1. Startseite
  2. Wissen

Was Nasebohren mit Alzheimer zu tun hat

Erstellt:

Von: Pamela Dörhöfer

Kommentare

Alzheimer trifft im Alter viele Menschen. Eine neue Studie aus Australien bringt die Erkrankung jetzt in Verbindung mit Nasebohren. 

Griffith – Mit dem Finger in der Nase zu popeln könnte sich als mehr als nur eine unappetitliche Angewohnheit erweisen: Eine Studie von Forschenden der Griffith University (Australien) haben in Versuchen mit Mäusen festgestellt, dass über den Riechnerv ein Bakterium von der Nase ins Gehirn wandern kann. Dort hinterließ es Spuren, „die ein verräterisches Zeichen für die Alzheimer-Krankheit sind“, wie es in einer Mitteilung der Hochschule heißt. Die Studie wurde im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Bei dem Bakterium handelt es sich um Chlamydia pneumoniae. Der Erreger ist sehr verbreitet und wird über die Luft übertragen. Oft bleiben Infektionen ohne Symptome oder verursachen leichte Halsschmerzen, bei abwehrgeschwächten Menschen können sie aber auch zu einer Lungenentzündung führen.

Alzheimer-Studie: Bakterien kommen über Nerv ins Gerhirn

Die Versuche ergaben, dass das Bakterium den Riechnerv, der sich zwischen der Nasenhöhle und dem Gehirn erstreckt, als Invasionsweg nutzte, um in das zentrale Nervensystem zu gelangen. Die Zellen im Gehirn reagierten auf den Eindringling, indem sie Amyloid-Beta-Protein ablagerten. Ablagerungen dieses Eiweißes sind der Hauptbestandteil der für die Demenz-Erkrankung so typischen Plaques (die aber auch bei gesunden älteren Menschen vorhanden sein können).

„Wir sind die ersten, die zeigen, dass Chlamydia pneumoniae direkt in die Nase und ins Gehirn gelangen können, wo sie Pathologien auslösen können, die wie Alzheimer aussehen“, wird James St. John, Leiter des Clem Jones Center für Neurobiologie und Stammzellenforschung an der Griffith University in der Mitteilung zitiert: „Wir haben dies in einem Mausmodell gesehen, und die Nachweise sind möglicherweise auch für Menschen beängstigend.“ In einem nächsten Schritt wollen die Forschenden belegen, dass bei Menschen der gleiche Vorgang abläuft.

Ein Trick gegen Alzheimer: Nasenhaare nicht zupfen

Der Riechnerv in der Nase ist ständig der Luft ausgesetzt und bietet einen kurzen Weg zum Gehirn, der die Blut-Hirn-Schranke als Barriere umgeht. Auch Erreger können auf diese Weise ins Gehirn gelangen. Für das Coronavirus werden ebenfalls Auswirkungen auf das Gehirn diskutiert, auch hier stand bereits Alzheimer als mögliche Spätfolge einer Infektion im Raum.

Nasebohren und das Herauszupfen von Haaren aus der Nase, erhöhten das Risiko, dass Erreger über den Riechnerv ins Gehirn gelangen, erklärt James St. John. Denn durch das Popeln und Ziehen werde die Schleimhaut auf der Innenseite der Nase geschädigt. „Das ist keine gute Idee.“ Der Neurobiologe weist auch darauf hin, dass eine Verschlechterung des Geruchssinns ein Frühindikator für Alzheimer sein kann. Aus diesem Grund sieht er Geruchstests für Menschen ab 60 als sinnvoll an. (Pamela Dörhöfer)

Eine andere Volkskrankheit ist der Herzinfarkt, die Symptome sollte jede:r kennen.

Auch interessant

Kommentare