reicht nicht. Man muss es auch tun.

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