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Jeff Bezos

Amazon will Internet für alle: Erste Satelliten des Projekts „Kuiper“ sollen 2022 starten

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Jeff Bezos neues Projekt „Kuiper“ soll schnelles Internet auch in ländlichen Regionen ermöglichen. Doch äußern Expert:innen Kritik.

El Segundo – Amazons Satelliten-Internet-Projekt, Project Kuiper, will seine ersten beiden Prototyp-Satelliten 2022 starten. Dies geht aus einer experimentellen Startlizenz hervor, die das Unternehmen am Mittwoch (03.11.2021) bei der Federal Communications Commission eingereicht hat, so das amerikanische Mediennetzwerk The Verge. Die beiden Prototypen mit den Namen KuiperSat-1 und KuiperSat-2 sollen mit einer experimentellen neuen Rakete namens RS1 gestartet werden, die derzeit vom Startup-Unternehmen ABL Space Systems in El Segundo, Kalifornien, entwickelt wird.

Kuipers Ziel ist es, in den nächsten zehn Jahren bis zu 3236 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen, um schnelles Breitband-Internet auf der Erdoberfläche bereitzustellen. Der Plan ist, ländliche Gemeinden und andere Gebiete zu versorgen, in denen es schwierig ist, eine Infrastruktur für herkömmliche Internetdienste bereitzustellen. Das Konzept ähnelt dem von Starlink, der Breitband-Internet-Satellitenkonstellation von SpaceX, die fast 12.000 Satelliten in eine niedrige Umlaufbahn um die Erde schicken will. Im Gegensatz zu Kuiper hat Spacex jedoch bereits mehr als 1700 seiner Satelliten gestartet und sogar ein Beta-Programm für Hunderte von Nutzer:innen eingerichtet. Kuiper hat bisher noch keinen Satelliten gestartet.

Project Kuiper: Amazon-Tochter Satelliten arbeiten in bis zu 600 Metern Höhe

Die Amazon-Tochter zeigte letzte Woche Tests der Triebwerke, mit denen die Satelliten durch den Weltraum manövriert werden sollen. Kuiper behauptet, dass diese ersten Prototypen es dem Unternehmen ermöglichen werden, die gleiche „Kommunikations- und Netzwerktechnologie“ zu testen, die in den endgültigen Satelliten enthalten sein wird. Die beiden Prototypen werden in einer Höhe von 366 Meilen bzw. 590 Kilometern über der Erde in Einsatz kommen. KuiperSat-1 und KuiperSat-2 werden einen Großteil der Technologie enthalten, die für die endgültige Konstellation benötigt wird, darunter Antennen, Modems sowie Energie- und Antriebssysteme.

Während ihres Aufenthalts im Weltraum werden die Satelliten genutzt, um ihre Fähigkeit zur Verbindung mit vier Kuiper-Benutzerterminals und einer Bodenstation in McCulloch, Texas, zu testen, die für das Senden und Empfangen von Breitbandsignalen von den Satelliten ausgelegt ist. Die gesamte Testsequenz soll nur 10 Minuten dauern, während jeder Satellit über dem Boden kreist.

Amazon-Chef Jeff Bezos hat die Megakonstellation „Project Kuiper“ geplant – und führt das private Raumfahrtunternehmen „Blue Origin“.

Project Kuiper: Amazon-Tochter will schnellere Geschwindigkeit als Konkurrent Starlink

„Es gibt keinen Ersatz für Tests in der Erdumlaufbahn, und wir erwarten, dass wir angesichts der Komplexität und des Risikos, das mit dem Betrieb in einer so anspruchsvollen Umgebung verbunden ist, eine Menge lernen werden“, sagte Rajeev Badyal, Vizepräsident für Technologie bei Project Kuiper, in einer Erklärung. „Wir können es kaum erwarten, loszulegen.“ Bislang hat Kuiper nach eigenen Angaben einige Tests mit seinen Benutzerterminals durchgeführt und behauptet, maximale Durchsatzgeschwindigkeiten von bis zu 400 Mbit/s zu erreichen. Das Betaprogramm von Starlink wirbt mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s und 200 Mbit/s.

Die Entscheidung von Kuiper, seine ersten beiden Prototypen mit der RS1-Rakete von ABL zu fliegen, kommt unerwartet. Im April gab das Unternehmen bekannt, dass es neun Flüge mit der Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance erworben hat, um eine Reihe von Kuiper-Satelliten zu starten. In der Zwischenzeit hat ABL jedoch noch keine seiner Raketen tatsächlich gestartet. Nach Angaben des Unternehmens soll der erste Teststart mit der RS1 noch vor Ende des Jahres von Alaska aus erfolgen. Kuiper ist nach eigenen Angaben „beeindruckt von ABLs einzigartigen Fähigkeiten, dem raschen Entwicklungsfortschritt und dem Engagement für die Kunden“, wie es in einem am Mittwoch veröffentlichten Blog-Post heißt.

Project Kuiper: Kritikpunkte für Projekt der Amazon-Tochter

Die Rakete RS1 von ABL könne etwa 1,5 Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern und koste etwa 12 Millionen Dollar pro Flug, was laut Kuiper „die richtige Kapazität und Kosteneffizienz zur Unterstützung unseres Missionsprofils“ ist. Ein Amazon-Sprecher bestätigte, dass die kleinere RS1 eher für den Start von zwei Satelliten geeignet ist, während Kuiper plant, die Atlas V-Raketen für den Start der gesamten Konstellation zu verwenden.

Ein Hauptkritikpunkt an den geplanten Mega-Konstellationen wie Kuiper und Starlink ist, dass sie zu einer viel stärker überfüllten Umgebung in der niedrigen Erdumlaufbahn führen werden, was die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen im Weltraum erhöht und den Start von Satelliten in Zukunft erschwert. Kuiper sagt, dass es seine Prototypsatelliten nach Abschluss der Tests aus der Umlaufbahn nehmen wird, indem es sie in die Erdatmosphäre eintauchen lässt, wo sie verglühen werden. Astronomen sind zudem besorgt über die Zunahme von Mega-Satelliten-Konstellationen, da der Zustrom heller Satelliten zu mehr Störungen bei der Beobachtung des Nachthimmels führen wird. Um die Helligkeit seiner Satelliten zu dämpfen, wird Kuiper einen der beiden Prototypen mit einem Sonnenschirm ausstatten, der die Fähigkeit des Satelliten, Licht von der Sonne zu reflektieren, verringert.

Project Kuiper: Amazon-Tochter plant Partnerschaft mit Verizon

„Wir werden Daten sammeln, um die Reflektivität der beiden Satelliten zu vergleichen und alle Erkenntnisse nach der Mission mit der Astronomiegemeinschaft teilen“, schrieb Kuiper in seinem Blogbeitrag. SpaceX hat bereits mehr als 1.000 seiner Satelliten mit Sonnenschirmen oder Visieren gestartet, um ihre Helligkeit zu dämpfen.

Die jüngste Ankündigung von Kuiper kommt eine Woche, nachdem das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Telekommunikationskonzern Verizon angekündigt hat, um die 4G / LTE- und 5G-Abdeckung des Betreibers auf weitere unterversorgte Gebiete auszuweiten. Eine solche Vereinbarung setzt voraus, dass Kuiper seine Satelliten zuerst startet. (Ares Abasi)

Rubriklistenbild: © Patrick Semansky/dpa

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