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Studie entdeckt Verbindung zwischen Alzheimer und Darmgesundheit

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Von: Constantin Hoppe

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Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts erhöhen das Risiko dafür, an Alzheimer zu erkranken. Das haben Forschende aus Australien bei einer Studie herausgefunden.

Perth – Wenn uns etwas auf den Magen schlägt, geht es uns nicht gut. Dass das nicht nur ein einfacher Spruch ist, haben Studien in den vergangenen Jahren gezeigt: In vielerlei Hinsicht ist der Bauch-, Magen und Darmtrakt ein wichtiger Kompass für die allgemeine Gesundheit. Und es gibt ein sogenanntes Darm-Hirn-Phänomen, dass eine Verbindung der Darmtrakts und des Gehirns vermuten lässt.

Forschende der Edith Cowan University im australischen Perth haben nun in einer großangelegten Studie, welche in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, eine weitere Verbindung entdeckt: Einen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Störungen des Magen-Darm-Trakts (GIT). Die zugrunde liegenden Mechanismen stellen aber nach wie vor ein großes Fragezeichen für die Forschenden dar.

Magnetic resonance
Eine Studie aus Australien weist einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und Alzheimer nach. (Symbolbild) © NomadSoul/Imago

Alzheimer und Magen-Darm-Erkrankungen: Kommunikation über die Darm-Gehirn-Achse

Über welche Wege nun neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer und Multiple Sklerose durch das Mikrobiom im Darm und eine Störung der Funktionen des Organs beeinflusst werden, ist bislang noch unbekannt. Erst in den letzten Jahren hat die Wissenschaft diese Verbindung erkannt. Seit einem Experiment Forschender des Karolinska-Instituts in Stockholm 2011 laufen Studien zu diesem Themen-Schwerpunkt: Damals hatten Forschende gezeigt, dass sich Mäuse ohne Darmbakterien in Testsituationen weniger ängstlich und vorsichtig verhielten als Artgenossen mit Darmbakterien.

Die Forschenden aus Australien fanden nun heraus, dass es genetische Zusammenhänge zwischen den Anfälligkeiten für Magen-Darm-Erkrankungen und der Alzheimer-Krankheit, diese jedoch nicht in einer direkten, ursächlichen Beziehung zueinander stehen. Forschende aus Schweden haben auch einen Bluttest entwickelt, der Alzheimer vor den ersten Symptomen erkennen soll. 

Die Alzheimer Krankheit
Fachbegriff:Morbus Alzheimer
Art der Erkrankung:neurodegenerative Erkrankung mit fortschreitender Demenz
Häufigkeit:Schätzungsweise 1,7 Millionen Fälle in Deutschland (2017)
(Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft)

Alzheimer-Risiko versechsfacht sich bei entzündlichen Darm-Erkrankungen

In mehreren Studien wurde über ein gemeinsames Auftreten von Demenz (und insbesondere von Alzheimer) mit bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts berichtet. So wurde beispielsweise in einer Beobachtungsstudie berichtet, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, bei Personen mit Gastritis mehr als doppelt so hoch ist.

Eine weitere Studie stellte fest, dass die regelmäßige Einnahme von Medikamenten gegen Gastritis, Duodenitis oder der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) mit einem erhöhten Risiko einer Demenzerkrankung zusammenhängt. Zudem wurde auch ein mehr als sechsfach erhöhtes Alzheimer-Risiko bei Personen mit entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) festgestellt, was eine mehr als fünffach erhöhte Inzidenz bei allen Formen von Demenz bedeutet.

Gesunde Ernährung könnte die Alzheimer-Prävention unterstützen

„Unsere Ergebnisse weisen zwar nicht unbedingt darauf hin, dass Alzheimer und GIT-Erkrankungen immer gemeinsam auftreten, sie belegen jedoch ihre gemeinsame Biologie“, schreibt Dr. Emmanuel O. Adewuyi, Mit-Autor der australischen Studie. „Dadurch könnte die Früherkennung von Alzheimer von der Untersuchung beeinträchtigter Kognition bei GIT-Erkrankungen profitieren.“

Zudem vermuten die Forschenden einen Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und dem Alzheimer-Risiko: Eine Empfehlung für eine gesunde Ernährung, besonders in den jungen Lebensjahren, könnte daher Teil der Lebensstil-Veränderung zur Prävention von Alzheimer und GIT-Erkrankungen sein, schreiben die Forschenden. (con)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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