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vorhofflimmern kann extrem unangenehm sein. Panthermedia
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Alkohol schadet dem Herz: Vorhofflimmern kann extrem unangenehm sein.

Herz-Gesundheit

Schon bei kleinen Mengen Wein oder Bier: Alkohol bringt das Herz aus dem Takt

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Die Annahme, dass ein Glas Wein am Tag die Gesundheit fördert, hält sich hartnäckig. Eine Langzeitstudie aus Hamburg wiederlegt das. Schon geringe Mengen Alkohol schaden dem Herz.

Hamburg - Die Annahme, dass ein tägliches Glas Wein am Abend der Gesundheit förderlich sei und vor allem dem Herz-Kreislauf-System gut tue, ist weitverbreitet. In der jüngeren Vergangenheit wurde diese vermeintliche Gewissheit allerdings mehrfach erschüttert. So geht man in der Krebsforschung mittlerweile davon aus, dass regelmäßiger – auch moderater – Alkoholkonsum das Tumorrisiko erhöhen kann.

Ebenso weiß man inzwischen, dass die Menge an Alkohol, die zumindest der Gesundheit nicht schadet, geringer ist als lange gedacht; mehr als ein ziemlich kleines Gläschen wird zum Beispiel Frauen nicht empfohlen, Männer verkraften in der Regel etwas mehr.

Schon ein Glas Wein am Tag kann sich auf Herzrhythmus auswirken

Eine neue Studie des Herz- und Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) reiht sich ein in diese ernüchternden Erkenntnisse: Demnach kann das Herz auch schon bei täglich einem Glas Wein oder Bier aus dem Takt kommen. Denn bereits solche kleinen Mengen Alkohol können Vorhofflimmern auslösen, wie der Kardiologe Andreas Götte, Spezialist für Herzrhythmusstörungen vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung, sagt.

Für die Studie hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um die Ärztin Dora Csengeri vom UKE die Daten von mehr als 100 000 Menschen ausgewertet, die nie zuvor unter Vorhofflimmern gelitten hatten. Rund 5800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten im Laufe des 14 Jahren dauernden Studienzeitraums erstmals Vorhofflimmern. Es zeigte sich, dass das Risiko für diese Herzrhythmusstörung stieg, je mehr Alkohol jemand regelmäßig trank.

Zwei Gläser Wein: 28 Prozent höheres Risiko für Vorhofflimmern als Vergleichsgruppe

So steigerten zwölf Gramm pro Tag – das entspricht einem kleinen Glas Wein oder Bier - die Wahrscheinlichkeit um 16 Prozent gegenüber jenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die nie Alkohol tranken. Bei bis zu zwei Gläsern lag das Risiko bereits um 28 Prozent höher . Studienleiterin Dora Csengeri spricht von einem „signifikanten Zusammenhang“. Ihr Fazit lautet: „In Bezug auf Vorhofflimmern muss man vom regelmäßigen Konsum selbst kleinster Mengen abraten.“

Vor allem Menschen, die bereits unter Vorhofflimmern leiden, sollten die Finger vom Alkohol lieber ganz lassen oder zumindest den Konsum stark einschränken. Bei Menschen, die bisher noch keine Probleme mit Herzrhythmusstörungen hatten, sei gegen ein gelegentliches Glas Wein oder ein Bier nichts einzuwenden. Wer allerdings regelmäßig trinke – „und sei es auch nur ein Gläschen“ –, erhöhe das Risiko für Vorhofflimmern deutlich. Dieses steigt überdies mit dem Alter zusätzlich.

Herz-Gesundheit: Vorhofflimmern kann Angstzustände auslösen und begünstigt die Bildung von Gerinnseln

Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, aber äußerst unangenehm. Es kann Angstzustände auslösen und je nach Schwere und Häufigkeit des Auftretens mit einem enormen Leidensdruck verbunden sein. Erste Hinweise sind Herzrasen und Herzstolpern. Über längere Zeit unentdeckt und unbehandelt kann Vorhofflimmern allerdings die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen, die wiederum das Risiko für Thrombosen oder einen Schlaganfall erhöhen. (Pamela Dörhöfer)

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