Eine simple Blutentnahme könnte in Zukunft zeigen, ob ein Mensch in Zukunft Alzheimer bekommt.
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Eine simple Blutentnahme könnte in Zukunft zeigen, ob ein Mensch in Zukunft Alzheimer bekommt.

Forschung

Neuer Bluttest erkennt Alzheimer früh

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Alzheimer könnte bald durch eine Blutentnahme diagnostiziert werden. Ein schwedisches Forscherteam hat ein entsprechendes Verfahren entwickelt, das nach Spuren des Tau-Proteins im Blut sucht.

  • Die Alzheimer-Demenz wird derzeit durch zwei Verfahren diagnostiziert: Eines ist teuer, das andere unangenehm.
  • Nun könnte ein Bluttest Abhilfe schaffen: Forscher haben im Blut Bruchstücke des Tau-Proteins nachgewiesen, das Alzheimer verursacht.
  • Der Bluttest soll Alzheimer ebenso zuverlässig erkennen wie die bisherigen Standardverfahren.

Um Morbus Alzheimer nicht nur anhand der Symptome zu diagnostizieren, stehen derzeit zwei Methoden zur Verfügung: die Positronen-Emissions-Tomografie (PET), ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren, das Bilder aus dem Gehirn liefert, und die Liquoruntersuchung, bei der mittels einer Lumbalpunktion Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal entnommen wird. Erstere ist aufwendig und teuer, letztere für Patienten oft unangenehm.

Alzheimer-Krankheit: Wissenschaftler suchen nach Markern im Blut

Wissenschaftler suchen deshalb seit langem nach bestimmten Markern im Blut, die eine Alzheimer-Diagnose über eine einfach Blutentnahme ermöglichen können. Ein schwedisches und ein US-amerikanisches Forscherteam berichten nun im Amerikanischen Ärzteblatt Jama und im Fachmagazin „Journal of Experimental Medicine“, einen solchen Alzheimer-Bluttest gefunden zu haben. Laut der beiden Studien funktioniert er über den Nachweis von Bruchstücken des sogenannten Tau-Proteins und soll damit eine Alzheimer-Demenz ebenso zuverlässig erkennen wie die bisherigen Standardverfahren.

Bluttest kann Alzheimer vor Auftreten der ersten Symptome feststellen

Tau-Proteine bilden neben Beta-Amyloiden die typischen Ablagerungen im Gehirn, die nach heutigem Wissensstand für den Abbau der geistigen Fähigkeiten hauptverantwortlich sind. Fragmente dieser Proteine gelangen über das Nervenwasser auch ins Blut. Zu den insgesamt knapp 1500 Studienteilnehmern gehörten auch mehr als 500 Männer und Frauen, die aufgrund einer Genmutation meist schon vor dem 50. Lebensjahr an Alzheimer erkranken. Bei ihnen zeigte sich ein Anstieg der Konzentration des speziellen T-Proteins im Blut bereits im jungen Erwachsenenalter, etwa 20 Jahre, bevor bei diesem Krankheitsbild das Auftreten der ersten Alzheimer-Symptome erwartet wird.

Die beiden Forscherteams sind zuversichtlich, dass sich der neue Test zur Frühdiagnose von Alzheimer eignet. Bis er auf den Markt kommt, muss er allerdings noch weitere Tests bestehen.

Derzeit laufen mehrere klinische Zulassungsstudien zu Alzheimer an der Uniklinik Frankfurt. Doch die Medikamente helfen nur in einem frühen Stadium der Krankheit. Forscher haben außerdem eine Genmutation entdeckt, die offenbar vor Alzheimer schützt.

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