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Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit.

Masern

Alles andere als harmlos

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Die Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die schlimmstenfalls tödlich verlaufen kann.

Es soll immer noch Menschen geben, die Masern für eine harmlose Kinderkrankheit halten. Eine, die Patienten zwar mit Fieber ans Bett fesselt, aber letztlich gut zu überstehen ist und als vermeintlich positiven Nebeneffekt das Immunsystem auf Trab bringt. Manche gehen auch irrtümlich davon aus, dass die Masern in Deutschland kaum noch vorkommen und eine Ansteckung deshalb höchst unwahrscheinlich ist.

Tatsächlich jedoch sind die Masern eine schwere Krankheit, die tödlich enden kann. Laut Statistischem Bundesamt sind seit der Jahrtausendwende in Deutschland jedes Jahr etwa ein bis zwei Menschen an den Masern gestorben. Und: Eine Infektion stärkt das Immunsystem nicht, sondern im Gegenteil: sie schwächt es.

Die Masern werden von Viren ausgelöst und sind hochansteckend. Laut Experten führt nahezu jeder Kontakt eines ungeschützten Menschen mit einem Infizierten zu einer Ansteckung – auch aus scheinbar sicherer Entfernung, denn die Viren können eine Distanz von bis zu fünf Metern zurücklegen. Beim Sprechen, Niesen oder Husten gelangen die Erreger auf Speicheltröpfchen in die Luft. Dort und auf Oberflächen können sie mehr als zwei Stunden lang ansteckend bleiben, bis sie sich in einem neuen Wirt niederlassen. Besonders tückisch: Masernviren können bereits auch dann übertragen werden, wenn sich jemand noch völlig gesund fühlt. Denn meist treten die typischen Beschwerden erst zehn Tage nach der Ansteckung auf; reichlich Zeit, um das Virus ahnungslos an viele andere Menschen weiterzugeben.

Nur die Impfung schützt

Bemerkbar machen sich die Masern mit Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündung, später gesellt sich noch der charakteristische Ausschlag dazu, der an den Ohren beginnt und sich weiter über Hals, Rumpf sowie Arme und Beine ausbreitet. Er geht mit einem Fieberanstieg einher und nach drei bis vier Tagen wieder zurück.

Daneben können durch die Schwächung des Immunsystems eine Reihe von zum Teil sogar lebensbedrohlichen Komplikationen auftreten, etwa Lungenentzündungen oder Entzündungen des Gehirns. Besonders bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft schwer. So kommt es bei etwa einem von tausend Masernfällen zu einer Gehirnentzündung, zehn bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran, bei bis zu 30 Prozent bleiben schwere Folgeschäden wie geistige Behinderungen oder Lähmungen zurück.

In sehr seltenen Fällen kann es Jahre nach einer überstandenen Masernerkrankung zudem zu einer subakuten sklerosierenden Panenzephalitis kommen, einer fortschreitenden Entzündung des Gehirns und des Nervensystems, die immer tödlich verläuft. Besonders gefährdet sind Kinder, die im ersten Lebensjahr an Masern erkrankt sind.

Den einzig wirksamen Schutz vor einer Infektion bietet die Impfung. Einmal ausgebrochen, lassen sich nur noch die Symptome lindern. Für Kinder wird die Impfung in zwei Schritten empfohlen: Die erste sollte im Alter von elf bis 14 Monaten verabreicht werden, die zweite mit 15 bis 23 Monaten. Eine einmalige Impfung bietet keinen sicheren Schutz.

Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und als Kind nicht oder nur einmal geimpft wurden, rät die Ständige Impfkommission zu einer einmaligen Impfung. Der Impfstoff besteht aus lebenden, abgeschwächten Viren, deshalb kann es bei bis zu fünf von 100 Geimpften als Nebenwirkung zu abgeschwächten, nicht ansteckenden Symptomen wie Hautausschlag und Fieber kommen.

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