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Gesundheit

Durchbruch in Alzheimer-Forschung: Vier Krankheitstypen entdeckt – mit unterschiedlichen Symptomen

  • VonDavid Suárez Caspar
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Neue Forschungserkenntnisse zeigen: Alzheimer ist uneinheitlich. Demnach soll es vier Alzheimer-Subtypen geben.

Montreal/Lund – Die vier Subtypen der Alzheimer-Demenz konnten anhand der unterschiedlichen Verteilung der Tau-Proteine im Gehirn festgestellt werden. Es liegt nahe, dass die Subtypen auch mit unterschiedlichen Symptomen und Prognosen einhergehen. Eine frühe Erkennung der Subtypen könnte helfen, Alzheimer-Erkrankte besser zu diagnostizieren und gezielter zu behandeln, berichtet die Forschung im Fachmagazin Nature Medicine.

Alzheimer, als häufigste neurologische Krankheit im Alter, ist vergleichsweise wenig wissenschaftlich erforscht. Die zunehmende Alzheimer-Demenz soll mit der Verklumpung der Amyloid-Beta-Proteine im Gehirn zusammenhängen. Im gesunden Gehirn werden diese Fragmente zersetzt und vernichtet. Effektive Behandlung zur Entfernung der Amyloide Plaques wirken bisher schlecht.

Studie überrascht Forschungsteam – Alzheimer „heterogener“ als gedacht

  • Subtyp 1
  • Ausbreitung der Tau-Fibrillen innerhalb des Schläfenlappen
  • Führt vor allem zu ausgeprägten Gedächtnisproblemen
  • Tritt bei 33 Prozent der untersuchten Alzheimer-Erkrankten auf
  • Die meisten von ihnen trugen das Alzheimer-Risikogen APOE4
  • Subtyp 2
  • Tau-Proteine sind im gesamten Cortex (der Hirnrinde) verteilt, leichte Häufung in der rechten Hirnhälfte
  • Probleme bei exekutiven Funktionen wie die Fähigkeit, Handlungen zu planen und auszuführen
  • Tritt bei 18 Prozent der untersuchten Alzheimer-Erkrankten auf
  • Erkrankte sind in der Regel jünger und tragen das Alzheimer-Risikogen APOE4 seltener
  • Subtyp 3
  • Tau-Proteinfäden vor allem im visuellen Cortex konzentriert
  • Verarbeitung optischer und räumlicher Eindrücke gestört
  • Tritt bei rund 30 Prozent der untersuchten Alzheimer-Erkrankten auf
  • Erkrankte sind vorwiegend älter
  • Subtyp 4
  • Tau-Proteine im gesamten Gehirn verteilt, aber Häufung in linker Hirnhälfte und linker Schläfenlappen
  • Bei Erkrankten ist allgemeiner geistiger Abbau ausgeprägt und oft entwickeln sich auch Sprachprobleme
  • Tritt bei 19 Prozent der untersuchten Alzheimer-Erkrankten auf

Inzwischen weisen immer mehr Informationen darauf hin, dass neben den Amyloid-Beta- auch die fädigen Tau-Proteine den Abbau von Gehirnzellen beschleunigt. „Aktuellen Hypothesen nach sind Amyloid-Beta und Tau – entweder einzeln oder gemeinsam – die kausalen Verursacher der Krankheit und ihres Fortschreitens“, erklären Jacob Vogel und sein Team von der McGill University in Montreal. Mithilfe einer Variante der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) wurden die Gehirne von 1612 Testpersonen aus vier Ländern auf die Verteilung der Proteinfäden im Gehirn gescannt.

Das Ergebnis sorgte für eine Überraschung. Ein Algorithmus fand in den Hirnscans vier unterscheidbare Muster der Tau-Protein-Verteilung. „Das spricht dafür, dass Alzheimer heterogener ist als gedacht – und dass wir das Konzept der ‚typischen‘ Alzheimer-Krankheit neu bewerten müssen“, erklärt Vogel weiter. Eine ergänzende Untersuchung der Alzheimer-Erkrankten zeigt, dass die vier Subtypen mit unterschiedlichen Symptomen verknüpft sind. Co-Autor Oskar Hansson (Universität Lund) erklärt: „Weil verschiedene Regionen des Gehirns betroffen sind, entwickeln die Patienten auch entsprechend unterschiedliche Symptome und Prognosen.“

Alzheimer-Studie: Wichtige Hilfe bei Diagnose und Therapie

„Dieses Wissen ist wichtig für Ärzte, die Patienten mit Alzheimer untersuchen und behandeln“, betont Hansson. Die Kenntnis des Subtyps könnte es vereinfachen, Symptome zu diagnostizieren und den Verlauf der Demenz vorherzusagen. Denkbar sei auch, „dass die vier Subtypen auch unterschiedlich auf verschiedene Behandlungen ansprechen“, so Hansson. (David Suárez Caspar)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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